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Sportverbände wollen die Winterspiele

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Für sie ist es keine Frage: Olympia 2022 gehört nach München und damit auch in die Region. Von links: Claudia Daxenberger (BLSV-Kreisvorsitzende), Harald Stempfer (BLSV-Vizepräsident), Martina Seidl (Biathlon-Olympiasiegerin 1988), Klaus Rambach (Geschäftsführer Bayerischer Skiverband), Engelbert Schweiger (Leiter Chiemgau Arena), Alexander Resch (Rodel Olympiasiegerin), Lutz Feiler (Stellvertretender Landrat des Landkreis Berchtesgadener Land) und Georg Schmid (Stellvertretender Vorsitzender Kreisjugendring).

Traunstein - Unter dem Motto „Olympia 2022 – Eine Chance für den Sport“ haben ehemalige Olympiateilnehmer die Werbetrommel für die Winterspiele 2022 gerührt.

Unter dem Motto „Olympia 2022 – Eine Chance für den Sport“ haben die beiden BLSV Kreise Traunstein und Berchtesgadener Land am Dienstag Nachmittag im Rahmen einer Pressekonferenz im Funktionsgebäude des EHG-Sportparks kräftig die Werbetrommel für eine erfolgreiche Olympiabewerbung der Region gerührt. Neben Spitzenfunktionären aus dem Bayerischen Landes-Sportverbandes und dem Bayerischen Skiverband holte man sich vor allem auch Unterstützung aus dem Lager der ehemals erfolgreichen Sportler, die aus ihrer aktiven Zeit als Olympiateilnehmer berichteten und sich klar für eine Bewerbung der beiden Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land für die Biathlon-, Langlauf, Bob- und Rodelwettbewerbe aussprachen.

Traunsteins BLSV-Kreisvorsitzende Claudia Daxenberger machte deutlich, dass man als Befürworter vor dem Hintergrund einer kontroversen Diskussion um das Für und Wider einer Bewerbung von Seiten der Sportverantwortlichen Stellung beziehen wolle. BLSV-Vizepräsident Harald Stempfer betonte, dass man „sich auf Daten und Fakten konzentrieren und Aufklärung betreiben wolle.“ Ihm fehle in den Diskussionen, dass manche positiven Aspekte von Olympia in der Region nicht klar herauskommen und von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen werden. Olympia in der Region wäre eine „Leuchtturmveranstaltung“ für die Vereinsarbeit, so der Vizepräsident.

„Wir kommen nur zu einem guten Gesamtergebnis, wenn wir alle Meinungen aufgreifen“ betonte BLSV-Vizepräsident Harald Stempfer.

Der Rodel Olympiasieger des Jahres 2002, Alexander Resch zeigte sich überzeugt, dass in der Region „gute, nachhaltige und grüne Spiele“ möglich seien. Für ihn seien gerade auch die freundlichen Begegnungen in den Spielen von Vancouver (2010) ein einzigartiges Gefühl gewesen. „Wenn Menschen ständig so miteinander umgehen wie dort, haben wir keine Kriege mehr“ sah er visionär die Chancen der völkerverbindenden Spiele über den Sport hinaus. Für ihn sei Olympia 2022 eine Win-Win-Situation für den Spitzen- und den Breitensport. Er erwarte weitere herausragende regionale Spitzensportler, begünstigt durch Olympia. Gleichzeitig schaffe der Spitzensport Idole für den Breitensport. „Für mich war das damals einfach der Schorsch Hackl“ beschrieb er seinen eigenen Werdegang. Klaus Rambach, Geschäftsführer des Bayerischen Skiverbandes betonte, er erwarte sich einen „unglaublichen Ruck im Sport“, der durch eine Olympiaausrichtung entstehe. Daneben sei Olympia auch eine Signalwirkung für das Ehrenamt und stärke das Gemeinwohl in der Region. Derzeit habe man in den acht olympischen Disziplinen rund 350 Nachwuchskadersportler, bei den kommenden Olympischen Spielen rechne man landesweit mit 50 Teilnehmern aus den bayerischen Verbänden. Auch er wies auf die umfangreiche Nachwuchsarbeit hin, die bereits in einzelnen Kindergärten beginne und im Schulsport seine Fortsetzung finde.

