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Dieses Detail einer Stadtansicht zeigt sehr schön die gesamt Traunsteiner Friedhofsanlage mit dem sechs Jahre zuvor enthüllten Obelisken – die bei weitem älteste bislang bekannte Darstellung dieses Denkmals.

Salzburg - Erst kürzlich erschien ein neues, monumentales Geschichtswerk, gefördert von der EuRegio. Darin wird vor allem der Russlandfeldzug von 1812 thematisiert.

„Der Russlandfeldzug 1812 und der Salzachkreis – Schicksale im Krieg und daheim“ - unter diesem Titel erschien vor wenigen Tagen ein neues, monumentales Geschichtswerk, gefördert von der EuRegio Salzburg- Berchtesgadener Land-Traunstein und aufgenommen in die Schriftenreihe des Salzburger Landesarchivs, in dessen Räumlichkeiten es auch vor weit über 100 geladenen Gästen vorgestellt wurde.

Hofrätin Dr. Friederike Zaisberger, ehemalige Direktorin dieser Institution und heute im (Un-)Ruhestand, ist es als Herausgeberin gelungen, 22 Autoren – vom ehrenamtlichen Heimatpfleger bis zum Universitätsprofessor – für insgesamt 27 Einzelbeiträge zu gewinnen. Diese widmeten sich ihren jeweiligen Themen auf über 500 Seiten, wobei das besondere dieses Buches ist, dass es nicht vorrangig das militärische Geschehen, die politische Geschichte und die der Herrschenden dieser Zeit vermittelt, sondern Schicksale und Lebensumstände des einfachen Volkes aufzeigt: „Die einzige Vorgabe an die Mitautoren war, allein bisher nicht veröffentlichte Quellen zu bearbeiten und nicht sosehr die bekannte Kriegsgeschichte, sondern die Lebensumstände der Soldaten im Feld und der Menschen in der Heimat in den Vordergrund zu stellen“, so die Herausgeberin. Und Dr. Oskar Dohle, Direktor des Salzburger Landesarchivs, beschreibt in seinem Vorwort das Buch wie folgt: „Die militärischen Auseinandersetzungen in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts erscheinen uns zweihundert Jahre später auf der ersten Blick als harmlos, ja fast idyllisch. Die bunten Uniformen und die Bewaffnung, die wir oftmals nur von Brauchtumsveranstaltungen wie zum Beispiel Schützenaufmärschen kennen, tragen das ihre dazu bei, dieses verzerrte Bild entstehen zu lassen. Dennoch, die letzte und tödliche Konsequenz in allen militärischen Auseinandersetzungen war und ist das Leid und er Tod tausender Soldaten und unschuldiger Zivilisten. […] Gerade diesem Aspekt, der Betrachtung der Kämpfe und ihrer Folgen und Hintergründe, möglichst von unten und nicht aus der Sicht der Feldherren und hohen Generäle, widmet sich der vorliegende Sammelband […].“

Geschichte von unten also wurde geschrieben – lange vernachlässigt und verkannt, in Wahrheit spannend, dramatisch und den Leser / die Leserin oft weitaus mehr berührend, als große Politik und menschenverachtendes Schlachtengetümmel. Und da die Gerichte Traunstein und Reichenhall, was heute nur noch wenige wissen, zwischen 1808 und 1817 dem Salzachkreis angehörten, finden sich in diesem Band auch regionalhistorisch interessante Beiträge. Götz von Dobeneck, seit kurzem Kreisarchivar im Ruhestand, befasst sich mit „Gefallenen, Heimkehrern und Bildzeugnissen aus dem Landkreis Traunstein“. Besonders beeindruckt dabei das am südlichen Eingang der Pallinger Pfarrkirche in die Wand eingelassene Blechbilderbuch, das auf vier Tafeln die Kriegserlebnisse des Veteranen Jakob Wimmer in Bild und Text schildert.

Wimmer überlebte dabei die Schlacht von Polozk nur, weil er sich mit dem Blut eines Gefallenen beschmierte und tot stellte! Dr. Johannes Lang, Stadtarchivar und Museumsleiter von Bad Reichenhall, geht unter dem Titel „Denkmäler und Veteranenvereine“ ausführlich auf die Erinnerungskultur infolge der Franzosenkriege ein. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei dem bereits 1810/11 errichteten Marzoller Gefallenendenkmal.

Die auf Initiative des Ortspfarrers Dominik Winkler adaptierte gotische Totenleuchte gilt als eines der frühesten Kriegerdenkmäler in ganz Bayern. Diese Attribut kann auch der 1837 im damaligen Traunsteiner Friedhof, dem heutigen Stadtpark, errichtete Obelisk für sich in Anspruch nehmen, dessen Entstehung Traunsteins Stadtarchivar Franz Haselbeck auf den Grund geht. Mit ihm errichtete der „Verein der beabschiedeten Soldaten“ quasi ein „Denkmal von unten“ und gedachten „den hier ruhenden Waffenbrüdern“. Der ehemalige Stadtpfarrer Franz Mooslechner sah in ihm einen „Zeigefinger, der zum Frieden mahnt“, und diesen bemerkenswerte Zitat wählte Haselbeck auch als Überschrift für seinen Aufsatz.

Pressemeldung Stadt Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

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