"Rettet den Haidforst"

Bürgerinitiative formiert sich gegen Industriegebiet-Verdoppelung

+
Das rot umrandete Gebiet könnte künftig als Gewerbe- oder Industriegebiet ausgewiesen werden und sich bis zu den Kiesgruben bei Aiging entlang der B304 ziehen. 
  • schließen

Traunstein - Die Pläne sind noch recht frisch, doch es gibt Gegenwind: Das Industriegebiet nördlich von Traunstein könnte doppelt so groß werden - jetzt formiert sich eine Bürgerinitiative. 

Das oberste Ziel ist klar: "Kein weiterer Flächenverbrauch", fasst es Beate Rutkowski zusammen. Sie stemmt sich gegen konkrete Überlegungen der Stadt Traunstein, das Industriegebiet im Norden zu erweitern: Es wären rund 15 Hektar Wald, die Industriefläche würde sich in etwa verdoppeln. Am Mittwochabend fand sie sich mit einem Dutzend Mitstreiter im Gasthaus Haidforst ein. Gemeinsam will man die Bürgerinitiative "Rettet den Haidforst" reaktivieren, die sich bereits 2009 gründete. 

Gegen neue Straßen und Abholzung

"Schon durch die Verlängerung der Straße beim Recycling-Unternehmen und durch den geplanten Kreisverkehr zur B304 wird nochmal mehr Verkehr angezogen", ist sich Rutkowski sicher - auch die Anwohner der Kotzingerstraße und der Innstraße würden dies noch spüren: "Das alles zieht weiteren Flächenverbrauch nach sich, der Haidforst wird dann völlig erschlossen." 

So stehen der Stadtrat und unsere Leser zu den Plänen

Für einen Kreisverkehr nahe der B304 hat sich der Stadtrat bereits mehrheitlich ausgesprochen. Dadurch soll der Verkehr aus dem Industriegebiet möglichst nicht mehr über den Bahnübergang bei der früheren Haltestelle Empfing fließen. Immer wieder gibt es dort brenzlige Situationen zwischen Zügen und Lastwägen, die Bahn wird dort heuer eigens eine neue Ampelanlage bauen. Der Ziel- und Quellverkehr des Industriegebiets soll dann direkt von der B304 von Norden her die Betriebe anfahren - ganz ohne die Wasserburger Straße zu belasten. 

Hier eingezeichnet der geplante Kreisverkehr, um auch schon das bestehende Industriegebiet von Norden her separat zu erschließen und den Schwerverkehr nicht mehr über den Bahnübergang bei der Kotzinger Straße leiten zu müssen. 

In einem zweiten Schritt gibt es konkrete Überlegungen der Stadt, etwa 15 Hektar Waldfläche nördlich der Betriebe ebenfalls als Gewerbegebiet auszuweisen - nicht Stück für Stück, sondern in einem Streich. Es wäre etwa die doppelte Fläche, des jetzt schon bestehenden Gewerbes. Die Erweiterung könnte bis ans Nußdorfer Gemeindegebiet reichen. Weil auch Nußdorf das Aiginger Gewerbegebiet erweitern will sprach sich Oberbürgermeister Kegel bereits für ein großes, interkommunales Gewerbegebiet aus.

Noch ist offen, was aus der Bürgerinitiative wird

Hat die Bürgerinitiative bereits auch weitere Pläne, zum Beispiel ein Bürgerbegehren, um die Erweiterung womöglich noch zu stoppen? "Erst mal wollen wir die Bürgerinitiative wieder reaktivieren und uns alle vier bis sechs Wochen treffen, das nächste Mal Ende März", so Rutkowski. Ein Bürgerbegehren könne außerdem erst gestartet werden, wenn es einen Bebauungsplan gibt - und soweit ist man bei der Stadt noch nicht. Auch der Flächennutzungsplan wurde noch nicht geändert.

Die Bürgerinitiative "Rettet den Haidforst" gründete sich bereits 2009 und bestand damals im wesentlichen aus Bund Naturschutz, Grünen und SPD. Damals wurde die Ansiedlung eines Güterterminals auf dem Waldgebiet diskutiert. 2013 würde die Pläne wieder ad acta gelegt, die Bürgerinitiative löste sich aber nicht auf. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

Zurück zur Übersicht: Traunstein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser