Beispiele aus Trostberg, Tittmoning und Freilassing

Debatte um Traunsteiner Schulspeisung: So machen es andere

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Traunstein - Wer kocht, woher wird angeliefert und wer entscheidet über den Speiseplan? Die Diskussion über die Mittagsbetreuung ist in Traunstein wieder in vollem Gange - doch wie machen es die Nachbarstädte?

Nach dem Aufreger um die Vergabe für die Schulspeisung im vorigen Jahr kocht die Diskussion in Traunstein momentan wieder hoch, denn ab 2018 soll ein "fachlich versiertes und spezialisiertes Beratungsunternehmen" alles regeln: die Qualitätsstandards in den Schulküchen und die Ausschreibung für einen externen Anbieter, der die zusätzlich nötigen Portionen liefert. 

Manche sehen hier eigentlich die Stadt selbst und deren Verwaltung in der Pflicht, andere verweisen auf die Wichtigkeit einer gesunden Ernährung in der Schulen und Kindergärten - und immerhin musste Oberbürgermeister Kegel im vergangenen Jahr wegen der Ausschreibung der Schulspeisung "bundesweit Prügel einstecken", wie er selbst betonte. 

Trostberg nutzt die AlzChem-Kantine - und kauft zu

In Trostberg nutzt man in diesem Zusammenhang den Standort als Industriestadt: "Voriges Jahr wurde ein Teil der Kantine bei AlzChem ausgebaut, mit dem Kantinenbetreiber wurde ein Vertrag abgeschlossen", so Armin Gois von der Trostberger Stadtverwaltung. 180 Schulkinder werden auf diesem Weg frisch bekocht. "Das Küchenteam wurde 2016 auf neue Füße gestellt. Es gibt immer zwei Essen zur Auswahl: ein sozusagen Konventionelles und dazu oft ein Vegetarisches", so Gois. Einmal wöchentlich können die Trostberger Schulkinder auf einem Plan auswählen und entscheiden, was es in der kommenden Woche zum Essen geben soll. 

Die städtischen Kindergärten werden in Trostberg bisher über die Kreisklinik beliefert, ab kommendem Jahr von einem privaten Anbieter aus der Region. Die Nachfrage sei aber nicht so groß. "In den Kindergärten wird nicht gekocht. Der private Anbieter liefert das Essen in Warmhaltebehälter, in den Kindergärten wird es dann nochmal erwärmt", so Gois: "Wenn es vor Ort keine Vollküche gibt ist es einfach immer so, dass man es nochmal erwärmen muss."

Tittmoning kocht nur frisch vor Ort

In Tittmoning geht es "nur" um täglich 60 bis 80 Portionen für die Schul- und Kindergartenkinder. Gekocht wird für alle täglich frisch im "Haus für Kinder", dort wurde eine kleine Mensa eingerichtet: "Dort wird auch der Speisenplan zusammengestellt, die Kinder können natürlich mitreden", so Tittmonings Geschäftsleiter Walter Schöberl. Um auf dem neuesten Stand bei dem sensiblen Thema zu bleiben besuchen die Köche regelmäßig Fortbildungen

Regionale Caterer in Freilassing

138 Kinder werden in den städtischen Einrichtungen in Freilassing täglich mit Mahlzeiten versorgt. Auch hier kommt man nicht ganz mit den eigenen Küchen in den Einrichtungen aus: "Zum Teil wird das Essen von Caterern aus Freilassing und den Nachbargemeinden geliefert", so Pressesprecher Ulrich Zeeb. Die Caterer würden frisch kochen und das Essen in Warmhalteboxen in die Schulen bringen - Tiefkühlkost werde dort nicht verwendet, versichert Zeeb. 

In zwei der drei städtischen Kindergärten in Freilassing wird dagegen vor Ort frisch gekocht: "Die Köchinnen wissen, was die Kinder wollen und die Kindergartenleitung achtet ja schließlich auch darauf", so Zeeb. 

Probleme und Diskussionen um tiefgefrorene Speisen für die Kinder kennt man in Traunsteins Nachbarstädten also nicht. Andererseits sind die Dimensionen in der Großen Kreisstadt natürlich andere: In Traunstein geht es um bis zu 400 Portionen täglich, wovon bis zu 150 zugekauft werden müssen

xe

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © Fotomontage pa/xe

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