Hohe Kosten für Bahnschranken-Umbau

Traunstein-Traunreut: "Den Zug sollte man einfach einstampfen"

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Traunstein - Zwei Bahnübergänge in Traunstein müssen für viel Geld umgebaut werden - vor allem wegen der Sicherheit. Ein Anlass für Stadtrat Osenstätter die Strecke gleich ganz in Frage zu stellen.

Es geht um die Bahnübergänge beim Traunsteiner Krankenhaus und beim Gewerbegebiet Kotzing, an der ehemaligen Haltestelle Empfing: Für geschätzte 1,6 Millionen Euro werden die Bahnübergänge im kommenden Jahr umgebaut, der Anteil der Stadt liegt bei rund 185.000 Euro. Im Planungsausschuss wurden am Dienstag die Pläne offengelegt. Stadtrat Wolfgang Osenstätter, zuletzt Bürgermeister-Kandidat für die CSU, holte bei dieser Gelegenheit zum Rundumschlag aus:

"Dieser leere Zug blockiert sämtliche Autos"

Traunsteins Stadtrat Wolfgang Osenstätter.

"Ökonomisch und ökologisch ist das der größte Schwachsinn den Freistaat und Bahn jemals installiert haben", so Osenstätter: "Dieser leere Zug verplempert so viele Ressourcen und blockiert sämtliche Autos und Lastwägen. Alles steht, keiner stellt den Motor ab." Osenstätter hatte dabei nicht nur die Traunsteiner Bahnübergänge im Sinn sondern beispielsweise auch in Matzing. Er kam zu dem Schluss: "Diesen Zug hätte man einfach einstampfen sollen!"

Soweit wie der CSU-Stadtrat wollten die anderen Mitglieder des Traunsteiner Planungsausschusses nicht gehen, aber beispielsweise auch Burgi Mörtl-Körner von den Grünen fand es "traurig", wie wenig der Zug zwischen Traunreut und Traunstein genutzt werde: "Es bräuchte Mut, wieder mehr Leute auf die Schiene zu bringen."

Traunstein soll auf der Schiene nicht abgehängt werden

Ganz unbedeutend ist die Strecke zwischen den beiden größten Städten des Landkreises nicht: Zum einen für die Industrie, zum anderen wird die Bahn künftig immer mehr Schienenverkehr zwischen München und Salzburg nicht mehr über Rosenheim abwickeln, sondern über Mühldorf. Die Strecke Mühldorf-Freilassing soll nach dem zweigleisigen Ausbau Bestandteil der großen "Magistrale für Europa" werden, einer Hochgeschwindigkeitsachse quer durch Europa.

"Auch der Kreistag hat sich deswegen für den Erhalt der Strecke Traunreut-Traunstein entschieden, damit Traunstein künftig auf der Schiene nicht abgehängt wird", so Mörtl-Körner. Und auch die Haltestellenverlegung in Traunstein, von Empfing zum Krankenhaus, diene eben dem Ziel, mehr Fahrgäste in den Zug zu bringen.

So werden die Traunsteiner Bahnübergänge sicherer gemacht

Der Bahnübergang an der Wolkersdorfer Straße beim Krankenhaus bekommt eine neue Ampel, Halbschranken und Gehwegschranken. Die Gesamtkosten liegen bei rund 750.000 Euro, die Stadt trägt davon 85.000 Euro. Fünf Wochen Bauzeit während der Sommerferien 2017 sind angesetzt. Eine Vollsperrung des Bahnübergangs und eine Verkehrsumleitung werden dann nötig. 

Bild vom Unfall im September.

Auch der Bahnübergang beim Gewerbegebiet Kotzing wird nun mehr gesichert: Auch hier eine Ampel, Halb- und Gehwegschranken. Auf der Wasserburger Straße sind vorgeschaltete Lichtzeichen vorgesehen, damit die Räumung auf den Abbiegespuren sichergestellt werden kann. So soll der Unfallschwerpunkt am Bahnübergang entschärft werden. Erst im Septemberstieß der Zug mit einem Lastwagen zusammen, der auf den Schienen zum halten kam - solch brenzlige Situationen gibt es dort immer wieder.

Die Umbaumaßnahme soll gleich im Anschluss an die Bauarbeiten in der Wolkersdorfer Straße in Angriff genommen werden. Wieder wird mit fünf Wochen Bauzeit gerechnet, auch eine Vollsperrung des Bahnübergangs und eine Verkehrsumleitung werden nötig. Gesamtkosten: Etwa 870.000 Euro, wovon die Stadt Traunstein rund 100.000 Euro mittragen muss. Die Haltestelle Empfing soll schon im kommenden Frühjahr zurückgebaut werden

xe

Quelle: chiemgau24.de

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