Zeckengefahr: 2014 soll es krass werden

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Traunstein - Die kleinen Blutsauger können fiese Krankheiten übertragen: Zecken. Dem Gesundheitsamt wurden 2013 88 Borreliosefälle gemeldet. Auch dieses Jahr könnten Zecken sehr aktiv sein.

Die Freude über die milden Frühlingstemperaturen ist groß. Sie beflügeln jedoch nicht nur die Menschen, sondern auch die Zecken. Dies dürfte der eine oder andere Haustierhalter bei seinen Hunden oder Katzen bereits bemerkt haben. Auf Grund des milden Winters rechnet der Leiter des Gesundheitsamtes Traunstein, Dr. Franz Heigenhauser, mit einem „aktiven Zeckenjahr 2014“.

Besonders gefährdet sind Personen , die sich beruflich oder in ihrer Freizeit besonders viel in Wäldern oder Wiesen aufhalten. In unseren Breiten werden durch Zecken zwei Krankheiten übertragen: Die FSME (Frühsommer-Meningo¬enzephalitis) und die Borreliose. Die FSME kann zu einer lebensbedrohlichen Entzündung des Gehirns führen, die Borreliose kann unbehandelt zu schwersten Herz-, Nerven-, Haut- und Gelenkserkrankungen führen.

Wo liegen die regionalen Schwerpunkte?

Gegen die FSME gibt es eine Impfung, jedoch keine Therapie, bei der Borreliose ist es genau umgekehrt: Es gibt eine wirksame Antibiotika-Therapie, jedoch keine Impfung. Entdeckt man an seinem Körper Zecken, so sollte man diese am besten mit einer Pinzette ohne quetschen des Leibes rasch entfernen, da zwischen Zeckenstich und Übertragung des Erregers bis zu 24 Stunden vergehen können. Von der Anwendung von Klebstoffen oder ähnlichem zur Abtötung von Zecken rät Dr. Heigenhauser dringen ab, da sie im „Todeskampf“ noch zustechen können. Nach jedem Zeckenstich sollte man die Einstichstelle sorgfältig beobachten. Tritt eine schmerzlose, kreisförmige Hautrötung um die Einstichstelle auf, so sollte man den Arzt aufsuchen, da dies ein Frühsystem für die Borreliose ist.

Dem Gesundheitsamt Traunstein wurden 2013 6 FSME- und 88 Borreliosefälle gemeldet. Die regionalen Schwerpunkte liegen im nördlichen Landkreis, entlang der Flussläufe von Alz und Salzach. Die bisherige Annahme, dass Lagen über 1000 Meter auf Grund der dort vorherrschenden Temperaturschwankungen zeckenfrei wären, ist nach Angaben von Dr. aufgrund der Klimaerwärmung Heigenhauser nicht mehr haltbar. Zur FSME-Impfung rät Dr. Heigenhauser jeden, der sich beruflich oder in der Freizeit häufig im Freien aufhält.

Aus Wanderlust wird Zeckenfrust

Da die Impfung nur gegen die FSME und nicht gegen die Borreliose schützt, sollte man trotz Impfung folgende Vorsichtsmaßnahmen einhalten: Bei Aufenthalten im hohen Gras, Gebüsch oder Unterholz den Zecken wenig „Angriffsfläche“ bieten, indem man lange Hosen , lange Ärmel und Kopfbedeckung trägt. Die Socken über die Hosen stülpen, damit die Zecken nicht an den Beinen hochkriechen können. Freie Hautflächen mit mückenabweisenden Sprays einsprühen. Damit dürfte nach Einschätzung von Dr. Heigenhauser gewährleistet sein, dass aus „Wanderlust“ kein „Zeckenfrust“ entsteht.

Pressemitteilung Stadt Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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