Prozess gegen 38-jährigen Traunreuter

Messerstiche wegen zehn Euro: Angeklagte und Opfer sagten aus

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Traunstein/Traunreut - Auf offener Straße soll in Traunreut ein Mann niedergestochen und zusammengeschlagen worden sein - der Hintergrund: zehn Euro Schulden. Am ersten Prozesstag klärte sich viel auf.

Ein Traunreuter Pärchen, er 38 Jahre alt, sie 41, stand am Montag angeklagt vor dem Traunsteiner Landgericht. Im Februar 2017 soll der Mann einen heute 45-Jährigen auf offener Straße mit Messerstichen schwer verletzt haben, dazu soll es Schläge mit einer Duschstange gesetzt haben. Zehn Euro Schulden aus einem Drogengeschäft waren der Hintergrund.

Traunreuter Pärchen ist geständig

In den Kernpunkten bestätigte sich am ersten Prozesstag die Anklage: Das Traunreuter Pärchen war geständig - offen blieben nur Details am Rande, wie der Traunreuter Anzeiger berichtet. Ging es vielleicht um einen höheren Geldbetrag? Und war das Opfer mit einem Hammer bewaffnet? Doch auf Nachfrage von Richter Erich Fuchs verneinte der Angeklagte eine Notwehrlage, so der Traunreuter Anzeiger.

"Sie sind mit Messern dagestanden. Dann weiß ich nur noch von dem Krankenwagen", so der 45-Jährige laut Zeitung am Montag vor Gericht. Er hat den Angriff vom 25. Februar 2017 relativ gut überstanden, hat nur manchmal Probleme beim Atmen und braucht jetzt eine Lesebrille.

Rippe mit Messer durchtrennt

Das Treffen im Traunreuter Norden begann wohl gleich mit einem Schlag mit der Duschstange gegen den Kopf des Opfers - dann fielen auch schon Drohungen. In der anschließenden Rauferei stach der Angeklagte dann mit einem Messer mit einer Klingenlänge von 20 Zentimeter zu: Zwei Schnitte am Hinterkopf und vor allem einen Stich in den Brustkorb erlitt das Opfer dabei - eine durchtrennte Rippe und eine Lungenöffnung waren die Folge

Weitere gezielte Messerstiche konnte der 45-Jährige nur mit den Händen abwehren. Obwohl der Mann längst am Kopf blutete, habe es danach noch weitere Schläge gesetzt. Für den 45-Jährigen habe in diesem Moment zumindest eine "abstrakte Lebensgefahr" bestanden, so die Staatsanwaltschaft Ein Bekannter des Opfers sei derweil von der angeklagten Frau mit einem Messer in Schach gehalten worden.

Urteil am 15. Januar

Ein Urteil soll am kommenden Montag, den 15. Januar, fallen. Der 38-jährige Traunreuter ist angeklagt wegen gefährlicher Körperverletzung, die 41-Jährige wegen Hilfeleistung zu einer gefährlichen Körperverletzung und versuchter gefährlicher Körperverletzung.

xe

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © Fotomontage dpa

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