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30-Jähriger wegen Vergewaltigung vor Gericht

Rosenheimerin schildert Gewalttaten: „Ich habe versucht, zu überleben“

  • Xaver Eichstädter
    VonXaver Eichstädter
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Rosenheim/Traunstein - Eine Frau aus Rosenheim soll Anfang Februar drei fürchterliche Tage erlebt haben: Ein Bekannter habe sie verprügelt, später vergewaltigt und sie darüber hinaus beklaut - der 30-Jährige steht jetzt vor dem Landgericht.

Update, 14.13 Uhr - Rosenheimerin schildert Gewalttaten: „Ich habe versucht, zu überleben“

Er warf mir vor, ich würde andere Männer in die Wohnung lassen und dann kam schon ein Schlag“, so schildert jetzt die Geschädigte den Beginn der angeklagten Taten am 7. Februar. Als die 43-Jährige den Gerichtssaal betritt, vergräbt der Angeklagte sein Gesicht in der Armbeuge. Die beiden hätten sich schon seit 2017 gekannt, eine Beziehung hätten sie aber nie geführt. Mit den ersten Schlägen sei der 43-Jährigen bewusst geworden, dass es ernst ist. Ihr ganzer Kopf sei geschwollen gewesen. Von mindestens zehn Schlägen berichtet sie, alleine an jenem Abend. Um sich zu wehren, habe sie den Angeklagten in den Bauch gebissen - „ich habe versucht, zu überleben.“ Schließlich habe sie ihm Folge geleistet und immer mehr Gin getrunken, nicht ohne sich später zu übergeben.
 
Am nächsten Morgen habe es nach dem Aufwachen wieder Schläge gesetzt. Ruhig, aber bestimmt erzählt die Rosenheimerin von ihrem Erlebten. Auch wie sie vergewaltigt wurde, muss sie dem Gericht kurz schildern. Später habe sie versucht, aus dem Badezimmerfenster zu flüchten: „Ich war schon mit einem Fuß und dem Kopf draußen, aber er hat es bemerkt, zog sich an und lief weg.“
 
„Warum haben Sie nicht gleich die Polizei gerufen“, fragt die Vorsitzende Richterin Jacqueline Aßbichler. Jetzt kommen der Frau die Tränen: „Ich habe mich geschämt. Ich wollte nicht, dass die Leute das mitbekommen. Wahrscheinlich hätte ich ihn nicht mal in meine Wohnung lassen sollen.“ Nun schauen sich die Prozessbeteiligten Fotos der Verletzungen im Gesicht an, die später von der Polizei gemacht wurden. „Ganz krass“, entfährt es der Richterin beim Anblick mancher Bilder. Auch eine Polizistin berichtet im Zeugenstand, dass ihr beim ersten Aufeinandertreffen mit der Frau die Hämatome im Gesicht gleich auffielen.
 
Bekannt wird außerdem, dass der Angeklagte die Vergewaltigung mit seinem Handy sogar filmte. Das Video liegt dem Gericht vor und soll am nächsten Verhandlungstag am Dienstag (21. September) gezeigt werden. Das Urteil könnte am 22. September fallen. Für heute wird der Prozess am Traunsteiner Landgericht beendet.

Update, 11.57 Uhr - Angeklagter (30) schildert alles ganz anders

Es lief alles ziemlich anders ab, als es in der Anklage der Staatsanwaltschaft heißt. So sieht es zumindest der Angeklagte mit seinem Anwalt Raphael Botor. Der 30-Jährige hätte sogar eine Beziehung zum mutmaßlichen Opfer geführt.

„Am Abend des 7. Februar hat er nur mit ihr Reden wollen“, so der Verteidiger. Der Angeklagte vermutete anderen, männlichen Besuch bei der Frau. Selbst äußert sich der Angeklagte nicht zu den Vorwürfen. Mit den Schlägen und dem Schubsen hätte dann die Frau begonnen - deshalb habe er mit der offenen Hand zurückgeschlagen.
 
Außerdem sei der Angeklagte von der Rosenheimerin am Bauch gebissen worden. Als die Frau die blutende Wunde sah, habe sie sich entschuldigt und den 30-Jährigen gefragt, ob er Sex mit ihr haben wolle - das lehnte er ab, so Verteidiger Botor. Auch am nächsten Morgen hätte die Frau immer wieder und offensiv nach Sex gefragt. Der Angeklagte sei nie auf die Angebote eingegangen.

„Das ist alles, woran ich mich erinnern kann. Ich war so betrunken“, so der Angeklagte auf Nachfrage der Vorsitzenden Richterin Jacqueline Aßbichler.

Nun wird die Geschädigte selbst vor dem Gericht erscheinen.  

