Franz Maget: Plädoyer für den Sport

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Franz Maget führte aus, was Sport für die ganze Gesellschaft leisten kann.

Traunstein - Beim Sozialempfang sprach in diesem Jahr Franz Maget, Vize-Präsident des Bayerischen Landtags. Es drehte sich alles um das Thema "Sport":

„Wo ist ein Sport-Sozialempfang besser aufgehoben als in Traunstein, der Stadt des Sports?“, gab Oberbürgermeister Manfred Kösterke eingangs im gut gefüllten „Bräustüberl“ des Hofbräuhauses zu bedenken. „Dich verbindet man sofort mit Sport und wir wissen ja alle, dass du einmal nur ganz knapp am „Mister Landtag“ vorbeigeschrammt bist“, begrüßte die Rosenheimer Landtagsabgeordnete Maria Noichl (SPD) den ewig jungen, sportlichen Vize-Präsidenten des Bayerischen Landtages und früheren SPD-Fraktionsvorsitzenden beim Sozialempfang zum Thema „Sport und Ehrenamt“.

Maget für mehr Schulsport

Maget brach sogleich eine Lanze für den Sport, der einen „wichtigen Beitrag zur Gesundheitsförderung und -bildung leistet“. Gleiches gelte auch für die Jugendförderung. So sei es erwiesen, dass Jugendliche, die sich in Vereinen engagieren, „seltener delinquent werden“, betonte Maget und schob hinterher: Wie im Bereich Gesundheit gelte auch hier, „Prävention ist besser und kostengünstiger als Heilung“. Für den Schulsport bliebe vor allem im neuen achtjährigen Gymnasium (G8) viel zu wenig Zeit, mahnte der Referent an und bezeichnete Bayern als „das Bundesland mit den geringsten Sportstunden im Schulunterricht“. Auch Musik, Theater und diverse Neigungsgruppen kämen zu kurz. Ganztagsschulen könnten hier Abhilfe schaffen.

Bei der Aufrechterhaltung des Sportbetriebs seien die bayerischen Sportvereine mit ihren 4,4 Millionen Mitgliedern unverzichtbar. Aber auch die Vereine müssten flexibler werden. Maget nannte „offene Lauftreffs“ und riet von festen Trainingsterminen ab. Da viele Sportvereine finanzielle Probleme hätten, müsse man den Übungsleiterzuschuss „deutlich anheben“. Offen kritisierte er, dass die Zuschüsse meist nur vor Wahlen fließen würden. Ein Unding sei es auch, dass Vereine bis zu acht Jahre auf zugesicherte Fördergelder warten müssten, denn für die Zwischenfinanzierung gelte es Kredite mit hoher Zinsbelastung aufzunehmen.

Sport ist wichtig für die Gesellschaft

Sich ehrenamtlich in Vereinen zu engagieren, bringe nicht nur persönliche Anerkennung, so Maget, sondern trage „zum Gelingen eines Gemeinwesen“ bei. Dies sei die „Basis für eine soziale Gesellschaft“. Auch Arbeitgeber sollten sich dies stets vor Augen halten, denn sozial engagierte Menschen sind seiner Meinung nach „die besten Mitarbeiter“. Der Sport leiste auch „einen der wichtigsten Beiträge bei der Integration von Menschen aus anderen Ländern und Kulturen“. Das schweiße zusammen, wenn man auf dem Sportplatz gemeinsam Siege feiere und sich manchmal auch Niederlagen schönreden müsse. Mit Sorge betrachtet der Landtags-Vizepräsident die Entwicklung, dass es in den Großstädten immer mehr Mannschaften gebe, zu denen Deutsche gar keinen Zutritt hätten.

Wichtig sei der Sport auch bei der Inklusion, sprich der „gleichberechtigten Beteiligung junger Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung“. Viele Menschen wüssten gar nicht, zu welch sportlichen Höchstleistungen Behinderte fähig seien. Gegen eine Fußball-Mannschaft mit taubstummen Spielern habe er mit der Landtagsmannschaft einst „zweistellig verloren“, so der SPD-Politiker. Als weiteres Beispiel führte er die blinde Ex-Biathletin Verena Bentele an, die in ihrer Karriere zig Goldmedaillen gewonnen habe und nun sportpolitische Beraterin des SPD-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl, Christian Ude, sei. Der Spitzensport schaffe nicht nur Vorbilder für die Jugend, sondern könne auch eine Bereicherung für eine ganze Region sein, betonte Maget und erinnerte an die Chiemgauer Weltcup-Orte Ruhpolding und Inzell. Spitzensport und Breitensport dürften aber niemals in Konkurrenz zueinander stehen.

Maget war auf Einladung seiner Parteifreundin Maria Noichl, MdL, nach Traunstein gekommen, um beim Sozialempfang als Redner aufzutreten. Zuvor hatte er mit Noichl, der hiesigen Bundestagsabgeordneten Dr. Bärbel Kofler, Oberbürgermeister Manfred Kösterke, Alt-OB Fritz Stahl, dem SPD-Kreisvorsitzenden Dr. Dirk Reichenau und Vereinsvertretern des Sportbundes Chiemgau Traunstein das neue Sportzentrum in Empfing besichtigt.

mmü

Quelle: chiemgau24.de

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