Sex-Übergriff: Es bleibt bei der Bewährung

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Der Angeklagte Fotograf aus dem Landkreis Mühldorf.

Traunstein - Ein Fotograf aus dem Landkreis Mühldorf soll versucht haben, sich an einer Visagistin zu vergehen. Am Mittwochabend fiel das Urteil im Berufungsprozess.

Update 19.50 Uhr:

Wie der Verteidiger des Fotografen, Christian Steinberger, auf telefonische Anfrage von chiemgau24 mitteilte, wurden die Berufungen der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung am Mittwochabend vom Gericht verworfen. Damit bleibt es bei dem Urteil, das im Dezember 2012 in erster Instanz gefällt wurde: eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten.

Rechtsanwalt Steinberger behält sich vor, erneut in eine Revision zu gehen.

Erstmeldung (Stand 12.50 Uhr):

Weil er eine Visagistin sexuell genötigt und verletzt haben soll, steht ein Fotograf aus dem Landkreis Mühldorf an diesem Mittwoch, den 17. April, vor dem Landgericht Traunstein. Nach einem Fotoshooting soll der 49-jährige  handgreiflich geworden sein. Sein Opfer war eine Make-Up-Artistin, die er engagiert hatte, um eine Kundin zu schminken.

Nach den Fotoaufnahmen soll der Fotograf die Frau massiv bedrängt haben. Er habe sie mehrmals gepackt und gegen ihren Willen auf einen Stuhl gepresst, so die Staatsanwaltschaft. Dann soll er die Frau unsittlich berührt haben. Er soll erst damit aufgehört haben, als sein Sohn den Raum betrat.

In erster Instanz wurde der 49-Jährige im Dezember vergangenen Jahres zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt. Die Staatsanwaltschaft und auch die Verteidigung wollte sich mit diesem Ergebnis aber nicht zufriedengeben und legten Berufung ein.

Aussage der Make-up Artistin

Sichtlich schwer fiel der 32-jährigen Visagistin die Aussage am Mittwoch vor dem Landgericht Traunstein. Mit Tränen in den Augen schilderte sie die Geschehnisse. "Ich habe immer noch einen Schock, auch wenn ich es nur erzählen muss", so die Geschädigte. Ihrer Aussage zufolge sei sie am Samstagmorgen in das Fotostudio des Angeklagten gekommen, um eine Kundin für ein Shooting zu schminken. Bereits bei der Vorbesprechung für die Aufnahmen habe der Angeklagte unpassende Bemerkungen gemacht. "Er hat gemeint, ich soll die Kundin verrucht und dreckig schminken. Sowas sagt man eigentlich nicht."

Nachdem die Aufnahmen dann im Kasten waren und die Kundschaft das Studio verlassen hatte, wollte sie ihre Ausrüstung zusammenpacken. Währenddessen sei der Angeklagte zurück in den Raum gekommen und habe sie auf die Fotofläche gezogen. "Ich war total baff", erklärte die 32-Jährige. Anschließend habe er ihr ein Lederhalsband angelegt und dabei gelacht. "Ich habe ihn gefragt, was das soll und ob er spinnt. Und dabei ist bei ihm wohl eine Sicherung durchgebrannt." Er habe sie dann, mit dem Fuß zwischen ihren Beinen, gegen einen Stuhl gedrückt und ihr mit der Hand unter den Pullover gegriffen. "Ich dachte, dass er mich jetzt vergewaltigt." Erst als der siebenjährige Sohn des Angeklagten ins Studio gekommen sei, habe er von ihr abgelassen.

Der 49-jährige Fotograf hingegen streitet die Vorwürfe gegen ihn weiterhin ab. Seiner Aussage zufolge habe er sich nach dem Shooting von der Visagistin ganz normal verabschiedet und habe sie sogar noch zum Auto begleitet. "Ich kann mir nicht erklären, wie sie auf die Anschuldigungen kommt." Außerdem widerspreche so ein Verhalten vollkommen seiner Art.

Ein Urteil im Berufungsprozess wird für den Nachmittag erwartet.

Quelle: chiemgau24.de

Zurück zur Übersicht: Region Traunstein

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser