Aufgestellt, obwohl Traunsteiner Stadtrat dagegen stimmte

Das Kreuz mit dem Heimatkreuz: Gegenwind für OB Hümmer hält weiter an

Chiemgauer heimatkreuz traunstein
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Bei der Segnung des neuen „Chiemgauer Heimatkreuzes“ in Traunstein Ende Oktober. Das Kreuz solle in einer oberflächlichen und schnelllebigen Zeit helfen, sich wieder auf diese Werte zu besinnen, so Künstler Rolf Wassermann (unten links). Laut Oberbürgermeister Hümmer (links neben dem Kreuz) spendete Wassermann das Honorar.

Traunstein - Der Wirbel um das frisch aufgestellte „Heimatkreuz“ hält weiter an: Oberbürgermeister Hümmer musste sich im Stadtrat breiter Kritik aussetzen - doch großteils prallt sie an ihm ab.

Seit Ende Oktober steht es auf dem Traunstein, zwischen Traun und Sparzer Graben: das „Chiemgauer Heimatkreuz“. Entworfen von Künstler und CSU-Stadtrat Rolf Wassermann, subventioniert vom Landkreis und genehmigt von Oberbürgermeister Christian Hümmer - und das, obwohl der Stadtrat im vorigen Jahr mit deutlicher Mehrheit „Nein“ zu dem Kreuz sagte. Die Kritik am eigenmächtigen Vorgehen des neuen OB prägte auch die Stadtratssitzung am Donnerstag, 26. November.


Kritik an Hümmer wegen „Chiemgauer Heimatkreuz“ in Traunstein

„Wie der öffentliche Raum gestaltet wird, das muss künftig über alle Fraktionen hinweg besprochen werden“, brachte Peter Forster (SPD) den Stein ins Rollen, ohne das Kind beim Namen zu nennen - das taten dann andere: „Es ist ein Kreuz mit diesem ‚Chiemgauer Heimatkreuz‘“, so Ursula Lay (UW). Hümmer habe bisher immer seine Bürgernähe betont, doch dann hätten auch andere wie die Stadtheimatpflegerin oder der Förderverein Alt-Traunstein in den Prozess miteinbezogen werden sollen. „Die Diskussionen gibt es zurecht“, so Lay.


Der Standpunkt des Oberbürgermeisters: Das alte Holzkreuz auf dem Traunstein war morsch und sein Vorgehen korrekt - denn wenn ein Auftrag unter einer gewissen Euro-Grenze bleibt und „keine grundsätzliche Bedeutung“ hat (Gemeindeordnung), kann er eigenständig entscheiden. 5000 Euro kostete das Kreuz, Stadt und Landkreis teilten sich den Betrag. „Jeder macht wofür er zuständig ist, im Sinn einer effizienten und bürgernahen Verwaltung“, verteidigte sich Christian Hümmer im Stadtrat. Manchmal brauche es auch schnelle Entscheidungen.

So verteidigt sich der OB

„Es wäre was anderes, wenn an der Stelle auch davor nie ein Kreuz gestanden wäre“, hielt Hümmer den Kritikern entgegen. Die Begriffe „Glaube, Liebe, Friede, Hoffnung“ würden auch niemanden ausschließen. „Ich lebe lieber in einem Staat, der sich zu diesen Werten bekennt, als sich davor zu drücken. Die Kritik halte ich sehr, sehr gerne aus“, so der Oberbürgermeister. Der Gegenwind aus dem Stadtrat kam aber mehr wegen Hümmers Vorgehen, nicht wegen des Kreuzes an sich: „Dass das alte Kreuz ersetzt wurde, ist begrüßenswert. Aber wie und unter welchen Vorzeichen geschieht das?“, störte sich Thomas Stadler (Grüne).

Video von Künstler Rolf Wassermann zum Chiemgauer Heimatkreuz

Das Thema wird mit dieser Debatte nicht beendet sein. SPD-Fraktionsvorsitzender Forster kündigte an, demnächst einen Antrag in den Stadtrat einzubringen, wie künftig bei der Gestaltung des öffentlichen Raums vorgegangen werden soll. Künstler Rolf Wassermann machte allen Kommunen im Landkreis das Angebot, sein Heimatkreuz aufzustellen. Neben Traunstein steht bisher nur eines in Maria Eck bei Siegsdorf.

xe

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