Eine Traunsteiner Fußgängerbrücke in Afrika

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Afrikanische Arbeiter auf einem rutschigen Lehmpfad.

Traunstein - Traunsteiner Fachkräfte sind nach Ostafrika gereist, um dort eine Fußgängerbrücke zu bauen. Dabei gingen sie an ihre Grenzen.

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Der Aktionskreis Ostafrika (AKO) baut eine Fußgängerbrücke in der Schlucht des Karanga Flusses am Kilimanjaro. Die deutschen Fachkräfte Adolf Rudolf und Ruppert Eichner und Vorstand Hans Siemer sind pünktlich dazu auf eigene Kosten angereist, aber die vertraglich zugesagte Anlieferung der notwendigen Container blieb aus.

Um das Kibosho Krankenhaus und die Grundschulen auf einem der Lavarücken des Kilimanjaro zu Fuß zu erreichen, sind die Menschen auf den weiter westlich davon gelegenen Dörfern gezwungen, den Karanga Fluss mit Sprüngen von Stein zu Stein zu überqueren. In den alljährlichen Regenzeiten steigt der Fluss an und eine Querung ist nur auf Umwegen bis zu 6,5 Kilometer Länge möglich.

Dies hat zur Folge, dass schwangere Frauen auf diesem dann lehmigen und morastigen Weg ihr Kind ohne Hilfe gebären müssen und oft dabei im Regen beide Leben verlieren. Auch viele Grundschüler kommen meist viel zu spät oder nicht in die Schule, von den auch nicht möglichen Krankentransporten auf der Tragbahre in das Hospital ganz abzusehen. Ein Brückenbau, den Mitglieder der anliegenden westlichen Gemeinde Maoa starteten, hielt den Anforderungen nicht stand und zerbrach. Der Bürgermeister erbat daraufhin 2010 die Unterstützung des Aktionskreis Ostafrika, der dort den Auf- und Ausbau des Kibosho Hospitales kontinuierlich vorantreibt.

Der Vorstand stimmte diesem Projektantrag zu und die gesamte 36 Meter lange Stahl-Alu-Konstruktion wurde noch 2010 unter Leitung von Vorstand Hans Siemer in Seiboldsdorf abgebaut und per Container in zwei Ladungen inclusive Seilbahn für den Lastentransport auf den Weg gebracht. Der Arbeitsbeginn für den Bau der Fundamente und Widerlager der 36 Meter langen Seilhängebrücke war ab 3. Oktober geplant.

Bilder vom abenteuerlichem Brückenbau

Pünktlich konnte aber nicht mit dem Bau begonnen werden: Man hatte in Malaysia die Container nicht auf die gebuchten und zugesagten Küstenschiffe geladen, sondern auf zwei Boote, die erst Ende Oktober Mombasa erreichten. Dann musste, mangels Lastenseilbahn, mit Muskelkraft und oft unglaublichen Anstrengungen ca. 115 Tonnen Baumaterial bei teilweise strömenden Regen auf steilem schmierigem Pfad in die 75 Meter tiefe Schlucht getragen werden.

Mehr als 20 Männer und Frauen übernahmen diese heillose Schinderei, weitere 20 halfen beim Aushub und Betonieren am Fluss. Eine kleine Behelfsbrücke ermöglichte den Transport des Baumateriales auf die westliche Uferseite. Nach weiteren heftigen, um diese Zeit völlig abnormalen Regenfällen, verschwand diese in den Fluten des Karanga.

Unverzagt jedoch arbeiteten die beiden AKO-Fachleute mit ihren 46 Helfern weiter an dem Projekt, das noch in 2011 zum guten Abschluss gebracht werden soll.

kaf

Quelle: chiemgau24.de

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