Sport ist wichtig für die Charakterbildung

Dass der Sport sowie der Umgang mit Sieg und Niederlage enorm zur Charakterbildung beitrage fügte Martina Seidl ein, die 1998 in Nagano in der Biathlon-Staffel Gold holte. Sie sei ihrem damaligen Idol Peter Angerer nachgeeifert. In der momentanen Diskussion beklagte, sie, dass in der öffentlichen Wahrnehmung die „Nein“-Stimmen laut hörbar sein, wogegen das „Ja“ hier eher untergehe. „Dabei ist Olympia eine riesen Chance für die Region“ zeigte sie sich überzeugt.

Auch die IHK befürwortet die Bewerbung um die Winterspiele:

Zum Statement der IHK

Engelbert Schweiger, Leiter der Chiemgau Arena in Ruhpolding versuchte der Sorge um ein umfassendes Bauwerk für den Langlauf entgegen zu treten. „Das wird nur ein temporäres Stadion am Fuß des Untersberges und wird keine zweite Chiemgau Arena.“ Hier kämen eine Stahlkonstruktion und eine Containerbauweise zum Einsatz. Man müsse aber sehen, dass man sich derzeit wie bei einem Bauplan in der Entwurfsphase befinde.

Lobende Worte für die Grundstückseigentümer

Lobende Worte fand Schweiger für die betroffenen privaten Grundstückseigentümer. Man habe im Juli und August mit den 15 Betroffenen zugleich verhandelt und habe alle Verträge, die auf dem Vertragswerk der 2018er Bewerbung von Garmisch-Partenkirchen basieren, unterschrieben zurückbekommen. „Da besteht eine breite Basis. Niemand hat sich gegen Olympia ausgesprochen.“ Kritische Worte fand er zu manchen öffentlichen Berichterstattungen und kritisierte insbesondere einige Leserbriefe in der Lokalpresse. „Es ist beängstigend, wie unsere demokratisch gewählten Vertreter hier angegriffen werden.“ Einem Gigantismus à la Sotschi 2014 erteilte er eine klare Absage, die regionale Wirtschaft wie beispielsweise Brauereien müssten sich in der Zeit der Spiele keine Sorgen um zurückgehende Geschäfte aufgrund von Sponsorenverträgen mit Großkonzernen machen. Richtig sei es seiner Überzeugung nach auch, dass den Wahlbenachrichtungskarten eine Broschüre beigelegt sei, in der die Argumentation des Kreistagsbeschlusses ausgeführt sei, da dies der Beschluss sei, auf dem nun das Bürgerbegehren fuße. Ihm sei es wichtig, dass die Bürger sachlich informiert werden, was man auch im Rahmen der vorgestellten Konzeptstudie tue. „Kritiker machen unglaublich Stimmung“ merkte er an. Er hoffe, dass möglichst viele Bürger zum Bürgerentscheid gehen.

Weitere Positivargumente, die für eine Olympia-Bewerbung ins Feld geführt wurden, waren unter anderem die Verbesserung bestehender Sportstätten, die langfristig der Vereinsarbeit zu Gute kommen würden. Die Sorge vor einem „sittenwidrigen“ Host-City-Vertrag, mit dem das IOC seine Vertragspartner kneble seien übertrieben. Hier vertraue man darauf, dass, die Bundesregierung mit der Bewerberstadt zusammen die eigene Position klar machen werde. So weit wolle man erst einmal kommen, weshalb das „Ja“ der Bürger nötig sei, erklärten die Olympiabefürworter.

awi

Quelle: chiemgau24.de

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