Neue Blutspendetermine im Landkreis

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Für die beiden jungen Damen in Übersee ist es die erste Blutspende. Ihre Blutpräparate werden erst dann freigegeben, wenn die Untersuchungen des Spenderblutes einwandfrei sind. Jede Blutprobe wird in den Laboren des Blutspendedienstes auf HIV, Hepatitis B und C sowie andere Krankheiten untersucht. Fällt ein Test positiv aus, wird der Empfänger schriftlich benachrichtigt und zu einer weiteren Untersuchung eingeladen.

Traunstein - Auch im Monat Mai gibt es wieder Blutspendetermine im gesamten Landkreis. Damit ist allerdings nur der erste Schritt auf dem Weg zum Empfänger getan.

Langsam tropft das Blut des 25-Jährigen Traunreuters in den Blutbeutel – einen knappen halben Liter roten Lebenssaft spendet der junge Mann aus Traunreut. Der Zusatz eines Gerinnungshemmers verhindert das Verklumpen. Ist der Beutel voll, wird er verschlossen, gekennzeichnet und begibt sich anschließend auf eine Reise. Diese beginnt mit der Fahrt in das Produktions- und Logistikzentrum des Blutspendedienstes des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Wiesentheid.

Jede Blutspende gelangt nach einer Spendenaktion des Blutspendedienstes nach Wiesentheid und wird dort noch während der Nacht weiterverarbeitet, bevor sie in einem bayerischen Krankenhaus einen Empfänger erreicht. Denn der Blutbeutel, den der Traunreuter gefüllt hat, ist nicht der gleiche, den ein Empfänger später erhält. „Der Patient oder die Patientin bekommt immer nur den Bestandteil des Blutes, den er oder sie gerade braucht“, erklärt BRK-Kreisgeschäftsführer Kurt Stemmer. Dafür wird jede Blutspende, auch die des 25-jährigen Mannes, im Produktionszentrum innerhalb von 24 Stunden in die einzelnen Blutbestandteile aufgetrennt, zu verschiedenen Blutpräparaten weiterverarbeitet und getestet. Das passiert in mehreren Schritten: Filtration, Zentrifugation Auftrennung und Untersuchung.

Alle Blutkonserven einer Spendenaktion werden im Transporter des Blutspendedienstes des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) gelagert. Noch am selben Abend gelangen die Blutbeutel in das Produktions- und Logistikzentrum des Blutspendedienstes in Wiesentheid, wo sie sofort weiterverarbeitet werden.

Bei der Anlieferung erhält jede einzelne Blutkonserve einen Barcode-Label zur Nachverfolgung und wird elektronisch erfasst. Dann hängen die Mitarbeiter die Blutbeutel auf und das Blut läuft langsam durch einen unten am Beutel angehängten Filter in einen anderen Beutel. Dabei werden die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) entfernt, um sicherzustellen, dass beim Empfänger keine unerwünschten Nebenwirkungen auftreten. Anschließend kommen die Blutspenden in die Zentrifuge, um das Blutplasma von den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) zu trennen und auch die Blutplättchen zu entfernen. Danach füllen die Mitarbeiter die einzelnen Blutbestandteile in verschiedene Beutel ab und die Konzentrate aus roten Blutkörperchen werden im immunhämatologischen Labor bei minus drei Grad zwischengelagert. Sie halten maximal 42 Tage und stehen für den Abruf bereit. Das Plasma ist bis zu drei Jahre haltbar: Es wird bei minus 42 Grad im Kühlraum tiefgefroren.

Strenge Untersuchungen

„Für uns ist ganz wichtig: Die Blutpräparate werden erst dann freigegeben, wenn die Untersuchungen des Spenderblutes einwandfrei sind“, erklärt Kurt Stemmer. „Jede Blutprobe wird in den Laboren des Blutspendedienstes auf HIV, Hepatitis B und C sowie andere Krankheiten untersucht. Fällt ein Test positiv aus, wird der Empfänger schriftlich benachrichtigt und zu einer weiteren Untersuchung eingeladen.“ In solchen Fällen werden Blutspenden zurückgestellt und nicht zur Transfusion zugelassen. „Der Schutz und die Gesundheit der Menschen, die Spenderblut brauchen, stehen für den Blutspendedienst an oberster Stelle.“

Das Blut des jungen Mannes aus Traunreut ist einwandfrei und kann zum Versand an eines der fünf Institute des Blutspendedienstes in Bayern ausgeliefert werden. Von dort landet es in einem Krankenhaus aus der Region und kommt einem Patienten mit denselben Blutgruppenmerkmalen zugute, der das Spenderblut dringend benötigt – nach starkem Blutverlust bei einem Unfall, für die Behandlung im Rahmen einer Krebstherapie oder als Blutkonserve bei einer größeren Operation. Damit ist die Blutspende an ihrem Bestimmungsort angekommen und hilft einem anderen Menschen weiterzuleben.

Die nächsten Blutspendetermine im Landkreis sind am 2. Mai in Kirchanschöring, am 3. Mai in Obing, am 7. Mai in Bergen, am 8. Mai in Tacherting, am 10. und 13. Mai in Traunreut, am 22. Mai in Siegsdorf und am 28. Mai in Grabenstätt.

Pressemeldung BRK Kreisverband Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

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