Aus dem Landgericht

Mordprozess: Nachbar hörte Hilfeschreie

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Der Beschuldigte.
  • schließen

Traunstein - Ein 25-jähriger Niedersachse muss sich derzeit vor Gericht verantworten. Er soll einen Rentner aus Traunreut brutal ermordet haben. Die ersten Zeugenaussagen:

UPDATE 11.04 Uhr: Weitere Zeugen bringen keine neuen Erkenntnisse

Am Vormittag machten weitere Zeugen ihre Aussage bei Gericht. Darunter eine Friseurin, die dem 25-Jährigen einmal die Haare geschnitten hat, zwei ehemalige Sicherheitsbeamte der Traunpassage und eine Verkäuferin. Doch keiner der Zeugen konnte nähere Angaben zum Tatzeitpunkt, dem Opfer oder dem Beschuldigten machen.

Damit ist die Berichterstattung aus dem Gericht für heute beendet.

UPDATE 10.32 Uhr: Nachbar hörte Schreie

Ein Nachbar, der über dem Opfer gewohnt hat, sagte am Vormittag aus. Er will Hilfeschreie aus der Wohnung des 61-Jährigen gehört haben. An welchem Tag genau, wisse er aber nicht mehr. Es sei entweder am Montag, Dienstag oder Donnerstag - bevor die Leiche gefunden wurde - gewesen. Anschließend habe er Schritte durchs Treppenhaus gehört: "Danach war es ruhig".

UPDATE 10.09 Uhr: Zeugin belastet Angeklagten

Eine 23-jährige Bekannte des Opfers machte am Vormittag ihre Aussage. Sie sei sicher, den 61-Jährigen mit dem Beschuldigten, am Donnerstag (15. Mai 2014), noch gesehen zu haben. "Sie standen zusammen an den Mülltonnen bei der Traunpassage." Das Prekäre: An diesem Tag war der Beschuldigte von Beamten in Norddeutschland wegen eines Fahrraddiebstahls vernommen worden. Ebenfalls an diesem Donnerstag will ein Nachbar auch einen großen Fleck - "ich weiß nicht, ob es Blut oder Kaffee war" - vor der Wohnung des Opfers gesehen haben. Zwei Tage später wurde die Leiche des Rentners gefunden.

Fortsetzung im Mordprozess:

Ein 25-jähriger Mann aus Niedersachsen muss sich derzeit vor dem Traunsteiner Landgericht verantworten. Er soll 2014 einen 61-jährigen Traunreuter in dessen Wohnung brutal ermordet haben. Erst einige Tage nach der Tat hatte eine Nachbarin den strengen Geruch im Haus wahrgenommen und die Behörden informiert. Der Niedersachse, der vorher bereits einige Zeit bei dem 61-Jährigen gewohnt hat, geriet rund zwei Monate später ins Visier der Ermittler und konnte schließlich am 30. Juli festgenommen werden.

Seit September ist der 25-Jährige, der an einer schizophrenen Störung leidet, in einer Psychiatrie untergebracht. Seine Steuerungsfähigkeit soll zur Tatzeit zumindest eingeschränkt gewesen sein - davon geht die Staatsanwaltschaft aus. Sollte er verurteilt werden, könnte ihm ein dauerhafter Aufenthalt in einer Psychiatrie blühen.

Der 25-jährige selbst wollte bislang keine Angaben zu den Tatvorwürfen machen und schwieg auch am ersten Verhandlungstag. Sein Verteidiger Axel Kampf beantragte zudem, die Vernehmungs-Protokolle des Beschuldigten ausschließen zu lassen.

Der Antrag wurde am zweiten Verhandlungstag allerdings abgelehnt. Wie der Vorsitzende Richter Erich Fuchs erklärte, sei der Beschuldigte korrekt belehrt worden und die Dauer der Vernehmungen habe ihn nicht in seinem Willen beeinträchtigt.

Am dritten Prozesstag versuchte das Gericht den Todeszeitpunkt näher einzugrenzen. Doch auch die Befragungen der Einsatzkräfte lieferten dafür keine Hinweise.

An diesem Dienstag wird der Prozess nun fortgesetzt. Chiemgau24.de ist vor Ort und berichtet aktuell aus dem Gerichtssaal.

Quelle: chiemgau24.de

Zurück zur Übersicht: Traunstein

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser