Vortragsreihe des Historischen Vereins startet

Das Ende der Saline vor 100 Jahren

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Traunstein - Es war ein wichtiges Datum für die Traunsteiner Stadtgeschichte, aber alles andere als ein Grund zum Feiern:

Am 29. Juni 1912 zogen die Arbeiter das letzte Salz aus einer der Sudpfannen, und das bedeutete das Ende der Saline, die 1619, also knapp dreihundert Jahre zuvor, der spätere Kurfürst Maximilian von Bayern in Betrieb genommen hatte.

Diesem Thema widmet sich der Traunsteiner Journalist Gernot Pültz zum Auftakt der Vortragsreihe des Historischen Vereins für den Chiemgau zu Traunstein am Freitag, 26. Oktober, um 20 Uhr bei freiem Eintritt in der Zieglerwirtsstube des Heimathauses.

Nachdem im Jahr 1613 bei der Reinigung eines Brunnenschachtes der Reichenhaller Saline eine neue, hochgrädige Solequelle aufgerissen wurde, hatte der damalige Sekretär Herzog Maximilians, Oswald Schuß, die Idee, mit dem Bau einer Soleleitung nach Siegsdorf neue Holzquellen für die energieintensive Versiedung des Salzwassers in den Wäldern an der Traun zu erschließen. Dass schließlich diese mehr als 30 Kilometer lange Leitung, die wir heute als "erste Pipeline der Welt" bezeichnen, nach Traunstein, besser gesagt in die Hofmark Au weitergeführt wurde, lag an der fehlenden Infrastruktur des damaligen kleinen Ortes Siegsdorf. Und so begann für Traunstein ein wichtiger Industriezweig, der fast 300 Jahre die wirtschaftliche Basis der Stadt darstellen sollte.

Das Aus kam im Jahr 1912. Der Bayerische Landtag hatte auf Antrag der Regierung nach heftigen Debatten bereits 1910 beschlossen, die Salzproduktion in Traunstein aufzugeben und nach Reichenhall zu verlagern. Über die Gründe und die Folgen dieser für die Stadt im Chiemgau so bedeutungsvollen Entscheidung sowie über den Betrieb am Vorabend seiner Schließung berichtet Gernot Pültz in seinem Vortrag im Heimathaus.

Die Reihe der Vorträge wird fortgesetzt am Freitag, 30. November, von Albert Rosenegger, der sich mit dem "rätselhaften" Meister Stephan, dem vermuteten Schöpfer des Traunsteiner Lindl, beschäftigt. Dr. Hans Jürgen Schubert referiert am Freitag, 14. Dezember, über die Höhlenburg Stein an der Traun, zu der der Historische Verein vor Kurzem eine Exkursion mit etwa 30 Personen durchgeführt hatte. Hans Helmberger beschäftigt sich am Freitag, 25. Januar, mit dem vor 125 Jahren gegründeten Hochfellnhausverein. Der Februar ist der Jahreshauptversammlung vorbehalten, sie findet am Freitag, den 22. Februar 2013, statt. Die Vortragsreihe beschließt Willi Schwenkmeier am Freitag, 22. März 2013, zum Thema "Frauen im Chiemgau".

he/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © pa

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