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Für Neuwahl fanden sich nur noch zwei Kandidaten

„Die Luft ist raus“: Fast kein Interesse - Traunsteiner Jugendbeirat wird auf Eis gelegt

Der noch amtierende Jugendbeirat der Stadt Traunstein
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Der noch amtierende Jugendbeirat der Stadt Traunstein bei seiner Konstituierung im Januar 2020. Unser Foto zeigt von links den Jugendreferent des Stadtrats, Thomas Stadler, Sabrina Ober, Simon Kleinert, Chiara Schlonski, Rion Llapashtica, Michelle Fritz, Kilian Laskowski und den damaligen Oberbürgermeister Christian Kegel.

Die Wahlbeteiligung war von Anfang an niedrig und sank immer weiter, zuletzt fanden sich dann kaum noch Kandidaten, die sich überhaupt zur Wahl stellen wollten: der Traunsteiner Jugendbeirat steckt in einer tiefen Krise - wie soll mit dem Gremium künftig umgegangen werden?

Traunstein - „Die Luft ist raus“ - dieses harte Urteil fällte in der Stadtratssitzung am Donnerstag (25. November) selbst jemand, der dem Jugendbeirat immer eng verbunden war: Jugendreferent Thomas Stadler (Grüne). Der Traunsteiner Jugendbeirat steckt in einer tiefen Krise. Im Herbst sollte er neu gewählt werden, aber für das zwölfköpfige Gremium fanden sich gerade mal zwei Bewerber. „Da macht es keinen Sinn, eine Wahl durchzuführen oder einen Jugendbeirat mit nur zwei Personen zu besetzen“, befand auch Oberbürgermeister Christian Hümmer (CSU).

Kaum Beteiligung: Jugendbeirat Traunstein wird auf Eis gelegt

Im Traunsteiner Stadtrat herrschte großes Rätselraten, woran das geringe Interesse liegen kann. Zwei Erklärungsansätze: Die Schulen bekamen von der Stadt zu wenig Zeit, um die Wahl zu bewerben und die Corona-Maßnahmen verhinderten zuletzt viele der Aktionen des Jugendbeirates. Ein geplantes Jugendfest fiel der Pandemie zum Opfer, eine Karaoke-Veranstaltung im Rahmen des „Kultsommers“ scheiterte an zu hohen Auflagen. „Da fühlt man sich natürlich eingebremst und frustriert“, so Stadler. Erst „nach Corona“ sieht er wieder Chancen für einen lebendigen Jugendbeirat, „denn Jugendliche brauchen Aktionen, die wollen was erleben und sind mit reiner Gremienarbeit nicht zu halten“.

OB Hümmer blickte zurück: Bei den ersten Jugendbeiratswahlen 2015 nahmen noch 11,5 Prozent der jungen Traunsteiner teil, 2017 dann gut zehn Prozent und 2019 nur noch 6,6 Prozent. Und schon bei den jüngsten Wahlen ließen sich nur mehr acht Kandidaten finden. „Der Jugendbeirat ist nicht mehr zeitgemäß, ein Modell von gestern“, so CSU-Stadträtin Isabelle Thaler. Ihr Standpunkt wurde aber bei weitem nicht von allen geteilt. „Demokratische Gremien sind immer zeitgemäß“, hielt Nils Bödeker (SPD) dagegen und für Denis Holl (Linke) ist der Jugendbeirat trotz allem „eine Errungenschaft in Traunstein“.

Neues Jugendforum als Zwischenlösung

Thalers Vorschlag, eine „neue Plattform“ zu schaffen - zumindest vorübergehend - wurde dann doch aufgegriffen. Im kommenden Jahr soll ein Jugendforum einberufen werden, in dem sich gemeinsam mit der Stadtjugendpflege und interessierten Jugendlichen über relevante Themen ausgetauscht wird. Gleichzeitig wird das Verfahren zur Besetzung des Jugendbeirates „ruhendgestellt“. Die Entscheidung im Stadtrat fiel einstimmig. „Wir werden das ausprobieren und uns später zusammensetzen und überlegen, wie es weitergeht“, so der Oberbürgermeister. Jugendreferent Stadler hoffte außerdem, dass mit dem neuen Jugendzentrum wieder mehr Schwung in die Jugendszene komme und regte an, die Jugend auch in die Planung des Kultsommers 2022 einzubinden.

Die Amtszeit des aktuellen Jugendbeirates wird also heuer zum 31. Dezember enden. Wahlberechtigt waren zuletzt immer alle Burschen und Mädchen mit Traunsteiner Hauptwohnsitz im Alter zwischen elf und 21 Jahren. 1913 Wahlberechtigte waren es bei den jüngsten Wahlen 2019. Als demokratisch legitimiertes Gremium sollte der Jugendbeirat die Interessen der Traunsteiner Jugendlichen vertreten und den Stadtrat in allen Belangen der Jugend überparteilich und neutral beraten.

xe

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