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Danzer: Darum will ich Landrat werden

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Als Landratskandidat der Freien und Unabhängigen Wähler tritt Andreas Danzer (rechts) bei der Kommunalwahl am 16. März 2014 an: der Vorsitzende der Kreistagsfraktion Dr. Lothar Seissiger (Mitte) und der stellvertretende Kreisvorsitzende Thomas Kamm (links) gratulierten ihm zur Nominierung.

Traunstein - Andreas Danzer soll für die Freien Wählern gegen Siegfried Walch, Josef Konhäuser und Co. antreten: „Ich bin bereit, lassen Sie es mich unter Beweis stellen!“

Dies betonte der frisch gekürte Landratskandidat der Freien Wähler, Andreas Danzer, am Ende der Nominierungsversammlung im Gasthaus „Sailer Keller“. Auch wenn der Kreisverband der Freien Wähler in den letzten Wochen ein großes Geheimnis um die Nominierung seines Landratskandidaten gemacht hatte, war es letztendlich keine große Überraschung, dass die 65 anwesenden Mitglieder ihren 40-jährigen Vorsitzenden mit großer Mehrheit ins Rennen um die Nachfolge von Amtsinhaber Hermann Steinmaßl (CSU) schickten. Auf den zweifachen Familienvater Danzer entfielen 62 Ja-Stimmen, bei zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung.

Horst Leinert, der ursprünglich auch eine Kandidatur in Erwägung gezogen hatte, zog diese unmittelbar vor der Wahl mit der Begründung zurück: „Nachdem der Andreas Danzer das machen wird, habe ich kein Interesse mehr, das zu machen“. Der Tachinger Leinert, der vor wenigen Wochen aus der CSU ausgetreten war, verließ daraufhin das Rednerpult, klatschte Danzer ab und ging unter Applaus zu seinem Sitzplatz.

„Der Landrat hat eine sehr anspruchsvolle Funktion, 3000 Mitarbeiter und 350 Millionen Euro zu händeln, da braucht es jemanden, der das Zeug dazu hat und der das im Kreuz hat“, betonte der stellvertretende Kreisvorsitzende und Siegsdorfer Bürgermeister Thomas Kamm, der den verhinderten „Hausherrn“ Oberbürgermeister Manfred Kösterke vertrat. Mit Danzer verfüge man über einen jungen Kandidaten, der alle Voraussetzungen für dieses schwierige Amt mitbringe und auch die junge Generation für die Politik und insbesondere für kommunalpolitische Themen begeistern könne.

„Wir haben einen guten Kandidaten, der für seine politischen Ziele und Überzeugungen kämpft, dafür einsteht und im Stande ist, Mehrheiten zu gewinnen“, resümierte der Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Dr. Lothar Seissiger, und schob hinter: „Die Fraktion steht hinter Dir“. Er freute sich sehr darüber, dass der Versammlung 23 der 25 Ortsverbände beiwohnten. Das sei schon „was Historisches“, so Landtagskandidat Seissiger.

„Ich bin 40 Jahre alt und ich denke, dies ist das optimale Alter für den Landratsposten“, betonte der Grabenstätter Gemeinderat und stellvertretende FWG-Ortsvorsitzende Danzer in seiner knapp 15-minütigen Rede. Da er Verwaltungsfachangestellter im mittleren Dienst im Landratsamt gelernt habe und im dortigen Prüfdienst auch als Innenrevisor und örtlicher Rechnungsprüfer tätig gewesen sei, kenne er die dortigen Abteilungen bestens.

1995 wechselte Danzer zur AOK Bayern, wo er heute als Verwaltungsangestellter im gehobenen Dienst arbeitet. Als „wichtiges politisches Ziel“ müsse die Kreisumlage stabil gehalten werden, damit der Handlungsspielraum für die Kommunen erhalten bleibe, forderte Danzer. Zudem gelte es den vorhandenen Schuldenberg kontinuierlich abzubauen.

Schwerpunktthemen sind für ihn auch Bildung, Arbeitsmarkt, die Fusion der beiden Tourismusverbände Chiemgau und Chiemsee-Alpenland, eine Verkehrsanbindung zum Flughafen über den Schienenweg nach Mühldorf, Energiewende, Jugendhilfe, Hochwasserschutz und der Erhalt der Krankenhäuser und Kreisaltenheime. Ehrenamtlich tätig gewesen sei er als Kassier beim Verband der Forstberechtigten, stellvertretender Elternbeiratsvorsitzender an der Grundschule Grabenstätt und 20 Jahre in diversen Funktionen beim TSV Grabenstätt. Derzeit ist er auch stellvertretender Schwerbehindertenvertreter der AOK Bayern in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land.

Mit den meisten Stimmen sei er 2008 in den Gemeinderat gewählt worden, blickte Danzer auf seine bisherige politische Karriere zurück. Gegen den amtierenden Bürgermeister Schützinger habe er aus dem Stand „ein sehr gutes Ergebnis von knapp 43 Prozent“ erzielt. „Mit der Erststimme hätte ich 2008 den Landtagssitz errungen“, erinnerte Danzer.

Seine politischen Ziele verfolge er stets abgestimmt und im Einklang mit der Fraktion, „aber auch der Konsens mit anderen Parteien ist mir wichtig“, so Danzer.

Die CSU nominierte unlängst Siegfried Walch und die SPD den stellvertretenden Landrat Josef Konhäuser. Es ist davon auszugehen, dass sich noch weitere Kandidaten anderer politischer Gruppierungen um das Amt des Landrats bewerben werden. Der 65-jährige Amtsinhaber Hermann Steinmaßl kann aufgrund der Altersgrenze nicht mehr für eine dritte Amtszeit kandidieren. mmü

Dr. Lothar Seissiger, Fraktionsvorsitzender der FW/UW im Kreistag, berichtete abschließend noch aus der Fraktion und nannte unter anderem die Rettung der Traun-Alz-Bahn, die Einführung der Biotonne 2015, die geplante Biogasanlage in Burgkirchen, den befürworteten Aubergtunnel in Altenmarkt sowie latente Probleme mit den Krankenhäusern und Altenheimen.

Wie zu vernehmen war, unterstütze die Fraktion der Freien Wähler mehrheitlich den Olympia-Bürgerentscheid und die Berufung von Stephan Semmelmayr zum neuen Geschäftsführer des Chiemgau Tourismus. „Bei uns gibt es aber grundsätzlich keinen Zwang, denn ihr seid´s Freie Wähler und das bleibt´s bitte auch“, appellierte Seissiger.

Die Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes ist am 25. September, um 19.30 Uhr im Sailer Keller und die Aufstellung der Kreistagslisten erfolgt dort am 23. Oktober, um 19.30 Uhr.

Markus Müller

Quelle: chiemgau24.de

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