Untreue-Prozess am Landgericht Traunstein

Mitarbeiterinnen der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling verurteilt

Traunstein/Landkreis Rosenheim - Am Dienstag, 13. Oktober, mussten sich zwei Mitarbeiterinnen der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling wegen Untreue vor dem Landgericht Traustein verantworten.

Die Sechste Strafkammer am Landgericht Traunstein mit Vorsitzender Richterin Jacqueline Aßbichler verhängte am 13. Oktober gegen zwei 31 und 34 Jahre alte Ex-Mitarbeiterinnen der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling jeweils Freiheitsstrafen mit zweijähriger Bewährung und dazu noch Geldstrafen. Die beiden Damen aus dem Landkreis Rosenheim saßen in Traunstein wegen Untreue in über 30 Fällen auf der Anklagebank.


Mitarbeiterinnen der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling verurteilt

Es ging um einen Schaden von insgesamt mehr als einer Million Euro. Beide Frauen zeigten sich vor Gericht voll geständig im Sinn der Anklage. Ein ominöser „Rechtsanwalt“ aus München stand Geringverdienern aus Südosteuropa bei, um bei der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling an Geld zu kommen. Dabei wurde die Leichtgläubigkeit der Bankangestellten ausgenutzt, die die Kredite ohne Prüfung ausreichten und dafür teils Boni bekamen


Der besagte „Rechtsanwalt“ sei den Mitarbeiterinnen von Vorgesetzten als „Vertrauensperson“ dargestellt worden. Besonders umsatzstarke Filialen seien auch hervorgehoben worden: „Das hat das Ausreichen von Krediten gefördert.“ Die 31-Jährige Angeklagte sagte aus, dass sie ihn wirklich für einen Anwalt gehalten habe. „Er hatte mein absolutes Vertrauen.“ Ähnlich äußerte sich die 34-Jährige.

„An der Grenze von Fahrlässigkeit zu bedingtem Vorsatz“

Staatsanwalt Hans-Martin Neidhardt umriss das System als „Zusammenwirken aller Beteiligter“. Dass die Angeklagten „blauäugig vertraut“ hätten, sei „an der Grenze von Fahrlässigkeit zu bedingtem Vorsatz“. Der Vermögensschaden sei immens. „ Die Angeklagten haben mehr als ein Auge der beruflichen Pflicht zugemacht, um die Karriereleiter hochzuklettern“, so der Staatsanwalt

Die 31-Jährige erhielt ein Jahr elf Monate mit Bewährung sowie eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 15 Euro, somit von 2 700 Euro. Die 34-Jährige bekam zwei Monate weniger Bewährungsstrafe und eine Geldstrafe von 160 Tagessätzen zu je 20 Euro, insgesamt 3 200 Euro.  

Rubriklistenbild: © Bernd Weissbrod/dpa

Kommentare