Stadt überlegt, wo Rotstift angesetzt wird

400.000 Euro ausgeben, um besser sparen zu können?

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Traunstein - Die Stadt ist hochverschuldet und muss sparen: Aber wo sollte man am besten ansetzen? Zur Debatte stand nun, ob man deshalb für rund 400.000 Euro den Kommunalen Prüfungsverband einschaltet. 

Bisher sind es nur Ideen, wo man in Traunstein den Rotstift ansetzen könnte: über den Betreuungsschlüssel der Kindergärten und den Personalbestand der Stadt wurde bereits diskutiert - aber an welchen Stellschrauben könnte man noch drehen? "Auch wenn es hunderttausende Euro kosten würde, aber wir sollten dazu den Kommunalen Prüfungsverband einschalten", so Stadtrat Karl Schulz am Donnerstag: "Es wäre besser, wenn wir uns da extern beraten lassen."

Rund 400.000 Euro könnte die Hilfestellung des Prüfungsverbandes kosten, schätzte Oberbürgermeister Kegel. Der Kommunale Prüfungsverband ist eine öffentliche Einrichtung der kommunalen Selbstverwaltung und gilt als "Rechnungshof der Kommunen". Der Prüfungsverband würde jede einzelne Stelle der Stadtverwaltung überprüfen. 

Viel Kritik an KiTa-Sparplänen

Wie die Sparvorschläge des Kommunalen Prüfungsverbandes so aussehen, davon bekam man bereits einen Vorgeschmack:Von ihm stammt die Idee, den Betreuungsschlüssel in Traunsteiner KiTas zu Lasten von Kindern und Eltern "anzupassen". Service und Öffnungszeiten würden sich verschlechtern, bis zu 420.000 Euro könnte die Stadt dagegen jährlich sparen.

"Ich bitte Euch alle, die Vorschläge zu den KiTas nicht zu befolgen. So können wir unsere Kinder nicht betreuen", wandte sich Stadträtin Christa Fuchs eindringlich an ihre Kollegen. "Für junge Familien sind das existenzielle Fragen, da darf man nicht eingreifen", war auch Christian Hümmer dieser Meinung. 

Die Idee, bei den Angestellten der Stadt einzusparen, findet bisher dagegen kaum Widerspruch. Traunstein hat bayernweit relativ gesehen den dritthöchsten Personalstand aller Städte: Nicht besetzte Stellen wie Straßenreiniger oder Maurer könnten künftig ganz wegfallen, pensionierte Beamte nicht ersetzt und die Verwaltungsstruktur gestrafft werden. 

Mit 15:6 stimmen sprach sich der Stadtrat am Donnerstag schließlich dagegen aus, den Kommunalen Prüfungsverband mit Sparvorschlägen zu beauftragen. "Auch wir haben eine Schwarmintelligenz, die sollten wir zuerst anzapfen", so unter anderem Wilfried Schott. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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