3600 Mal wurde die "112" gewählt!

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401 Mal gab es im letzten Jahr Feueralarm für die Wehren im Landkreis Traunstein. 18 Menschen retteten die Floriansjünger aus brennenden oder verrauchten Gebäuden; zehn Personen wurden über Feuerwehr-Drehleitern in Sicherheit gebracht.

Traunstein - Fast 3000 Einsätze und 65.000 Stunden ehrenamtlicher Dienst - die Feuerwehren im Landkreis hatten im Jahr 2011 jede Menge zu tun:

Die 81 Feuerwehren im Landkreis Traunstein rückten im letzten Jahr insgesamt 3600 Mal aus und bewältigten dabei 2878 Einsätze. Das sind 142 Einsätze mehr als im Vorjahr (2736), was einer Steigerung um 5,2 Prozent entspricht. Die Zahl der Alarmierungen stieg um 15,6 Prozent. Die 4394 Feuerwehrmänner und –frauen im Landkreis Traunstein leisteten dabei 64.533 Stunden ehrenamtlichen Dienst. 401 Mal gab es Feueralarm, 2387 Einsätze betrafen technische Hilfeleistungen, zum Beispiel die Rettung eingeklemmter Personen bei Verkehrsunfällen, die Beseitigung von Sturm- und Hochwasserschäden oder Einsätze zum Schutz der Umwelt, wie das Binden von Ölspuren auf Fahrbahnen oder Gewässern. Die Ersthelfer-Einheiten (First-Responder) der Feuerwehren, vorrangig die der Feuerwehr Waging, rückten 255 Mal aus, retteten 160 Menschen und leisteten qualifizierte Hilfe bis zum Eintreffen von Rettungsdienst und Notarzt. 308 Sicherheitswachen bei Veranstaltungen wurden geleistet und 254 Mal gab es Fehlalarm, darunter auch einige böswillige Alarme.

Die Einsatzbilanz 2011 stellte Kreisbrandrat Hans Gnadl bei der Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein vor, die zugleich Dienstversammlung der Kommandanten und Stellvertreter im Landkreis Traunstein ist und in der Aula der Gewerblichen Berufsschule I in Traunstein stattfand. Bei Einsätzen zur Technischen Hilfeleistung wurden 84 Menschen lebend gerettet. 14 Menschen konnten von den Floriansjüngern trotz schneller technischer Hilfe nur noch tot geborgen werden. Bei Bränden retteten die Feuerwehren 18 Menschen aus brennenden oder verrauchten Gebäuden; zehn Personen wurden über Feuerwehr-Drehleitern in Sicherheit gebracht. Zwei Menschen kamen bei Bränden in Holzhausen bei Bergen und in Matzing ums Leben. Bei zwei Großbränden in Wang bei Nußdorf und in St. Leonhard wurden landwirtschaftliche Anwesen weitgehend zerstört. Die technischen Hilfeleistungen sind mit 66,2 Prozent der Gesamteinsätze die Hauptaufgabe der Floriansjünger im Landkreis Traunstein. Dem gegenüber waren nur 11 Prozent der Feuerwehreinsätze des letzten Jahres Löscheinsätze.

