Mehr als eine reine "Geldversorgung"

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Traunstein - „Jeder Jugendliche, der nicht arbeitslos ist, ist ein Gewinn“, resümierte die SPD-Kreistagsfraktion, die zum Gespräch mit dem Jobcenter-Geschäftsführer eingeladen hatte.

Es war eine Erfolgsstory, die zum Schluss auch noch hochdatiert wurde: die Qualifizierungsmaßnahme DAGI für arbeitslose Jugendliche der Traunsteiner Arbeitsagentur. Sie erhielt als einzigartige Initiative den ersten Preis der Bundesagentur für Arbeit auf Landesebene des Wettbewerbs „Jugend in Arbeit“.

Und dennoch ist dies auch der letzte Meilenstein eines Erfolgsprojektes. Mehr als „schade“ findet das die SPD-Fraktion im Kreistag. Dynamisch, aktiv und gemeinsam integrierten (wofür DAGI letztlich steht) arbeitslose Jugendliche unter Anleitung aber letztlich aus eigenen Antrieb heraus sich selbst wieder ins Arbeitsleben und halfen so neue Wege in der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu schaffen.

Die Gelder für das Projekt stellten die Agentur für Arbeit Traunstein und das Jobcenter Traunstein. Aufgrund einer gesetzlichen Änderung musste diese Art der Finanzierung und damit das acht Jahre dauernde Projekt wieder eingestellt werden. Wenn DAGI nun zum Jahresende ausläuft, bedeutet das jedoch nicht das Ende dieser Form von Unterstützung für arbeitslose Jugendliche, so Jobcenter-Geschäftsführer Thomas Wendrich. Wenngleich der Landkreis Traunstein immer noch deutlich unter hundert arbeitslose Jugendliche aufweist, so sei jede Wiedereinglieder als Erfolg zu verbuchen – für den Menschen und die Gemeinschaft.

Da mit der Arbeitslosigkeit häufig zahlreiche andere Probleme verbunden sind wie z.B. Suchtmittelprobleme und viele Jugendlich immer wieder „abtauchen“ will das Jobcenter zusammen mit dem Traunsteiner BFZ (Berufsfortbildungszentrum) neue Wege gehen, was vor allem die SPD-Fraktion sehr begrüße. „Wir wollen auf die Jugendlichen zugehen, eine Anlaufstelle sein, sie begleiten und gemeinsam mit ihnen eine Zukunftsperspektive erarbeiten“, so Wendrich. Es wird weiterhin konkrete Ansprechpartner geben, die sich um die Jugendlichen persönlich kümmern, sie auch aufsuchen werden und mit ihnen Projekttage unternehmen.

Der Jugendliche „buche“ sich unter fachkundiger Anleitung dabei sein individuelles Programm (bestehend aus Gutscheinen), um sich weiter zu qualifizieren und wieder fit für den Arbeitsmarkt zu machen. Ähnlich dem Traunreuter Generationenhaus möchte man eine vielschichtige Anlaufstelle anbieten, die Jugendlichen in ihrem sozialen Kontext aufnehme und weiterhelfe. Gerade diese Begleitung sei „enorm wichtig“, so Fraktionsvorsitzende Waltraud Wiesholer-Niederlöhner, da nur so eine echte Wiedereingliederung ermöglicht werde – vor allem in Zeiten, in denen die Jugendhilfekosten überproportional ansteigen.

Zudem sei erst „vor Ort“ erkennbar, wo die Ursachen und Probleme liegen und wie dem Jugendlichen am besten geholfen werden könne. Eine reine „Geldversorgung“ hingegen würden Jugendliche zu passiven Nutznießern werden lassen. Auf die Frage des Landratsstellvertreters Sepp Konhäuser nach Finanzierung und Trägerschaft erläuterte Wendrich, dass das Jobcenter hierfür einen Teil seines Eingliederungsbudgets einsetze.

Pressemittteilung Jobcenter Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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