Wegen Misshandlung und Missbrauch der eigenen Kinder verurteilt

Urteil gegen Pollinger Eltern gefallen

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Traunstein/Polling: Das Ehepaar aus Polling: Beide Angeklagte hatten ein vollumfängliches Geständnis im Sinne der Anklage abgegeben: Kinder misshandelt und missbraucht. Am Mittwoch soll das Urteil verkündet werden.

UPDATE, 9.20 Uhr: Das Urteil ist gefallen

Der Vater der Kinder muss für drei Jahre und neun Monate ins Gefängnis, die Mutter bekommt eine Haftstrafe auf Bewährung von anderthalb Jahren. Die beiden nehmen das Urteil ruhig hin, hören dem Richter aufmerksam zu.

Schuldig sind sie beide wegen dem Missbrauch von Schutzbefohlenen und gefährlicher Körperverletzung in vier Fällen. Beim Vater kommt schwerer sexueller Missbrauch und sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen hinzu, so der vorsitzende Richter Weidmann.

Für die Mutter gilt eine Bewährungszeit von drei Jahren: Währenddessen muss jeder Arbeitsplatz- oder Wohnortwechsel mit der Bewährungshilfe abgesprochen werden, sie muss sich um einen Arbeitsplatz bemühen und einmal monatlich Kontakt mit der Bewährungshilfe aufnehmen. "Das ist kein Thema", so die Angeklagte einsichtig.

"Die Kinder leben inzwischen in Pflegefamilien, wo es ihnen sehr gut geht", so Richter Weidmann. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Verteidigung und Staatsanwaltschaft können binnen einer Woche Revision beantragen.

Vorbericht:

Nach zwei Rechtsgesprächen stand im Rahmen der dreitägigen Hauptverhandlung das Strafmaß für den „Hauptangeklagten“ fest: Es geht von drei Jahren und sechs Monaten bis hin zu vier Jahren Haft für ihn wegen schwerem sexuellen Missbrauchs von einem der vier gemeinsamen Kinder von ihm und seiner heutigen Frau. Diese mögliche Gesamtstrafe von vier Jahren Freiheitsentzug begründete die Staatsanwältin am Dienstag in ihrem Plädoyer mit den weiteren Vergehen, benannt als Misshandlung und schwere Körperverletzung. Der Mann hatte am zweiten von vier angesetzten Prozesstagen ein vollumfängliches Geständnis im Sinne der Anklage abgelegt. Demnach hat er seine vier Kinder schwer misshandelt und den ältesten seiner zwei Söhne schwer sexuell missbraucht.

Das zu erwartende Strafmaß für die Frau:

Für die Angeklagte hatte die Staatsanwältin eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten gefordert. Deren Verteidigerin machte daraufhin deutlich, warum sie ein Jahr und drei Monate für angemessen hält. Beide Anträge haben die Aussetzung der Strafe zur Bewährung im Sinn. Es sei nicht nur durch die Erklärung der Angeklagten erwiesen, dass sie sich mitschuldig gemacht hatte in punkto Misshandlung und den Verstoß gegen die Fürsorgepflicht von Schutzbefohlenen, so die Staatsanwältin. Gestützt werde diese Forderung durch die Aussagen im Verlauf des Prozesses. Die Verteidigerin führte aus, warum sie eine Bewährungsstrafe mit fünf Monaten weniger für angemessen hält im Sinne ihrer Mandantin.

Die Kinder mussten nicht noch einmal vor Gericht aussagen

Dass in diesem Prozess viel Unangenehmes, schwer zu Verarbeitendes für alle direkt beteiligten zu Tage getreten ist, dürfte wohl unbestritten sein, allein schon von wegen der Umstände, in denen die Kinder im Tatzeitraum ganz offenbar haben leben mussten bis hin zu den Gräueltaten von hauptsächlich dem Vater aber auch der Mutter der vier Kinder. Beide Angeklagte haben aber schließlich eingesehen, dass es besser für die Kinder ist, wenn sie nicht noch einmal dazu aussagen müssen. Zu spät und berechnend oder zumindest erfolgt aber aufrichtig? Das sehen Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung freilich unterschiedlich. Fakt ist, dass beide die ihnen vorgeworfenen Taten zugegeben haben.

Tränen statt letzter Worte

Das letzte Wort nach den Plädoyers haben bekannter Maßen immer die Angeklagten. Beide haben sich entschuldigt. Die Angeklagte brach in Tränen aus. "Ich kann nicht mehr." Das Gericht hat sich am Dienstag zur Urteilsverkündung auf Mittwoch vertagt. chiemgau24.de berichtet aus dem Gerichtssaal.

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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