Aussprache bei der Bürgerversammlung

Das brennt den Traunsteinern unter den Nägeln

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Traunstein - Ein bewegtes Jahr für die Traunsteiner Stadtpolitik ist vergangen, neue und große Projekte stehen an - der Diskussionsbedarf bei der Bürgerversammlung war angesichts dessen überraschend gering.

In rund 30 Minuten gab Oberbürgermeister Kegel zu Beginn einen knappen Überblick über das aktuelle Stadtgeschehen und die geplanten Projekte: Vor allem 3,5 Millionen Euro allein 2017 für Schulbaumaßnahmen stechen dabei heraus, aber auch die Umbauten an der Klosterkirche - "sie sind unumgänglich", so Kegel. Wegen dieser "außerordentlich umfangreichen Investitionen" sei eine Kreditaufnahme - und eine dementsprechend hohe Neuverschuldung von 8,5 Millionen Euro - "unvermeidlich".

Doch die Fragen der 55 Traunsteiner, die am Dienstagabend zum Schnitzlbaumer gekommen waren, drehten sich um andere, oft kleinere Fragen.

Verkehr im Kotzinger Gewerbegebiet

"Wir Bewohner von Geißing sind mit Lärm und Abgasen des Schwerverkehrs ins Kotzinger Gewerbegebiet konfrontiert. Warum führt die Straßenführung aus dem Gewerbegebiet nicht nördlich in Richtung Umfahrung? Dann würde auch der gefährliche Empfinger Bahnübergang entlastet."

Kegel: "Es wird schon länger versucht, dass das Gewerbegebiet auch in nördlicher Richtung verlassen werden kann. Auch im aktuellen Stadtentwicklungskonzept ISEK ist das wieder Thema. Die zusätzliche Sicherung des Empfinger Bahnübergangs wurde dagegen nun von der Bahn um ein Jahr hinausgeschoben."

Innerstädtisches Wohnen

"Warum werden immer neue Wohngebiete auf der grünen Wiese erschlossen, so wie bald in Traunstorf? Viele Häuser und Wohnungen in der Marien- und Ludwigstraße stehen dagegen leer. Dort sieht man abends keine Lichter. Es sollte mehr Wohnungsbau direkt in der Stadt geben."

Kegel: "Wir führen regelmäßig Gespräche mit den Besitzern der leerstehenden Gebäude in der Innenstadt, wie zum Beispiel dem Juhasz-Haus. Aber man kann die Eigentümer zu nichts zwingen. Außerdem sind in der Innenstadt zuletzt viele neue Wohnungen geschaffen worden, zum Beispiel am Stadtplatz, am Klosterberg, in der Maxstraße und bald auch in der Fünferpfanne. Auch die oberen Geschosse der Ludwigstraße sind größtenteils bewohnt. Der Wohndruck ist in Traunstein aber so hoch, dass auch außerhalb Wohnraum gebraucht wird."

Jugendzentrum

"Was ist denn aus dem Auftrag des Bürgerentscheides zum Jugendzentrum geworden?"

Kegel: "Den Auftrag des Bürgerentscheids umzusetzen war schlicht nicht möglich. Wir haben unmittelbar danach Grundstücksverhandlungen aufgenommen und eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Doch der Bürgerentscheid hatte Tücken, weil er von einem kostengünstigeren Neubau spricht im Vergleich zur Güterhalle. Inzwischen wurde ein Kompromiss ausgearbeitet, der in der nächsten Stadtratssitzung präsentiert wird. Aussitzen wollten wir nichts - wer hätte was davon? Es muss auch gesagt werden, dass der jetzt erweiterte Jugendtreff im "CappuVino" beim Rathaus wirklich sehr gut angenommen wird. Die Jugendlichen sind glücklich, sich hier austoben zu können. Wir sollten nicht über die Köpfe der Jugend hinwegentscheiden, wo sie zu sein haben."

Traun-Fußweg beleuchten

"Der Fußweg vom Viadukt zum Stadion des SBC rechts der Traun sollte beleuchtet werden. Ist das möglich?"

Stefan Will (Stadtwerke): "Das werden wir uns anschauen und dem Stadtrat vorschlagen, der dann entscheiden wird. Aber auch das Wasserwirtschaftsamt wird in diesem Fall ein Wörtchen mitreden."

Tempo 30

"Rund um die Ludwig-Thoma-Schule sollte Tempo 30 eingeführt werden, genauso wie am Klosterberg und dem Ende der Schützenstraße, weil dort viele Gymnasiasten die Straße überqueren."

Manfred Bulka (Leiter des Ordnungsamtes): "Eine entsprechende Gesetzesänderung gilt seit 1. Dezember, dass vor Schulen oder Kindergärten leichter Tempo 30 eingeführt werden kann. An 20 Stellen im Stadtgebiet wurde das schon umgesetzt, mit weiteren 20 Stellen wird sich der Stadtrat bald auseinandersetzen. Ich gehe davon aus, dass Tempo 30 an der Ludwig-Thoma-Schule kommen wird. Am Klosterberg wird es aber kaum möglich sein. Die Straße ist ohnehin kurvig und die Gymnasiasten haben auch den Fußweg über das Gericht zum Bahnhof."

"Warum schafft die Stadt zur Überwachung der 30er-Zonen nicht gleich Blitzer an? Warum nur die Tempomessgeräte mit den digitalen Anzeigen?"

Bulka: "In Traunstein überwacht die Stadt nur den ruhenden Verkehr. Es gäbe auch die Möglichkeit, den fließenden Verkehr zu überwachen, aber dazu bräuchte man dann auch dementsprechend mehr Personal, Blitzergeräte, eine Bußgeldstelle etc. Die Frage ist: Wer soll das alles überwachen? Mehr 30er-Zonen geben oft nur eine Pseudosicherheit. Außerdem hat die Auswertung der Tempomessgeräte ergeben, dass sich eh erstaunlich viele an die Geschwindigkeit halten."

xe

Quelle: chiemgau24.de

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