Kreisfeuerwehrchef Gnadl lobte die Feuerwehren, die auch schwierigste Einsatzsituationen meistern und unter höchster Anspannung professionelle Arbeit leisten. Gnadl betonte, dass der Dienst zum Schutz und zur Hilfe der Allgemeinheit freiwillig und unentgeltlich erbracht werde. Dieses ehrenamtliche Engagement der 4050 Feuerwehrmänner und 344 Feuerwehrfrauen hob der Kreisbrandrat besonders würdigend hervor. In mehr als zwei Drittel aller Feuerwehren im Landkreis Traunstein wirken Frauen aktiv mit. Einschließlich der Ausbildung, Übungen, Lehrgängen sowie Vor- und Nachbereitung von Einsätzen haben die Aktiven rund 450.000 Stunden ihrer Freizeit in den Dienst der Feuerwehren und das Wohl der Allgemeinheit gestellt. 749 Aktive unterzogen sich im letzten Jahr einer Leistungsprüfung. 262 Feuerwehrler absolvierten die Leistungsprüfung Technische Hilfeleistung mit Erfolg; die Prüfung der „Gruppe im Löscheinsatz“ absolvierten 487 Teilnehmer. Der Kreisfeuerwehrverband veranstaltete 44 Fachlehrgänge, an denen 884 Aktive teilnahmen. 1506 Feuerwehrmänner und –frauen im Landkreis sind als Atemschutzträger ausgebildet. Davon nahmen im letzten Jahr 1467 an den regelmäßigen Belastungstests teil. In der Brandsimulationsanlage im Feuerwehrgerätehaus Traunreut wurden 62 Lehrgänge mit 302 Atemschutzträgern veranstaltet. 697 Buben und Mädchen gehören den Jugendfeuerwehren im Landkreis Traunstein an. Fast alle Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis betreiben aktiv Jugendarbeit und Nachwuchsförderung, berichtete Florian Reiter, Fachkreisbrandmeister für die Jugendarbeit. 129 Jugendliche haben im letzten Jahr die Prüfung zur Jugendleistungsspange und damit die Grundausbildung für den Anwärter erfolgreich bestanden. Den Wissenstest bestanden 453 Jugendfeuerwehrler. Besondere Ereignisse des letzten Jahres war der Kreisjugendfeuerwehrtag in Obing, an dem über 500 Jugendfeuerwehrler mitwirkten.

Obwohl der Personalstand insgesamt zufriedenstellend ist und die hervorragende und intensive Jugendarbeit Früchte trage, sei es weiterhin notwendig für die ehrenamtliche Mitarbeit in den Feuerwehren zu werben. Der Kreisrandrat forderte dazu auf die groß angelegte Imagekampagne des Landesfeuerwehrverbandes aktiv mitzutragen. Neue Helferinnen und Helfer seien ebenso wichtig wie Wiedereinsteiger und junge Menschen, die sich für den Feuerwehrdienst einsetzen, sagte Kreisbrandrat Gnadl. Basis der erfolgreichen Jugendarbeit sei das engagierte Bemühen der Jugendwarte, Gruppenführer und Kommandanten in den einzelnen Wehren, die die Anwärter hervorragend ausbilden und stets bemüht sind den Interessen der Jugendlichen zu entsprechen.

„Ohne die vielen gut ausgebildeten, hoch motivierten, ehrenamtlich und unentgeltlich tätigen Feuerwehrdienstleistenden sei die schnelle und effektive Hilfe nicht möglich, betonte stellvertretender Landrat Herbert Häusl. Das hervorragende Sicherheits- und Rettungssystem im Landkreis Traunstein werde von der Bevölkerung geschätzt, häufig aber auch als selbstverständlich angesehen. „Fahrzeuge und Geräte kann man kaufen, die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehrler sei jedoch unbezahlbar.“ Ehrenamtlich tätig zu sein, selbst wenn das eigene Leben und die Gesundheit auf dem Spiel stehen, verdiene höchste Anerkennung. Häusl lobte die überaus engagierte Jugendarbeit in den Feuerwehren. „Das ist in die Zukunft gerichtete Arbeit und Garant für das Fortbestehen der Freiwilligen Feuerwehren. Häusl sprach den Floriansjüngern ein „Vergelt`s Gott“ für den Dienst am Gemeinwohl aus.

„Ohne die Feuerwehren wäre vernünftige Polizeiarbeit in vielen Bereichen überhaupt nicht möglich und vorstellbar“, würdigte Polizeioberrat Peter Böttinger. „Ob Brände, technische Hilfeleistung oder Menschenrettung bei Unfällen – die Feuerwehren sind kompetente Ansprechpartner und Helfer“, lobte Böttinger.

Pressemitteilung Kreisfeuerwehrverband und Kreisbrandinspektion Landkreis Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

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