Ein Facebook-Foto könnte ihn verraten haben

Quads gestohlen und neues daraus gebastelt? Tittmoninger angeklagt

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Tittmoning/Traunstein - Er soll zwei Quads gestohlen, daraus ein neues gebaut und sich damit auf Facebook präsentiert haben: Ein 40-jähriger Tittmoning steht deshalb nun vor Gericht.

2012 in Waging und 2016 in Tittmoning soll der Mann jeweils ein Quad gestohlen haben - laut Staatsanwaltschaft hatten die Gefährte einen Gesamtwert von 6000 Euro. Aus den Teilen soll er dann ein neues Quad zusammengebaut haben. Wegen Diebstahls in besonders schwerem Fall stand er am Donnerstag deshalb vor dem Traunsteiner Amtsgericht. 

Verräterisches Facebook-Foto?

2012 erstattete ein Waginger Anzeige bei der Polizei, sein gut drei Jahre altes Quad sei entwendet worden. Das Verfahren gegen unbekannt sei damals eingestellt worden. Jahre später entdeckte der Waginger das sichtlich überlackierte Quad zufällig auf der Facebook-Seite des Tittmoningers – samt der markanten Motorrad-Spiegel des Vorbesitzers: "Es hätte mein Quad sein können", so der Waginger als Zeuge vor Gericht. Dafür sprachen weitere Details wie ein bestimmter fehlender Stöpsel. Sein Quad war zudem breiter als im Original und tiefergelegt worden.

TÜV-Gutachter als Zeuge

Ein TÜV-Gutachter stellte vor dem Amtsgericht fest, dass das beschlagnahmte Quad des Angeklagten eine manipulierte Fahrgestellnummer habe. Außerdem riss nach seiner Aussage durch Reparaturen eine Krümmerschraube ab und musste aufgebohrt werden. Das Loch für die Schraube mit neuem Gewinde war dadurch größer als im Originalzustand und müsste nach Worten des TÜV-Gutachters Bearbeitungsspuren aufweisen. 

Der Tittmoninger verteidigte sich dagegen, er habe bei einem Straubinger Händler ein verunfalltes Quad gekauft und mit verschiedenen Einzelteilen, zum Beispiel einem Rahmen ohne Fahrgestell-Identifikationsnummer, aus dem Internet wieder fahrbereit gemacht. Teile der Elektrik, neue Vorder- und Hinterachsen, die Bremsanlage, Felgen, Spiegel und Armaturen eines Motorrads habe er so im Internet zusammengekauft. Von wem er was genau bezogen habe, wisse er trotz intensiver Recherche nicht mehr, beteuerte der 40-Jährige.

Die Verhandlung wird am 23. April fortgesetzt

kd/xe

Quelle: chiemgau24.de

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