Berufsinformationsmesse

Lebendiges Handwerk gezeigt

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Unter der Anleitung von Bäckermeister Gerhard Kotter (Dritter von rechts) versuchte sich auch Schirmherr und Landrat Siegfried Walch (Zweiter von rechts) und Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel (Mitte) beim Brezendrehen.

Traunstein - Noch bis Freitag findet im Bildungszentrum eine Berufsinformationsmesse statt. Dabei soll das Interesse am Handwerk geweckt werden.

Das Werben um Facharbeiter und beruflichen Nachwuchs wird in allen Bereichen der Wirtschaft verstärkt und genießt oberste Priorität in der mittel- bis langfristigen Planung bei Firmen, Verwaltung und auch weiterführende Schulen und Bildungseinrichtungen werben um Schüler und Studenten. Auch das Handwerk intensiviert seine Bemühungen, junge Menschen für einen handwerklichen Beruf zu interessieren und versuchen diese nach erfolgreichem Schulabschluss für einen Ausbildungsberuf im Handwerk zu gewinnen.

An drei Tagen findet im Bildungszentrum der Handwerkskammer derzeit die Berufsinformationsmesse des Handwerks statt, die in diesem Jahr zum vierten Mal stattfindet. Um dem großen Interesse gerecht zu werden, wurde die BIM nun auf drei Tage ausgedehnt.

Hatten sich doch aus 12 Schulen im Landkreis Traunstein und 2 Schulen aus dem Landkreis Berchtesgaden Land fast 1.000 Schüler beziehungsweise die entsprechenden Schulklassen mit ihren Lehrkräften für den Berufsfindungstag angemeldet. Die Nachfrage von Seiten der Schulen war so groß, dass man zuletzt die Teilnahmemöglichkeit begrenzen musste, um den angemeldeten Schülern ausreichende Zeit zu geben, sich nach einem ersten Rundgang durch die verschiedenen Ausbildungswerkstätten noch intensiver mit den Berufen zu beschäftigen, die ihr Interesse im Besonderen geweckt hatten. Dafür standen ihnen dann Ausbilder des Bildungszentrums aber auch Mitarbeiter der verschiedenen Handwerker-Innungen für persönliche Gespräche zur Verfügung.

Gerhard Kotter, Stellvertretender Kreishandwerksmeister dankte bei der kurzen Eröffnungsveranstaltung am Mittwoch Vormittag den Innungen für die Teilnahme, die auch ein Zeichen für die Geschlossenheit des regionalen Handwerks seien. „Wir sind stolz, das heimische Handwerk in seiner Vielfältigkeit, Kompetenz und Können präsentieren zu können“ betonte der Bäckermeister. Die Anmeldungen mit fast 1.000 Schülern zeige das große Interesse am handwerklichen Berufsfeld. Er betonte, dass das Handwerk in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land „die Stütze der Wirtschaftskraft in der Region“ sei.

22.000 Mitarbeiter, davon 2.200 Auszubildende würden rund 20 Prozent aller gewerblichen Umsätze erwirtschaften. „Unsere Sorge ist aber nicht die Auftragslage, sondern das Nachwuchsproblem“ machte Kotter deutlich, wo der Schuh drückt. Den anwesenden Schülern wolle man „das lebendige Handwerk zeigen, Interesse wecken und die Möglichkeiten dieser Berufe aufzeigen.“ Traunsteins Landrat Siegfried Walch hatte für die Veranstaltung die Schirmherrschaft übernommen und betonte in seiner Ansprache, dass ihm das Handwerk am Herzen liege. „Das ist das Rückgrat der Wirtschaft.“ Für das Handwerk sei der heimische Betrieb nicht nur ein Unternehmensstandort. „Das Handwerk ist mit unserer Region verwurzelt und verbunden.“ Für die jungen Menschen gäbe es im Handwerk Ausbildungsplätze und attraktive berufliche Perspektiven.

Aktionen für die Besucher

Schüler wie geladene Gäste – darunter auch eine Reihe von Bürgermeistern aus der Region – besichtigten im Nachgang dieWerkstätten und sprachen über die verschieden Facetten des Handwerks. Dabei ging es auch praktisch zur Sache. Egal ob beim Aufmauern einer Ziegelwand, beim Brezendrehen im Bäckerhandwerk oder auch beim Abbinden von Weißwürsten im Metzgerhandwerk – die Schüler durften auch selbst Hand anlegen und ihr Geschick ausprobieren. Da in den meisten Werkstätten zeitgleich Auszubildende arbeiteten, konnten die Schüler dann auch bei der praktischen Arbeit zuschauen.

Im Dialog zwischen den Handwerksvertretern, Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel sowie Landrat Siegfried Walch wurde beim Rundgang auch deutlich, dass gerade für auswärtige Auszubildende ein hoher Bedarf an Übernachtungsmöglichkeiten in Traunstein besteht. Kommen diese doch zum Teil auch aus angrenzenden Landkreisen wie Mühldorf und Altötting aber auch weit darüber hinaus.

Andreas Wittenzellner

Quelle: chiemgau24.de

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