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Großübung mit 450 Einsatzkräften im Landkreis Traunstein

Flächenlagenübung zur Feuerwehr-Aktionswoche „Helfen ist Trumpf“ 

Die Bekämpfung eines großflächigen Waldbrandes wurde in der Gemeinde Engelsberg geübt, zum einen konventionell mit Löschtrupps am Boden, aber auch mit einem Hubschrauber, der mit Löschbehälter ausgestattet, Wasser über den Brandstellen, abwarf.
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Die Bekämpfung eines großflächigen Waldbrandes wurde in der Gemeinde Engelsberg geübt, zum einen konventionell mit Löschtrupps am Boden, aber auch mit einem Hubschrauber, der mit Löschbehälter ausgestattet, Wasser über den Brandstellen, abwarf.

Was passiert, wenn es im Landkreis Traunstein innerhalb kurzer Zeit an verschiedenen Orten zu Unfällen und Unglücken kommt? Wie können Feuerwehr, Hilfs- und Rettungsdienste eine sogenannte „Flächenlage“ – eine Vielzahl von gleichzeitigen Einsätzen in der Fläche und im Gebiet des Landkreises Traunstein bewältigen? 

Traunstein - Dies wurde bei einer Großübung von Feuerwehren, zusammen mit Hilfs- und Rettungsdienst geübt. Mehr als 450 Einsatzkräfte, der überwiegende Teil davon von den Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis, aber auch Helferinnen und Helfer von Technischem Hilfswerk (THW), Bayerischem Rotem Kreuz (BRK), Deutscher-Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG), Wasserwacht, Bergwacht, Polizei und Vertreter der Bundeswehr übten gemeinsam, überprüften Führungsstrukturen und Einsatzführung, die Zusammenarbeit im Führungsstab und die Kommunikation der Einsatzleitung, die als Führungsstab im Landratsamt Traunstein alle Fäden in der Hand hielt.

Getestet wurden auch die Kommunikation und Kooperation mit den vier dezentralen Führungsstellen im Landkreis Traunstein. Auf den Prüfstand gestellt wurde auch die neue Einsatzleit-Software EDP4. Der Kreisfeuerwehrverband und die Kreisbrandinspektion nahmen die diesjährige Feuerwehr-Aktionswoche unter dem Motto „Helfen ist Trumpf“ als Anlass für die landkreisweite Großübung.  

Geübt wurde auch der Einsatz der noch neuen Hochleistungspumpen, die der Landkreis Traunstein beschafft hat, um für Hochwasser und Starkregenereignisse gerüstet zu sein. Eine der Spezialpumpen wurde am Chiemsee in Stellung gebracht und deren Leistungsfähigkeit intensiv geprüft.

Übungs- und Einsatzstellen im ganzen Landkreis

Geübt wurde an 17 verschiedenen Übungs- bzw. Einsatzstellen im Landkreis, von Engelsberg im Norden bis Übersee im Süden sowie vom Chiemsee bis zur Salzach. Jede der einzelnen Schadensereignisse und Einsatzübungen hatte einen anderen Schwerpunkt und vordefinierte Ziele, die von den Übenden erreicht werden sollten.

Bei Engelsberg im Eiglwald wurde ein großflächiger Waldbrand als fingierte Einsatzszene angenommen. Dort wurde die Nutzung von Waldbrandsätzen – spezieller Sondereinsatzmittel zur Bekämpfung von Flächen- und Waldbränden – geübt. Auch die Wasserführung über lange Schlauchstrecken und die Einrichtung eines Pendelverkehrs mit Tanklöschfahrzeugen, die das Löschwasser von einer Saugstelle am Mörnbach bis nahe an die Brandstellen und zu den Löschmannschaften transportierten, war Aufgabe der Feuerwehren. Eine weitere Schlauchleitung über fast zwei Kilometer wurde vom Alzkanal bei Wiesmühl bis zum Sportplatz Engelsberg aufgebaut.

Am Sportplatz bereiteten die Feuerwehren die Befüllung von Außenlastbehältern für Hubschrauber vor. Ebenso wurde die Zusammenarbeit mit Flugzeugbesatzungen geübt, die zur Erkundung und Beobachtung aus der Luft eingesetzt waren. Auf dem Flugplatz Schönberg bei Kienberg wurde ein Hubschrauberlandeplatz vorbereitet und eine Flugleitung eingerichtet, die das Löschen aus der Luft koordinierte.  

Nach einem Starkregen in Kössen/Tirol wird auf der Tiroler Ache ein Ölfilm festgestellt, der in Richtung Chiemsee schwimmt, so eine der Übungsannahme.

