Nach 100 Tagen im Amt: OB zieht erste Bilanz

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Er stellte sich den Pressefragen: Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel, der seit 100 Tagen im Amt ist.

Traunstein - 100 Tage ist er schon im Amt, nun zieht Oberbürgermeister Christian Kegel seine erste Bilanz: Wie sind die letzten drei Monate gelaufen und wurden Wahlversprechen erfüllt?

Traditionell schaut die Öffentlichkeit nach den ersten 100 Tagen einer Amtszeit von Politikern oder auch neu gewählten Regierungen gerne zurück. Wie sind die ersten drei Monate gelaufen, wurden Wahlversprechen erfüllt, wie ist die Stimmungslage bei den Beteiligten und vor allem auch bei der gewählten Person. So auch in Traunstein. Ist der im März bei einer Stichwahl neu gewählte, und im Juli ins Amt gekommene Oberbürgermeister Christian Kegel am Mittwoch den 22. Oktober doch genau 100 Tage im Amt. Zu diesem Tag lud er nun im Rahmen eines Pressefrühstücks örtliche Vertreter der Medien am Dienstag Vormittag ins Rathaus. Dabei gab der „Neueinsteiger“ ebenso seine gemachten Erfahrungen weiter und schilderte daneben gleichzeitig seine kurz- bis langfristigen Pläne für die Große Kreisstadt Traunstein bei aktuell diskutierten Projekten.

Lebensbejahend mit Freude in seiner neuen Tätigkeit:

„Ich weiß gar nicht, wie viele Tage ich im Amt bin, jeder Tag vergeht so schnell“ sagte der Oberbürgermeister auf das kleine „Jubiläum“ angesprochen und sprach von einer „unglaublich reizvollen Aufgabe.“ Im Gegensatz zu seiner früheren Tätigkeit als Gymnasiallehrer habe er jetzt in kurzen Abständen jeweils ein neues Thema auf dem Tisch und mit sehr vielen verschiedenen Menschen zu tun. „Aber für mich ist der Umgang mit Menschen extrem wichtig.“ Dies sei auch zu Schulzeiten schon so gewesen, auch wenn sie früher im Schnitt ein paar Jahre jünger gewesen seien. Auch wenn der Tag manchmal mehr als 24 Stunden bräuchte, begegne er den Herausforderungen gerne. „Das pralle Leben jeden Tag neu“ sei sein Empfinden in seiner Tätigkeit als Oberbürgermeister. Die Arbeit mache ihm Freude.

Wahlsieg nicht erwartet

In diesem Umfeld sei es schwer, den schönsten Augenblick der vergangenen Monate zu benennen betonte er, kam aber dann auf die Kommunalwahl und hier insbesondere die Stichwahl zum Traunsteiner Oberbürgermeister vor gut sechs Monaten zu sprechen. „Das habe ich nicht erwartet, ich habe mich auf eine Niederlage eingestellt.“ Und so habe ihm auch seine Frau beim Aufblinken von 51 Prozent der Stimmen am Sonntag Abend im Traunsteiner Rathaus kurz nach 18.00 Uhr gesagt, dass dies wohl ein Testbild sei, nicht aber das tatsächliche momentane Zwischenergebnis. „103 Stimmen Vorsprung am Ende, das hat mich fast umgehauen“ sagte der Oberbürgermeister, dessen Freude sich im Anschluss an den Wahlerfolg in einer spontanen Umarmungsaktion von vielen der ins Rathaus gekommenen Bürger, aber auch politischer Weggefährten und Mitbewerber entlud. Gleichzeitig sei ihm Tage später schnell bewusst geworden, dass es ein Unterschied sei, ob man Kandidat für ein Amt sei, oder dann auch wirklich gewählt worden sei. „Aber ich habe keine Angst vor dem Amt“ betonte das Stadtoberhaupt selbstbewusst.

Keine Schonzeit

Dass er als neu gewählter Oberbürgermeister keine „Schonfrist“ bekomme, wurde für ihn dann sehr schnell klar, als 14 Tage nach seinem Dienstantritt das geplante Hotelprojekt auf dem TVT-Gelände im Stadtteil Au mit der Investorengruppe zur Sprache kam. Seine ablehnende Haltung für ein Hotel an dieser exponierten Fläche habe die Investoren dann in dem Gespräch bewogen, die Projektüberlegungen an dem nun als möglichen Salinenpark gehandelten Platz zu beenden. Mit dem aktuellen Thema war dann auch die Runde der aktuellen Diskussionsthemen bei dem Pressegespräch am Dienstag eingeläutet. Und so kamen sowohl die angebotene Millionenspende des Fördervereins Alt-Traunstein wie auch die Bewerbung um die Landesgartenschau 2022 und die immer wieder aufkommende Kritik an zu wenig Radwegen in die Stadtmitte – hier wurden exemplarisch die Straßen Wolkersdorfer-, Herzog-Friedrich- und Äußere Rosenheimer Straße genannt – zur Sprache. Auch Themen wie eine verstärkte Bürgerbeteiligung oder auch die aktuellen Planungen und Überlegungen zur Güterhalle, die am Donnerstag Tagesordnungspunkt in der öffentlichen Sitzung des Traunsteiner Stadtrates sind, kamen zur Sprache.

Lob für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung

Eine Lanze brach er für die gute Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern in der Stadtverwaltung, die er als „lauter Profis“ titulierte. Gerade er als Seiteneinsteiger sei auf die Mitarbeiter angewiesen. „Für mich ist die Zusammenarbeit perfekt“ so Kegel, der sich als „Teamplayer“ sieht. Zu seinen kurz- bis mittelfristigen Zielen befragt nannte er vor allem auch die Themenbereiche Jugend, aber auch den Austausch zwischen Alt und Jung. Daneben warb er dafür, dass man im Dialog miteinander, aber auch in den Entscheidungsgremien immer wieder nach Kompromissen suchen müsse, wie er am Beispiel von Gewerbean- und -umsiedlungen exemplarisch deutlich machte.

awi

Quelle: chiemgau24.de

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