Ausschuss für Gesundheits- und Flüchtlingsfragen

200 weitere Flüchtlinge bis zum Jahresende

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Landrat Siegfried Walch.
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Traunstein - Der Landkreis steht erneut vor einer großen Herausforderung: Bis zum Jahresende müssen rund 200 weitere Asylbewerber untergebracht werden. Wie das Problem bewältigt werden soll:

An diesem Donnerstag informierte Landrat Siegfried Walch den Ausschuss für Gesundheits- und Flüchtlingsfragen über den derzeitigen Stand der Dinge in Sachen "Asylbewerber". Derzeit sind 606 Flüchtlinge im Landkreis untergebracht. Bis zum Jahresende sollen noch einmal rund 200 dazukommen. "Wir hatten eigentlich mit 100 weiteren Asylbewerbern bis Ende 2014 gerechnet. Allerdings hat die Regierung diese Zahl vor zwei Wochen nochmal erhöht auf 207 Personen," so Walch. Das mache es dem Landkreis nicht unbedingt leichter, doch man sei zuversichtlich, für alle Asylbewerber einen Platz zu finden.

Verteilt werden die Flüchtlinge in Oberbayern derzeit nach dem Königsteiner Schlüssel, der jedem Landkreisen - je nach Steuereinkommen und Bevölkerungszahl - eine bestimmte Quote zuordnet. Der Landkreis Traunstein muss demnach vier Prozent aller Asylbewerber in Oberbayern aufnehmen.

Ein Augenmerk legt das Landratsamt bei der Verteilung besonders auf die Gemeinden und Städte, die "bislang wenige bis gar keine Flüchtlinge" aufgenommen haben, erklärte der Landrat. Konkret sind das derzeit 21 Gemeinden im Landkreis, die noch keine Asylbewerber bei sich beheimaten. Walch: "Wir versuchen den Zustrom auf möglichst viele Schultern zu verteilen, damit die Belastungen für jeden kleiner werden."

Auch im Hinblick auf die Flüchtlings-Prognosen für das kommende Jahr will der Landkreis bereits jetzt Vorsorge treffen. Nach derzeitigen Erkenntnissen sollen 2015 rund 300 Asylbewerber dazukommen. "Wir gehen aber davon aus, dass diese Zahl nochmal erhöht wird. Daher werden wir jetzt schon vorausplanen und Unterbringungen suchen." Konkrete Angaben, wo neue Unterkünfte für Asylbewerber geschaffen werden sollen, konnte das Landratsamt bislang aber noch nicht machen. "Wir tun alles dafür, dass wir den Winternotfallplan mit der AKG-Turnhalle nicht brauchen", erklärte Walch.

Für Unmut im Gremium sorgte allerdings die Situation bei den Asylberatungsstellen im Landkreis. Laut Robert Münderlein von der Diakonie kämen derzeit 250 Asylbewerber auf einen Berater. "Im kommenden Jahr werden es voraussichtlich 350 sein." Unisono erklärte der Ausschuss, dass man von der Regierung mehr finanzielle Mittel brauche, um Beratungsstellen zu schaffen. So meinte Martin Lackner, Bürgermeister in Engelsberg: "Das kann nicht nur über die ehrenamtlichen Mitarbeiter funktionieren. Wir müssen Druck auf die Regierung machen." Dem entgegnete der Landrat, dass derzeit jeder Landkreis um mehr Gelder bitten würde. Daher werde das Problem noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Quelle: chiemgau24.de

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