Update, 10.04 Uhr - Mehrtägiges Martyrium in Rosenheim? Vergewaltigungs-Prozess hat begonnen

Der Prozess gegen einen 30-Jährigen am Landgericht Traunstein hat begonnen. Wegen besonders schwerer Vergewaltigung ist er unter anderem angeklagt. Was das mutmaßliche Opfer durchgemacht haben soll, hört sich wie ein mehrtägiges Martyrium an. Staatsanwalt Moritz Weinhart verliest die Anklageschrift, wodurch jetzt die Details bekannt werden, die dem Mann vorgeworfen werden.
 
Beide kannten sich, weil er ihr geschäftlich half und sie sich für eine bessere Bleibeperspektive des Angeklagten einsetzte. Am Abend des 7. Februar sei der Angeklagte dann vor der Wohnung der Frau in Rosenheim gestanden, wollte hinein. Widerwillig habe ihm die Frau geöffnet und ihm angeboten, auf der Couch schlafen zu können, so der Staatsanwalt. Der 30-Jährige habe ihr dann eifersüchtige Fragen gestellt und versucht, der Frau das Handy abzunehmen.
 
Als sie mit der Polizei drohte, habe es Schläge ins Gesicht gesetzt. „Als die Geschädigte den Ernst der Lage erkannte, flehte sie den Angeschuldigten an, er solle aufhören“, so Staatsanwalt Weinhart. Doch mit jeder weiteren Bitte habe der Angeklagte noch fester zugeschlagen. Später sei die Frau auch noch gezwungen worden, Gin zu trinken und ihr Handy zu entsperren. Nach weiteren Schlägen tat sie das, so die Anklage. Der Angeklagte habe dann Schlüssel und Handy an sich genommen, sodass die mutmaßlich Geschädigte nicht mehr fliehen konnte und schließlich einschlief. 

Der nächste Morgen. „Wegen der Schwellungen im Augenbereich, konnte die Geschädigten beinahe nichts mehr sehen“, verliest der Staatsanwalt. Trotzdem habe es bald wieder Schläge des Angeklagten gesetzt und schließlich sei die Frau ungeschützt vergewaltigt worden. Ihren Fluchtversuch durchs Badezimmerfenster nach der Gewalttat habe die Frau wieder abgebrochen, weil der 30-Jährige es bemerkt habe. Erst, als sie drohte, so laut zu schreien, dass die Nachbarn es hörten, sei der Angeklagte aus der Wohnung verschwunden.

Doch damit sei die Geschichte noch immer nicht zu Ende gewesen, denn am Tag darauf, dem Morgen des 9. Februar, habe ihr der Angeklagte dann vor der Wohnung in der Rosenheimer Innenstadt aufgelauert. Wieder sei es zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen. Als eine Nachbarin das bemerkte, habe sie auf Bitten der Geschädigten die Polizei gerufen.

Seit dem 10. Februar sitzt der Mann nun in München in Untersuchungshaft. Jetzt wird ihm der Prozess am Traunsteiner Landgericht gemacht. Doch welche Version wird er präsentieren?

Vorbericht: Frau aus Rosenheim vergewaltigt, verprügelt und bestohlen?

Die mutmaßlich Geschädigte kannte den Mann zwar schon einige Zeit, doch am Abend des 7. Februar sei alles eskaliert, wie es die Staatsanwaltschaft beschreibt. Nur widerwillig habe die Frau den Angeklagten in ihre Wohnung in Rosenheim gelassen. Später habe sie dem 30-Jährigen dann mit der Polizei gedroht, falls sie nicht in Ruhe gelassen werde. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft habe es dann Schläge, unter anderem gegen den Kopf, gesetzt. Darüber hinaus habe ihr der Mann Wohnungsschlüssel und Handy abgenommen.

Vergewaltigung in Rosenheim? Prozess am Landgericht

Am nächsten Morgen, die beiden befanden sich noch immer in der Rosenheimer Wohnung, kam es laut Staatsanwaltschaft dann zu einer brutalen Vergewaltigung. Danach habe sich der 30-Jährige aus dem Staub gemacht doch der Frau einen Tag später, am 9. Februar, vor der Wohnung aufgelauert. Wieder sei es zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen. Eine Nachbarin verständigte schließlich die Polizei. Die Anklage lautet auf besonders schwere Vergewaltigung, Nötigung, Freiheitsberaubung und Raub.

Der Prozess gegen den Mann beginnt am Donnerstag (16. September) um 9 Uhr am Landgericht in Traunstein. Es sind mehrere Verhandlungstage angesetzt. rosenheim24.de berichtet aktuell aus dem Gericht.

xe

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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