Afrika-Aktion an der BOS Traunstein:

Der Armutsproblematik vor Ort begegnen

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Afrika-Aktion an der Beruflichen Oberschule Traunstein.

Traunstein - Durch die Afrika-Aktion, die an der Beruflichen Oberschule Traunstein stattfand, wird ein Hilfsprojekt in Nairobi unterstützt. Insgesamt konnten 4.000 Euro gesammelt werden:

„Besser als verzweifelte Afrikaner in unserem Urlaubsgebiet Mittelmeer ersaufen zu lassen, ist an die Wurzel des Problems der Armutsflüchtlinge zu gehen.”  Dieses aufrüttelnd drastisch formulierte Motto stand über der diesjährigen Afrika-Aktion, die am Donnerstag, 13. März an der Beruflichen Oberschule Traunstein stattfand. Durch sie wird ein Hilfsprojekt unterstützt, das Wirtschaftslehrer Gerhard Lechner den Schülerinnen und Schülern am Montag zuvor eindrucksvoll aus eigenem Erleben unterstützt durch Bilder und Filme vorstellen konnte.

Es wird im riesigen Slum „Korogocho“ der kenianischen Hauptstadt Nairobi im Osten Afrikas durchgeführt. Nicht weniger als 300.000 Menschen wohnen hier in aus Müll gebauten Hütten ohne Strom- und Wasserversorgung und, was wegen der Seuchengefahr noch schlimmer ist, ohne jegliche Kanalisation. Auf zehn Quadratmetern leben durchschnittlich fünf Personen. Die meisten sind in die Stadt gezogen, weil sie auf dem Land keine Überlebenschance mehr sahen. Häufig haben sie keine Arbeit und versuchen täglich auf den riesigen Müllhalden der Stadt etwas Brauchbares zu finden. Die Armut im Slum ist ein Teufelskreis. Die Eltern können ihrem Nachwuchs den kostenpflichtigen Schulbesuch nicht bezahlen und ihnen auch keine Ausbildung finanzieren, sodass deren Kinder ebenfalls keinen Weg aus der Armut finden können.

Am schlechtesten geht es den Straßenkindern, die völlig auf sich gestellt sind, weil die Eltern sie nicht mehr versorgen können. Viele sind auch Waisen, die ihre Eltern wegen der hohen Sterblichkeitsrate der AIDS-Infizierten verloren haben. Sie müssen sich oft durch Kriminalität oder Prostitution über Wasser halten oder „schnüffeln“ sich mit Schusterleim in kurzer Zeit zu Tode, um ihre ausweglose Situation zu vergessen. Für diese Kinder bieten die Comboni-Missionare eine Schulspeisung an, um die schlimmste Not zu lindern und den Heranwachsenden durch die damit verbundene Schulausbildung eine echte Lebensperspektive zu geben. Mit fünf Euro schon kann der Nahrungsbedarf eines Kindes einen Monat lang gedeckt werden.

Das ging den Schülerinnen und Schülern so unter die Haut, dass sie die Anregung des Organisators, Religionslehrer Andreas Nikol, gerne aufnahmen dieses Projekt mit dem Erlös einer Speisung an ihrer eigenen Schule zu unterstützen. Mit viel Liebe bereiteten sie eine Vielzahl leckerer Speisen zu Hause vor, um sie dann unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Am folgenden Donnerstag war es dann so weit: Mit großem Engagement führte die 10. Vorklasse der Fachoberschule den Verkauf der mitgebrachten Nahrungsmittel im Lichthof der Schule in allen Pausen durch. Allerlei herzhafte Leckerbissen, verschiedenste Kuchen fanden zusammen mit Kaffee und Erfrischungstränken reißenden Absatz. Dazu gab es noch Semmeln mit heißen Wiener Würstel, von denen gar nicht genug angeboten werden konnten, so groß war die Nachfrage. Für den Nachtisch sorgte noch Chemie- und Biologielehrer Dr. Markus Haitzer mit seinen Süßigkeiten, die er schon das ganze Jahr über an seine Kollegen mit einem Auf-schlag verkaufte, um Geld für diese Aktion zu sammeln.

So haben alle zusammengeholfen, um dann beim fröhlichen gemeinsamen Essen und Trinken begleitet von afrikanischer Musik und Bildern vom Schulspeisungsprojekt im Slum Schulgemeinschaft bis zu den Ärmsten in Afrika zu erleben. Auf diese Weise kam durch den Erlös und großherzige Geldspenden von Schülern und Lehrern schließlich die überwältigende Summe von 4 000 Euro zusammen. So vielen Kindern kann damit ein menschenwürdiges Leben ermöglicht werden, sodass sie sich nicht gezwungen sehen, später vor lauter Verzweiflung mit aller Gewalt die lebensgefährliche Flucht nach Europa anzutreten!

Pressemitteilung Berufliche Oberschule Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

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