Landkreis: Immer mehr depressive Jugendliche

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Immer mehr depressive Jugendliche im Landkreis Traunstein.

Traunstein - Die Zahl der depressiven Kinder und Jugendlichen im Landkreis Traunstein ist in den vergangenen Jahren alarmierend angestiegen. Ein Experte verrät die Gründe:

Immer mehr depressive Kinder und Jugendliche aus dem Landkreis Traunstein landen im Krankenhaus. Innerhalb von zwölf Jahren ist die Zahl der stationären Behandlungen von Patienten zwischen 10 und 19 Jahren um das Vierfache gestiegen. Das gab jetzt die DAK-Gesundheit Traunstein bekannt und bezieht sich damit auf aktuelle Daten des Statistischen Landesamtes in Bayern. Als eine der Hauptursachen für den Anstieg sehen Experten eine größere Sensibilität in der Bevölkerung für seelische Leiden.

Im Jahr 2000 zählten die örtlichen Krankenhäuser nur sechs Fälle unter den 10- bis 19-Jährigen, 2012 dagegen schon 26 Fälle. Damit liegt der Anstieg im Landkreis Traunstein unter der Zunahme auf Landesebene, wo die Zahlen im gleichen Zeitraum fast um das Sechsfache angestiegen sind. Wie landesweit in Bayern gab es auch im Landkreis Traunstein mehr weibliche als männliche Betroffene: 15 Mädchen und junge Frauen wurden stationär behandelt, aber nur elf Jungen und junge Männer.

Steigender Leistungsdruck setzt Jugendlichen zu

Für den kontinuierlichen Anstieg nennen Experten verschiedene Gründe, unter anderem eine verbesserte Diagnostik. Zudem lässt sich ein veränderter gesellschaftlicher Umgang mit Depressionen feststellen. "Heute ist es kein Makel mehr, wenn jemand an einer Depression erkrankt", sagt Michael Schneider, Chef der DAK-Gesundheit in Traunstein. Als weiteren Grund für die massiven Zuwachsraten sehen Experten den steigenden Leistungsdruck. "Die schulischen Belastungen haben stark zugenommen", erklärt Schneider. Keine stichhaltige Erklärung gibt es für das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern. Fachleute vermuten, dass geschlechtsspezifische Rollenbilder Mädchen und junge Frauen stärker belasten als männliche Altersgenossen.

Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen

Nach Einschätzung von Medizinern werden Depressionen im Kindes- und Jugendalter noch immer zu oft übersehen. "Häufig tut man sie als pubertäres Stimmungstief ab", so Schneider. Doch vielfach verbirgt sich dahinter eine behandlungsbedürftige Krankheit, von der im Durchschnitt jeder 20. Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr betroffen ist. Eine Depression kann wenige Wochen, aber auch mehrere Jahre dauern. Typische Merkmale sind extreme Stimmungsschwankungen, vermindertes Selbstvertrauen, Konzentrationsprobleme und Schlafstörungen. Die meisten Fälle werden ambulant behandelt. Nur bei gravierenden Indikationen wie Suizidgefahr raten Fachleute zu einem Klinikaufenthalt.

Pressemitteilung DAK - Gesundheit

Quelle: chiemgau24.de

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