In die Tiroler Achen bei Übersee, kurz vor dem Zufluss zum Chiemsee, ebenso in Chieming am Lohbach, wurde von den Feuerwehren, in Zusammenarbeit mit DLRG und THW, der Einbau von Ölsperren trainiert, ebenso die Separierung der Gewässerverunreinigung mit Spezialgerät. Auch bei dieser Übung ging es vorrangig um die Zusammenarbeit von verschiedenen Feuerwehr-Einheiten, die über eine Ölwehr-Ausrüstung verfügen. 

Der Einsatz der beiden Feuerwehr-Messzüge – Sondereinheiten, die bei Chemieunfällen sowie Austritt und Freisetzen von Gefahrstoffen gefordert sind – wurde in Traunstein und Fridolfing geübt. Bei Verladearbeiten in einem Industriebetrieb in Fridolfing tritt eine undefinierbare Gaswolke aus. Diese zieht über bewohntes Gebiet. Die Mannschaft des Messzuges Süd wurde daraufhin beauftragt festzustellen, um welchen Gefahrstoff es sich handelt und zu bewerten welche Gefahren für die Bevölkerung bestehen. Auch soll eventuelle Evakuierungsgebiete festgelegt werden. Ebenso waren, sofern notwendig, die Bürger gewarnt werden, zum Beispiel mit Lautsprecherdurchsagen. Ein ähnliches Szenario wurde in Traunstein am Bahnhof in Szene gesetzt. Als Übungsvorgabe wurde angenommen, dass ein Güterwaggon in Brand geraten und eine Rauchwolke über Traunstorf zieht. Auch hier war es Aufgabe der Sondereinheit „Messzug“ im betroffenen Wohngebiet regelmäßige Messungen durchzuführen und weitere Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung abzuwägen. 

Intensiv geübt wurde der Einsatz von Hochleistungspumpen. Der Landkreis Traunstein hatte die sehr leistungsfähigen Pumpen vor wenigen Monaten für den Katastrophen- und Bevölkerungsschutzes beschafft. Um weitere Erfahrung für deren Einsatz bei Unwetterlagen wie Starkregen und Hochwasser zu gewinnen, war deren Einsatz bedeutender Teil der Übung. Die vier Spezialpumpen wurden am Obinger See, am Campingplatz Rödlgries bei Übersee, am Surspeicher bei Ringham sowie in Unverzug bei Petting in Stellung gebracht. Eine der vier Spezialpumpen wurde bis zur Leistungsgrenze hochgefahren, um deren maximale Belastung festzustellen.  

Nach einem Starkregen in Kössen/Tirol wird auf der Tiroler Ache ein Ölfilm festgestellt, der in Richtung Chiemsee schwimmt, so eine der Übungsannahme.

Kulinarische Versorgung furch Feldküche der Bundeswehr

 „Ohne Verpflegung keine Bewegung“ – ein altbekannter Spruch, dem die Gesamteinsatzleistung unter Kreisbrandrat Christof Grundner Rechnung trug. Als Extra-Aufgabe wurde die Verpflegung der 450 eingesetzten Ehrenamtlichen in das Übungsszenario integriert. Essen für die Übungsteilnehmer wurde in einer Feldküche der Bundeswehr gekocht und von Versorgungsfahrzeugen der Feuerwehr zu den verschiedenen Übungsorten gebracht.

Die Feuerwehren errichteten darauf Ölsperren in der Tiroler Ache sowie im Chiemsee - dort zusammen mit Wasserwacht und THW – und hatten die Aufgabe das Öl zu separieren und abzuschöpfen und eine Umweltverschmutzung zu verhindern.

Am Ende der Großübung, die mehr als zehn Stunden dauerte, zog Kreisbrandrat Christof Grundner ein positives Fazit. „Alle Übungen wurden erfolgreich abgeschlossen.“ Man habe wertvolle Erkenntnisse gewonnen, die in Einsatzpläne einfließen werden, kündigte Grundner an. Auch kann mit der Erfahrung aus der Großübung die Führungsstruktur, die Stabsarbeit und Einsatzkoordination bei Flächenlagen, ebenso die Kommunikationstechnik weiter optimiert werden. Grundner würdigte zum Übungsende das Engagement und den Eifer aller Übungsteilnehmer, die sich den Herausforderungen der Großübung gestellt hatten und hochmotiviert sowie mit Disziplin bei der Sache waren.

Pressemitteilung Kreisfeuerwehrverband Traunstein

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