RVO-Busse erinnern: "Brems mit. Fahr Schritt!"

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Von rechts nach links: Johann Mayer, Polizeihauptkommissar; Michael Schmidt, RVO-Niederlassungsleiter; Günter Fix, stellvertretender ACE-Kreisvorsitzender; Bernhard von Ellerts, ACE-Vertrauensanwalt; Bernd Böhm, RVO-Teamleiter.

Traunstein - Um Unfälle zu vermeiden, weisen bald auch die RVO-Busse auf die Verkehrsregeln an Haltestellen hin. Aufkleber am Heck sollen die Fahrer aufmerksamer machen:

“Brems mit. Fahr Schritt! Nadelöhr Haltestelle“ so lautete das Motto der im letzten Jahr durchgeführten Aktion des ACE-Auto Club Europa, mit der der ACE bundesweit mit dazu beitragen will, Unfälle an Bushaltestellen zu vermeiden. Dieselbe Parole soll nun als Aufkleber an den Hecks von RVO-Bussen die Verkehrsteilnehmer aufmerksam machen, nur mit Schrittgeschwindigkeit an stehenden warnblinkenden Bussen vorbei zu fahren. Kürzlich trafen sich deshalb ACE stellvertretender Kreisvorsitzender Günter Fix, ACE Vertrauensanwalt Bernhard von Ellerts und Polizeihauptkommissar Johann Mayer auf dem Betriebsgelände der RVO Niederlassung Ost in Traunstein, wo ihnen Michael Schmidt, RVO-Niederlassungsleiter, am Heck eines Busses den Aufkleber am Heck zeigte.

Die Vorgeschichte: Ehrenamtliche Inspektoren des ACE hatten im Sommer 2014 an rund 340 Bushaltestellen in mehr als 30 Städten und Gemeinden Deutschlands besonders das Verkehrsverhalten der Kraftfahrer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist überall ernüchternd, sagte Fix zu der bundesweiten Aktion. Der Großteil missachtet an Bushaltestellen die Verkehrsregeln, die dort speziell gelten. Autofahrer ignorieren Überhol- und Parkverbote und fahren verbotenerweise viel schneller als Schritttempo an einem warnblinkenden stehenden Bus vorbei.

Michael Schmidt begrüßte ausdrücklich diese ACE-Aufkleber-Aktion, zumal er von vielen seiner Busfahrer auch immer wieder auf dieses spezielle Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer hingewiesen wird. Rechtsanwalt von Ellerts nutzte die Gelegenheit, an Paragraf 20 der Straßenverkehrsordnung (StVO) zu erinnern. Verkehrsteilnehmer dürfen einen fahrenden Bus, der den Warnblinker aktiviert hat, nicht überholen. Einen stehenden Bus mit Warnblinker dürfen sie – auch im Gegenverkehr – nur im Schritttempo passieren, egal ob der Bus auf der Fahrbahn oder in einer Haltebucht steht. Schrittgeschwindigkeit bedeutet vier bis sieben Stundenkilometer, informierte von Ellerts.

Die Regelung ist scheinbar auch für manchen gutwilligen Autofahrer schwer umzusetzen, ergänzt Johann Mayer, Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizeiinspektion Traunstein. Blitzaktionen als technische Überwachung an Bushaltestellen sind allerdings schwierig, weil die Busse meist nur ein bis zwei Minuten halten, die Einrichtung der Messstelle aber einen erheblichen Aufwand macht. Das sollten die Autofahrer aber nicht als einen Freibrief auffassen, sich ungestraft über alle Regeln hinweg zu setzen, so Mayer. Seine Kollegen dürfen an Bushaltestellen erhebliche Überschreitungen der Schrittgeschwindigkeit auch schätzen. Wenn jetzt einer zehn statt sieben km/h fährt, wird das kaum jemand ahnden, aber bei deutlichen Überschreitungen müssen Verkehrsteilnehmer trotzdem mit Verwarnungen und Anzeigen rechnen, erst Recht natürlich bei Drängen oder Hupen.

Fix appelliert an die Vernunft aller Verkehrsteilnehmer, sich an die Regeln zu halten gerade zum Schutz der schwächsten Verkehrsteilnehmer, Kinder und älterer Menschen.

Pressemeldung RVO

Quelle: chiemgau24.de

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