Polizeiliche Kriminalstatistik 2014

Gewalt, Drogen und Einbrüche in Traunstein

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Traunstein - Die Polizei hat an diesem Dienstag ihre Kriminalstatistik für das vergangene Jahr vorgestellt. Wie sicher Traunstein wirklich ist, erfahren Sie hier:

Der Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Traunstein umfasst die Große Kreisstadt Traunstein sowie die Gemeinden Siegsdorf, Surberg, Bergen, Grabenstätt, Vachendorf, Nußdorf und Chieming mit einer Fläche von 268 Quadratkilometer und fast 50.000 Einwohnern.

Laut Polizeilicher Kriminalstatistik wurden im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Traunstein im Jahr 2014 insgesamt 2874 Straftaten registriert. Darin beinhaltet sind allerdings auch die von der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein, der Verkehrspolizeiinspektion Traunstein und der Bundespolizei bei der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität (Schleierfahndung) vorwiegend auf der Autobahn festgestellten Delikte. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem leichten Anstieg von 45 Fällen bzw. 1,6 Prozent. Die Aufklärungsquote hat sich im Vergleich zum Vorjahr (66,6%) auf 67,4 Prozent erhöht und liegt über dem bayernweiten Durchschnitt von 64,4 Prozent.

Im Jahr 2014 wurden insgesamt 1676 Tatverdächtige ermittelt. Davon waren 1220 Täter männlich und 456 weiblich.

Von den ermittelten Tatverdächtigen waren 349 und somit 20,6 prozent jünger als 21 Jahre. Dabei waren 66 Tatverdächtige Kinder unter 14 Jahren und 132 Tatverdächtige Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren. Von diesen Altersklassen werden vorwiegend Straftaten wie Diebstahl (85 Tatverdächtige), Körperverletzung (80 Tatverdächtige), Sachbeschädigung (27 Tatverdächtige) sowie Verstöße nach dem Betäubungsmittelgesetz (51 Tatverdächtige) begangen.

Der Anteil von Tatverdächtigen mit nichtdeutschem Pass beläuft sich auf 657 Personen bzw. 40,3 Prozent. Zieht man von dieser Zahl allerdings die Verstöße gegen ausländerrechtliche Vorschriften ab, die nur von Ausländern begangen werden können, so verbleiben nur noch 22 Prozent bzw. 366 ausländische Tatverdächtige. Rund ein Viertel aller registrierten Straftaten (23,1 Prozent oder 663 Fälle) betrifft den Deliktsbereich Diebstahl. Dabei handelt es sich aber mehrheitlich um einfache Diebstähle (470 Fälle). Darin enthalten sind auch 111 Fälle von Ladendiebstahl.

Die Anzahl der für das individuelle Sicherheitsgefühl der Bevölkerung besonders bedeutenden Wohnungseinbruchsdiebstähle erhöhte sich dem bayernweiten Trend folgend von 14 Fällen im Jahr 2013 auf 36 Fälle im Jahr 2014. Die Polizei versucht, mit intensiver Fahndungs- und Ermittlungsarbeit diesem starken Anstieg entgegenzuwirken. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich bei der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle der Kriminalpolizei Traunstein mit Dienstsitz in Bad Reichenhall, Tel. 08651/970-230, über Möglichkeiten des Einbruchsschutzes im privaten Bereich beraten zu lassen. Weiterhin werden die Bürger gebeten, verdächtige Wahrnehmungen unverzüglich bei der Polizei mitzuteilen.

Die Anzahl der registrierten Fahrraddiebstähle blieb mit 80 Fällen annähernd auf dem Niveau des Vorjahres. Die Aufklärungsquote liegt mit 15 Prozent deutlich über dem Wert im Gesamtbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Die Polizei möchte in diesem Zusammenhang auf die Möglichkeit der Fahrradregistrierung hinweisen. Durch diese wird die Wahrscheinlichkeit, im Falle eines Diebstahls sein Fahrrad wiederzubekommen, deutlich erhöht, da aufgefundene oder sichergestellte Fahrräder dem rechtmäßigen Besitzer besser zugeordnet werden können.

Einen weiteren großen Anteil von 593 Fällen bzw. 20,6 Prozent haben Vermögens- und Fälschungsdelikte an der Gesamtkriminalität. Dabei handelt es sich zu einem hohen Prozentsatz um die Delikte Warenbetrug oder Warenkreditbetrug, die hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Internet begangen werden. In die Kriminalitätsstatistik fließen Delikte dieser Art allerdings nur bedingt ein, da der Sitz des Täters und somit der Tatort oftmals im gesamten Bundesgebiet oder aber im Ausland liegt.

Die Anzahl der festgestellten Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz hat sich im Vergleich zu 2013 (243 Fälle) auf 190 Fälle verringert. Dies entspricht einem Rückgang von 21,8 Prozent.

Unter dem Begriff Rohheitsdelikte werden in der Kriminalstatistik Straftaten wie Raub, Körperverletzung, Bedrohung, Nötigung, Freiheitsberaubung und Nachstellung geführt. Im Jahr 2014 mussten insgesamt 445 solcher Straftaten verzeichnet werden. Den größten Teil nehmen dabei die Körperverletzungen mit 317 Fällen ein. Im Vergleich zum Vorjahr (257 Fälle) entspricht dies einem Anstieg von 23,3 Prozent. Die Aufklärungsquote beträgt bei den Körperverletzungsdelikten 91,2 Prozent. Bei den Körperverletzungen spielt Alkohol eine große Rolle. Insgesamt 41,9 Prozent der ermittelten Tatverdächtigen standen bei der Tat unter Alkoholeinfluss.

Leicht verringert hat sich die Anzahl der Sachbeschädigungen von 517 Fällen im Jahr 2013 auf 475 Fälle im Jahr 2014. Da sich diese Taten zumeist im Schutz der Dunkelheit ereignen und oftmals erst am nächsten Tag bei Tageslicht festgestellt werden, ist die Aufklärungsquote mit 22,9 Prozent leider sehr gering. Bei der Aufklärung von Sachbeschädigungen ist die Polizei dringend auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Es wird gebeten entsprechende Wahrnehmungen unverzüglich der Polizei mitzuteilen.

Der Leiter der Polizeiinspektion Traunstein, Polizeioberrat Rainer Wolf, zeigt sich mit der Entwicklung sehr zufrieden. „Bei einem nur minimalen Anstieg der Gesamtkriminalität konnte die Aufklärungsquote gesteigert werden und erreicht einen Spitzenwert. Hervorragende Arbeit leisten auch die Beamten der Polizeiinspektion Traunstein, wie z.B. die Aufklärung einer Einbruchsserie, begangen durch eine Jugendbande im vergangenen Jahr, mit weit über 30 Delikten im Stadtgebiet Traunstein zeigt. Die Bürger in unserer Region leben in einer sicheren Gegend.“

Pressemitteilung Polizeiinspektion Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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