Am Ostermontag in Traunstein

Die Kammerer nehmen wieder am Georgi-Ritt teil

Traunstein - Die Traunsteiner Rittbitter trugen am Samstagabend ihr Anliegen vor wieder beim Ritt teilzunehmen - und erhielten Zusage. Der traditionelle Georgi-Ritt findet an Ostermontag statt.

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Eine große Abordnung des Traunsteiner Georgi-Vereins fand sich am Samstagabend, den 13. April, im Gasthof zur Post in Kammer ein, um zum Ritt einzuladen

Traunsteins 2. Bürgermeister Hans Zillner freute sich über den starken Besuch und hieß die Rittbitter in der ehemals selbständigen Gemeinde Kammer willkommen. Die Pfarrei St. Oswald und die Stadt Traunstein sind neben dem Georgi-Verein Mitveranstalter des Ritts, so Zillner, und begrüßte von der Geistlichkeit den Chef der Stadtkirche Stadtpfarrer Dekan Georg Lindl. Albert Schmied, 1. Vorsitzender des Georgi-Vereins bekräftigte, dass der Verein stets um den Erhalt der Tradition bemüht ist, deshalb brauchen wir an diesem Tag auch kein Bierzelt und keine Verkaufsstände, obwohl es aufgrund der vielen Besucher immer wieder entsprechende Interessenten und Anfragen dafür gebe, meinte Schmied. 

Der Verein will die bayerische Tradition ungeschminkt weitergeben, eine öffentliche Wertschätzung für Ritt und Schwerttanz hat man durch die Auszeichnungen des Bayerischen Kulturerbes und die Aufnahme in das immaterielle Kulturerbe der Unesco erfahren, auch das Rittbitten gehört ohne Zweifel zu diesen kulturellen Handlungen. Er ging auf einige organisatorische Maßnahmen näher ein. 

Wegen des witterungsbedingten Schneedruckschadens an Stallungen der Chiemgauhalle wird der Georgi- Verein ein Zelt für die notwendige Vorbereitung mehrerer Pferde aufstellen, da die Nutzung der beschädigten Stallungen aus Sicherheitsgründen dafür nicht mehr genehmigt wurde. Der Vereinsvorsitzende empfahl das „Cafe St.Georg“, das mit einem großen Angebot an Getränken und köstlichen Backwaren den Besuchern im Traunsteiner Rathaus am Tag des Ritts wieder zur Verfügung stehen wird. 

Schmied sprach dann die offizielle Einladung zum Georgi-Ritt aus und bat Hans Jobst, den Vorsitzenden der Kammerer Rosserer, um ihr zahlreiches Kommen am Ostermontag. Rosserer-Vorstand Hans Jobst sicherte mit dem traditionellen Spruch seines langjährigen Vorgängers, dem Schneider Wimmer Lois „Hie gut allweg, alten Brauches Pfleg`, wir entsprechen eurer Bitt` und reiten wieder mit“ den Traunsteinern sein Kommen zu. „Wir werden gerne wieder zum Ritt in die Kreisstadt kommen und uns den Segen für Ross und Reiter, für Haus und Hof holen, wie wir das auch in den vergangenen Jahren getan haben“ versprach er. Für ihn sei es selbstverständlich, dass man den historischen Traunsteiner Ritt bestmöglich unterstützen und mithelfen müsse, dass der Ostermontag wieder ein Festtag für alle Pferdefreunde und die gesamte Bevölkerung wird. 

Traunsteins Vizebürgermeister Hans Zillner dankte Hans Jobst für die Bereitschaft, wieder mit seinen Rosserern am Ostermontag in die Kreisstadt zu kommen und aktiv am Ritt teilzunehmen. Zillner: „Ein Georgi-Ritt wäre ohne Nachbargemeinden nicht denkbar und es beruhigt uns, wenn die Kammerer mit ihren herausgeputzten und geschmückten Rössern und die Reiter in sauberem Gewand, so wie sich das gehört und wir es von euch gewohnt sind, wieder am Ritt teilnehmen. Stadt und Land, Hand in Hand – das wird am Ostermontag in unserer Stadt eindrucksvolle Wirklichkeit und positiv gelebt“. 

Die Pferdewallfahrt nach Ettendorf wird ohne Zweifel auch in diesem Jahr wieder zu den Höhepunkten der Veranstaltungen in der Stadt und der gesamten Region gehören meinte er und dankte namens der Stadt dem Vereinsvorstand und den zahlreich anwesenden Rittbittern und Rittbitterinnen des St.-Georg-Vereins für ihre fünfwöchige Begleitung bei 14 erfolgreichen Rittbitt-Abenden, wo man erfreulicherweise immer mit den erwarteten Teilnahmezusagen die Heimfahrt antreten konnte. 

Sein besonderer Dank wurde Frau Rosmarie Kotter zuteil: Sie hatte wieder einige Brotkörbe vorbereitet und verteilte mit Helferinnen geschmackvolle Brotscheiben an alle Anwesenden im vollbesetzten Saal. Laut Hans Zillner geht dies als alter Brauch darauf zurück, dass in den entbehrungsreichen Nachkriegsjahren bei den Rittbitten der Kammerer „Emmerbauer“ großzügigerweise einen Brotlaib an die „ausgehungerten Städter“ verteilte. Frau Kotter hält diesen Brauch seit Jahrzehnten aufrecht meinte er und merkte an „obwohl die Städter nicht mehr so ausgehungert aussehen“ – was von den Zuhörern lachend mit Humor aufgenommen wurde. 

Mit seinem Wunsch auf einen unfall- und störungsfreien Ritt bei hoffentlich gutem Wetter wurde der offizielle Teil des Abends beendet, dem sich ein geselliger Teil anschloss. Die Kinder des GTEV Eschenwald Rettenbach, der Alterfinger Zwoagsang und die „Stoigassnmusi“ sorgten für eine passende Unterhaltung während des gesamten Abends.

Pressemeldung Georgi-Verein Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © Georgi-Verein Traunstein

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