Richtiger Umgang mit den Neuen Medien – Lebendige Podiumsdiskussion zum Auftakt

2. Traunsteiner Medienwochen eröffnet

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Eine unterhaltsame und informative Podiumsdiskussion zum Thema „Medienwochen, Medienbildung, Medienpädagogik… braucht´s das überhaupt?“ gab es zum Auftakt der 2. Traunsteiner Medienwochen

Traunstein - Eine lebendige Podiumsdiskussion bildete den Auftakt der 2. Traunsteiner Medienwochen. Im Mittelpunkt: Der bewusste Umgang mit Social Media wie Facebook, Twitter & Co.

„Medienwochen, Medienbildung, Medienpädagogik… braucht´s das überhaupt?“ zu diesem spannenden Thema diskutierten Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel, der Jugendbeauftragter des Stadtrats, Thomas Stadler, Thomas Hofmann von der Bayerische Sportjugend, der Traunsteiner Kinderarzt Oliver Viethen sowie der Geschäftsführer von Q3 – Quartier für Medien.Bildung.Abenteuer, Danilo Dietsch, zum Auftakt der 2. Traunsteiner Medienwochen, bei denen sich heuer alles um den bewussten Umgang mit Social Media wie Facebook, Twitter oder Blogs dreht.

Die Moderation der Podiumsdiskussion übernahmen die beiden Jungredakteure Valentino Pino und Valentin Fuch von SO!TV. „Eine Welt ohne moderne Medien ist heute nicht mehr vorstellbar“ stellte Oberbürgermeister Christian Kegel klar. Jeder müsse aber für sich selbst herausfinden „was ist wichtig, was bringt mich weiter und was hält mich eher auf“, so Kegel. Dies sei ein nicht ganz einfacher Lernprozess. Für ihn ist der richtige Umgang mit den neuen Medien eine „Kulturtechnik wie das Schreiben“, meinte Danilo Dietsch. Wichtig sei, dass man den Jugendlichen in ihrer Freizeit unter fachkundiger Anleitung die Möglichkeit gebe, sich selbst als Medienschaffende zu versuchen und vieles auszuprobieren. Q3 biete den Jugendlichen dazu die verschiedensten Angebote, so Dietsch. Es sei einfach schön, was hier entstehe und wie viele motivierte Jugendliche sich gerade beim Radioprojekt einbringen würden, meinte Evi Dettl. Thomas Stadler lobte die Medienpädagogen für ihre hervorragende Arbeit mit den Jugendlichen und die große Bandbreite an Angeboten.

Gerade aus seinen Erfahrungen als Lehrer kenne er aber auch die Schattenseiten der modernen Medien. Seiner Meinung nach sei „die Kunst des Abschaltens die zentrale Frage der Zukunft“. Was den Einsatz moderner Medien wie Smartphones im Schulunterricht anbelange, sehe er „noch viel Potential“, meinte Dietsch, der seit 15 Jahren als Medienpädagoge arbeitet und sehr erfahren in der Audio- und Radioarbeit mit Kindern und Jugendlichen ist. Die Grundarbeit müsse der Schüler aber nach wie vor selbst erbringen, meinte der ehemalige Gymnasiallehrer Kegel. Der Computer könne „das Lernen zwar unterstützen, aber nicht ersetzen“, gab der Oberbürgermeister zu bedenken. Mit Blick auf die angesprochenen „iPad-Klassen“ meinte er, dass nicht der Geldbeutel der Eltern darüber entscheiden dürfe, ob ein Schüler sich daran beteiligen könne. Ein Schüler, der alles auf seinem iPad habe, könne nicht mehr behaupten, dass er seine Hausaufgabenhefte zuhause vergessen habe, was auch ein Vorteil für die Lehrer wäre, meinte einer der Jungmoderatoren. Eine Berufsschullehrerin aus dem Publikum warf hier ein, dass vor allem die älteren Lehrer beim Umgang mit Smartphones und Apps den Schülern nicht das Wasser reichen können.

In seiner Praxis erlebe er es fast täglich, welch schlimme Folgen eine übermäßige Nutzung von Smartphones mit sich bringe, warnte Kinderarzt Viethen. Für viele Kinder sei das Smartphone längst zum Lebensinhalt geworden und es breche eine Welt für sie zusammen, wenn sie eine Woche ohne ihr Multifunktionsgerät auskommen müssten. Auch das Mobbing über die neuen Medien nehme mittlerweile erschreckende Ausmaße an. „Hier muss sich dringend etwas ändern, die Grenze ist längst überschritten“, so Viethen.

„Bei uns beim Sport werden die Smartphones auch mal abgeschaltet“, erzählte Thomas Hofmann (Bayerische Sportjugend). Damit dies gelinge, müsse man der Jugend aber interessante Alternativen anbieten. Nachholbedarf sehe er in puncto Medienbildung vor allem bei den Eltern, die oft keine guten Vorbilder abgäben, mahnte Dietsch an. Was die Medienerziehung anbelange, sehe er nicht die Politik in der Pflicht, sie könne aber zum Beispiel Projekte finanziell unterstützen, betonte Kegel. Die Jugendlichen bräuchten auch außerhalb der Vereine einen Platz, wo sie sich austauschen können, da sehe er in Traunstein ein „Riesen-Manko“, so Viethen.

„Es wird daran gearbeitet“, versprach OB Kegel. Der städtische Jugendtreff könnte in Zukunft anders aussehen, das Ganze müsse aber durchdacht sein und dann gehe es natürlich auch wieder ums Geld, betonte Kegel. Ein besonderer Dank gebühre der Leiterin der Stadtbücherei, Anette Hagenau und deren Mitarbeiterinnen, der Volkshochschule Traunstein, dem Landratsamt Traunstein und Q3 – Quartier für Medien. Bildung. Abenteuer, dessen Geschäftsführer Danilo Dietsch sowie dem Jugendtreff Traunstein mit Stadtjugendpflegerin Petra Breutel.

Die bis 4. Mai laufenden Medienwochen seien eine „großartige Sache“ und er wünsche allen Beteiligten einen tollen Verlauf, so Kegel. Nach der etwas ruhigeren Premiere im Vorjahr habe man sich heuer das Ziel gesetzt, die zweite Auflage etwas größer aufzuziehen, so die Leiterin der Stadtbücherei, Anette Hagenau, die die Idee für die Medienwochen hatte. Für die Organisation ist „FSJlerin“ Marie-Luise Forster zuständig, die seit September an der Vorbereitung der Medienwochen arbeitet. „Sie wird wohl bis weit in den Mai noch damit beschäftigt sein“, weil ja auch alles dokumentiert werden müsse, so Hagenau. Für die passende musikalische Untermalung der Auftaktveranstaltung sorgten vier Musiker der Musikschule Traunstein.

mmü

Quelle: chiemgau24.de

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