Abschluss der Baumaßnahme im April

Nach Hochwasser 2013: Uferschutz plus Ökologie an der Salzach

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Mit den ingenieurbiologischen Böschungssicherungen entstanden abwechslungsreiche und ökologisch hochwertige Strukturen am Ufer.

Laufen - Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein stellt die ökologische Sicherung des Salzachufers bei Triebenbach fertig. dabei kamen möglichst natürliche Mittel der Böschungssicherung zum Einsatz.

Beim Hochwasser 2013 verbreiterte die Salzach ihr Flussbett um rund 20 Meter. Die steilen Uferanbrüche brachten den Uferweg zwischen Surmündung und Laufen in Gefahr. Zwischen Februar 2016 und April 2018 – jeweils in den abflussarmen Wintermonaten – sicherte die für die Salzach zuständige Flussmeisterstelle des Wasserwirtschaftsamts Traunstein die Böschung in naturnaher Bauweise. Flussmeister Andreas Philipp freut sich, dass jetzt die Arbeiten erfolgreich abgeschlossen wurden und der Uferweg wieder ungehindert nutzbar ist.

Ingenieurbiologische Bauweisen im Einsatz

Im Gegensatz zu massiven Ufersicherungen mit schweren Wasserbausteinen verhindern dabei l ebende Gehölze und Elemente aus totem Holz (z.B. Wurzelstöcke und natürliches Schwemmholz) den Uferabtrag. 

Dies ist ökologischer, weil Tiere und Pflanzen gute Lebensbedingungen finden und sich die Lebensräume zwischen Wasser und Land besser vernetzen. Da die ingenieurbiologischen Bauweisen extremen Belastungen nicht mit letzter Sicherheit standhalten, wurden sie im Bereich des Böschungsfußes mit unregelmäßigen Spornen aus Wasserbausteinen und Wurzelstöcken, die vom Ufer aus in den Fluss hineinragen, kombiniert.

Die Steine liegen so tief, dass die Sporne bereits bei mittleren Abflüssen vollständig über- strömt werden. Durch die Anordnung und Form der Einbauten wird die Strömung vom Ufer abgelenkt, so dass sich die Angriffskräfte auf die Böschung bei Hochwasser verringern. 

Natur profitiert von Investition

Die Baumaßnahme war im Vorfeld mit allen betroffenen Behörden und Verbänden in Bayern und Salzburg sowie der Stadt Laufen abgestimmt. Die Kosten beliefen sich insgesamt auf rund 300.000 Euro. Sie werden als Teil der Salzachsanierung von Bayern und Österreich je zur Hälfte getragen. 

Eine „klassische“, also massive Steinsicherung der Böschung wäre deutlich teurer gekommen und wäre außerdem ein Rückschritt auf dem Weg zu einer naturnäheren Salzach. So hingegen tragen die umgesetzten Maßnahmen wirksam dazu bei, die Vielfalt an Gewässerstrukturen und Strömungsverhältnissen zu erhöhen. 

Davon profitieren die Lebensgemeinschaften am und im Wasser, insbesondere die salzachtypischen Fischarten. Zum Abschluss der Maßnahme hat die Flussmeisterstelle die oberen Böschungsbereiche mit einer Blumenwiesenmischung aus regionaler Herkunft eingesät und mehrere Flächen in der Böschung so gestaltet, dass sie die Besucher der Salzach zum Verweilen einladen – sofern die Wasserstände es zulassen. Derzeit ist der Wasserstand der Salzach aufgrund der Schneeschmelze so hoch, dass die neuen Strukturen kaum sichtbar sind.

Pressemitteilung Wasserwirtschaftsamt Traunstein

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