Bürger informierten sich über Kraftwerksbau

Traunstein - Im Rahmen einer Informationsveranstaltung wurde am Mittwochabend der Bau eines neuen Geothermie-Kraftwerks unter die Lupe genommen. **Neu: Video**

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Der Landkreis Traunstein ist umwelt- und energiebewusst und hat sich das Ziel gesetzt, bis 2020 den gesamten Strombedarf aller Haushalte und Gewerbebetriebe aus erneuerbaren Energien zu decken. Mit dem geplanten Geothermie-Kraftwerk in Traunstein kommt der Landkreis seinem Ziel deutlich näher.

Bis das Kraftwerk 2015 in Betrieb genommen werden kann, durchläuft das Geothermie-Projekt vier wichtige Phasen. Die geologische Vorerkundung, die Bohrphase, den Bau und schließlich den Betrieb der Energiezentrale zur Erzeugung von Wärme und Strom. In der Phase der geologischen Vorerkundung werten Experten die Daten über die Beschaffenheit des Untergrundes aus.

Informationsabend zum Geothermie-Kraftwerk

Als Datenquellen dienen bereits vorhandene Bohrungen und seismische Messungen, die in den nächsten Tagen in der Traunsteiner Region durchgeführt werden sollen. Um die optimale Förderstelle für das heiße Thermalwasser zu ermitteln, wird mit der so genannten 3D-Seismik der Untergrund untersucht. Das Verfahren, das dem medizinischen Ultraschall gleicht, erstellt ein dreidimensionales Bild der unterirdischen Erdschichten.

Bürgerinformation im Sailer-Keller

Die Geothermie Traunstein Projekt GmbH realisiert in der Region Traunstein ein Geothermie-Kraftwerk. Es soll rund 5.000 Haushalte mit Wärme und 10.000 Haushalte mit Strom versorgen. Das zur Chieminger EHG-Gruppe gehörende Unternehmen hatte am Mittwoch die Bevölkerung zur Bürgerinformationsveranstaltungen über das Projekt, die anstehende 3D-Seismikkampagne und die relativ junge Technologie der hydrothermalen Tiefengeothermie in den Traunsteiner Sailer-Keller eingeladen.

Mit detaillierten Karten informierten die Geschäftsführer Thomas Engmann und Matthias Hiegl sowie Dr. Andreas Schuck von der Projektüberwachung und Silke Bißmann (Projektleiterin) ausführlich die Vorgänge der Messungen, Funktion eines Geothermie-Krafwerkes, über Bohr- und Verfahrenstechnik und den Ablauf Seismischen Messungen. Sie stellten sich den Fragen der Bürger.

Die seismischen Untersuchungen mit so genannten Vibro-Fahrzeugen werden voraussichtlich sechs Wochen dauern. Diese Spezialfahrzeuge werden Schallwellen in den Untergrund senden, die sich in die Tiefe ausbreiten und von den einzelnen Gesteinsschichten unterschiedlich reflektiert werden. Die reflektierten Impulse erfassen an der Oberfläche hochempfindliche Signalempfänger.

Untersuchungen vor dem Bau

So war zu erfahren, dass die "Vibro"-Fahrzeuge sich überwiegend auf dem bestehenden Wegenetz bewegen, und dass die Untersuchungen nur wenige Minuten dauern. „Leichte Erschütterungen, Lärm- und Verkehrsbeeinträchtigungen, die hierbei entstehen, sind nur von sehr kurzer Dauer", erklärt Engmann. Wenn Gläser auf dem Tisch wackeln heißt es nicht, dass am Haus ursächlich Schäden entstehen. „Sollten bei solchen seismischen Untersuchungen Gebäudeschäden entstehen, sind diese über eine Versicherung gedeckt.“

Zu Fragen der Auswirkung der Erschütterungen auf Flora und Fauna wurde erklärt, dass weder die seismischen Untersuchungen mit den Vibro-Fahrzeugen noch der Betrieb des Geothermie-Kraftwerkes für die heimische Tier- und Pflanzenwelt nachhaltige Folgen haben.

„Die Messungen finden nur über einen kurzen Zeitraum statt und das Kraftwerk benötigt im Betrieb wenig Platz, stößt keine Schadstoffe aus und erzeugt kaum Lärm oder Verkehr. Um den Einfluss auf die Tier- und Pflanzenwelt zu bewerten, werden im Voraus unabhängige Fachgutachten eingeholt. Anschließend erfolgt eine umfassende Prüfung durch die zuständigen Behörden im Genehmigungsverfahren. Die Erschütterungen, die von den Vibro"-Fahrzeuge ausgehen, sind keine Erdbeben, auf der Richterskala für Erdbeben nicht erfassbar.“ sagen die Betreiber.

amf

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Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © amf

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