Allein seit März kamen 900.000 Euro dazu

Klosterkirche: Jetzt überspringen die Kosten eine richtig hohe Hürde

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Der marode Dachstuhl stellte sich zuletzt als größter unvorhergesehener Kostentreiber heraus.
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Traunstein - Die Kosten steigen weiter und die Debatte reißt nicht ab: Sanierung und Ausbau der Klosterkirche kosten aktuell 10,3 Millionen Euro - und das Ende ist noch nicht erreicht.

Die neuesten Zahlen liegen vor: 10,3 Millionen Euro kostete die Sanierung der Klosterkirche bis Anfang Mai. Allein seit im März die letzte Zwischenbilanz gezogen wurde kamen also wieder 900.000 Euro hinzu. Am Donnerstag wurde dem Stadtrat auch eine Prognose präsentiert, wie teuer das Projekt werden könnte, wenn alles fertig ist: 10.803.446,90 Euro.

Anteil der Stadt knapp die Hälfte

Der Anteil der Stadt wird bei rund 47 Prozent der Gesamtkosten liegen - 5,1 Millionen Euro. Der Rest stammt aus staatlichen Fördermitteln, aber auch der Kulturförderverein ARTS spendete schon rund 300.000 Euro. "Es kamen während des Baufortschritts Dinge zum Vorschein, die nicht abzusehen waren", erklärte Oberbürgermeister Christian Kegel die Kostensteigerungen. Als der Stadtrat 2011 das Projekt in die Wege leitete, ging man von 4,5 Millionen Euro an Kosten aus.

Fotos: Baustellenrundgang an der Klosterkirche (September 2017)

Einer der größten Kostentreiber ist der kaputte Dachstuhl im Turm. Stadträtin Mörtl-Körner munkelte gar, dass der Dachstuhl den nächsten Winter bei entsprechender Schneelast nicht mehr durchgehalten hätte. Dementsprechend werden auch die Sanierungsarbeiten am Dachgebälk länger dauern als geplant, voraussichtlich noch bis November. Auch gefundene Schadstoffe, zusätzliche Risssanierungen und neue Wünsche (Beleuchtung, bessere Ausstattung) trieben die Kosten nach oben. Außerdem sind die Handwerksfirmen momentan so gut ausgelastet, dass es bei einzelnen Ausschreibungen oft nur wenig Konkurrenz gab.

"Viele beneiden uns, aber hier wird nur gejammert"

Lesen Sie außerdem: Was bei den Bauarbeiten schon alles gefunden wurde

"Ich habe das Gefühl, wir kommen hier zu keinem Endpunkt. Es muss endlich eine Deckelung her", forderte CSU-Fraktionssprecher Christian Hümmer erneut. Wilfried Schott (Grüne) fühlte sich angesichts der Kostensteigerung von 900.000 Euro in zwei Monaten "fast hintergangen". Gegen die jüngsten Nachträge bei den Kosten für die Handwerker stimmten am Donnerstag schließlich nur Christian Hümmer, Isabelle Thaler und Stefan Namberger. 

Vor allem Traudl Wiesholler-Niederlöhner gab Kontra: "So viele Kommunen beneiden uns um die Klosterkirche, aber hier wird nur gejammert. Irgendwann muss es doch mal gut sein." Auch OB Kegel verwies abermals auf den "großen Wert", den die Klosterkirche für Traunstein habe und haben werde. 

Pflaster statt Asphalt auf Abschnitt der Ludwigstraße?

Das Gebäudeensemble soll bis Ende des Jahres fertiggestellt sein. Die Bauarbeiten für die Freianlagen sollen im September mit dem Pausen- und Klosterhof beginnen. Die Arbeiten im südlichen Vorbereich inklusive der Ludwigstraße folgen dann über den Sommer 2019. Die Stadt hat hier vor, den Abschnitt der Ludwigstraße vor der Klosterkirche zu pflastern. Stadtrat Josef Kaiser warnte davor eindringlich: "Bei dieser Verkehrsbelastung kann ich nur abraten", Pflaster müsse wesentlich schneller saniert werden als Asphalt. Ausgeschrieben sind die Pflasterarbeiten noch nicht, Oberbürgermeister Kegel versprach aber, die Pflasterung nochmals auf den Prüfstand zu stellen.

Künftiger Blick von der Ludwig-Thoma-Schule in den Pausenhof.

Die Klosterkirche, 1690 errichtet und in 1978 entweiht, soll zu einem Kultur- und Kunstzentrum von überregionaler Bedeutung ausgebaut werden. Sie soll künftig nicht nur barrierefrei sein, sondern auch ganzjährig für Ausstellungen, Konzerte oder Theater genutzt werden können. Ein Konzept dafür gibt es noch nicht. Zusätzlich zur Sanierung ist unter anderem der Anbau eines eingeschoßigen Foyers und die Schaffung eines Untergeschoßes für Garderoben, Toiletten und Technikräume geplant. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

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