Bayerischer Benediktinerpater kämpft gegen AIDS

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Pater Gerhard Lagleder (58) weiß was den Menschen in der Region Mandeni, der „AIDS-Hölle“ Afrikas hilft und was nicht. Seit fast 30 Jahren ist er als Missionar tätig und kämpft mit 1000 Mitstreitern gegen die todbringende Seuche. Doch es gibt Hoffnung, die HAART-Therapie, mit der HIV-Infizierte, vor allem Kinder viele Jahre bei hoher Lebensqualität weiterleben können. Ohne finanzielle Hilfe durch Spender ist die Fortführung des Programms kaum möglich.

Traunstein -  Genau am 5. Juni 1981, erschien der erste Bericht über AIDS. Der Benediktiner-Pater Gerhard Lagleder wird täglich mit AIDS und HIV-Infizierten konfrontiert.

Seit 1988 versucht der Welt-AIDS-Tag alljährlich am 1. Dezember diese lebensbedrohliche, unheilbare Krankheit und deren weitreichenden Folgen in das Bewusstsein zu rufen.

Der bayerische Benediktiner-Pater Gerhard Lagleder wird täglich mit AIDS und HIV-Infizierten konfrontiert. Der gebürtige Regensburger, dessen Mutter aus Traunstein stammt, betreibt im Osten Südafrikas, in Mandeni, ein Care Center für Pflege und Hospiz. Mandeni liegt in der Provinz KwaZulu/Natal. Traurige Berühmtheit erlangt die Region durch die Aids-Statistik: zwei Drittel der Menschen in KwaZulu/Natal sind HIV-infiziert – und es werden immer noch mehr. „Die Quote ist nach wie vor erschreckend hoch“, erklärt Pater Gerhard Lagleder.

Das Hospiz der Brotherhood of Blessed Gèrard, der Hilfsorganisation des Malteserordens in Südafrika, ist für die Menschen ein Ort der Hoffnung und Zuflucht für ein menschenwürdiges Sterben. Dabei kann nur ein kleiner Teil der Erkrankten und Hilfsbedürftigen versorgt werden. Mehr als 600 Menschen betreut das Hospiz täglich, ein Vielfaches an Hilfe wäre notwendig. „Manchmal sterben an einem einzigen Tag fünf Menschen im Hospiz des Care Centers und manchmal belegen wir ein Bett neu, dass noch gar nicht ganz kalt ist“, berichtet Lagleder.

100.000 Menschen leben allein in Mandeni, im Umland sind es 250.000. Für die meisten gibt es keinen Gesundheitsbasisdienst und kein Krankenhaus. Trotz der Platznot wird im „Blessed Gérard’s Hospiz“ keiner abgewiesen. „Wir nehmen alle auf, weil wir auch Hilfe bei der häuslichen Pflege anbieten“, sagt Lagleder.Besonders oft sind Kinder von der tödlichen Krankheit betroffen. In Afrika unterliegen die Männer dem traditionellen Wunsch nach vielen Kindern. Diese werden oft schon in der Schwangerschaft oder beim Stillen mit dem Virus infiziert. Wenn die Mutter an der Krankheit stirbt, bleibt das Kind allein. Deshalb hat Bruder Gerhard ein Kinderheim für die vielen Aidswaisen gegründet. „Wir kümmern uns um Menschen, um die sich sonst keiner kümmert“, beschreibt Lagleder sein Engagement. „Seine Kinder“ sind für den 58-jährigen Lagleder wie eine Familie. Bereits heute umfasst die „Bruderschaft des Seligen Gerhard“, die südafrikanische Malteser-Organisation zwölf Projekte.

Neben dem Hospiz und dem Kinderheim sind da zum Beispiel das HIV-Aids-Aufklärungsprogramm, der Krankenfonds, die Nothilfe und vor allem das HAART-Programm. Letzteres steht für "Hochaktive Antiretrovirale Therapie" und ermöglicht den erkrankten Menschen ein Leben mit dem Virus. „Die antiretroviralen Medikamente töten das Virus nicht, aber die Leute können noch 20 bis 30 Jahre bei hoher Lebensqualität weiterleben“, so Lagleder. Rund 1000 Patienten werden durch das Behandlungsprogramm betreut.

Das Problem ist aber, dass das Medikament relativ teuer ist. Rund 60 Euro kostet es monatlich einen Aidskranken mit Medikamenten zu versorgen und medizinisch zu betreuen. Die Behandlung finanziert die „Brotherhood of Blessed Gérard“ ausschließlich durch Spenden oder Fördermitglieder, da ausländische Zuschüsse in den letzten Jahren drastisch gekürzt wurden. Um das HAART-Programm für die HIV-erkrankten Menschen sichern zu können, werden im nächsten Jahr rund 300.000 Euro benötigt. Gelingt es nicht die finanzielle Lücke zu schließen ist das Weiterleben der Patienten in Frage gestellt.

Wer Pater Gerhard Lagleder, die Malteser in Südafrika und vor allem die Projekte für HIV-Infizierte und AIDS-Kranke unterstützen will, kann spenden an die Bruderschaft des Seligen Gerhard, Konto: 12021 bei der Sparkasse Neuburg-Rain (BLZ: 721 520 70). Weitere Infos über die Projekte der „Brotherhood of Blessed Gérard“ unter www.bbg.org.za oder oder bei der Kreisgeschäftsstelle der Malteser in Traunstein, Tel. 0861/986600.

Quelle: chiemgau24.de

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