Wasserwacht ist für Badesaison gerüstet

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Die Bereitschaftler stehen schon in den Startlöchern für die Sommer-Saison.

Traunstein - An den Gewässern der Region hält sich die Wasserwacht wieder bereit. Mit tausenden Stunden Arbeit werden sie auch in diesem Jahr das Baden sicherer machen.

Für die 19 Ortsgruppen der Kreiswasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) hat die Saison begonnen und ab sofort haben sie ein aufmerksames Auge auf die vielen Wasser­sportler, die sich an den Seen, Flüssen und Schwimmbädern im Landkreis bei schönem Wetter tummeln - über 21.000 Wachstunden waren es im vergangenen Jahr. Nach ruhigen Wintermonaten hatten die Chieminger Wasserwachtler vor wenigen Tagen bereits ihren ersten Einsatz: Sie halfen zwei Segelbooten mit ihren Besatzungen, die durch plötzlich aufkommenden Wind in Not geraten waren, heil ans rettende Ufer zu kommen.

Viele Wochen, bevor die Boote aus dem Winter­schlaf geholt werden, bereiten sich die Aktiven der Wasserwacht auf die Sommersaison vor. Dazu zählen etwa die Ausbildungen zum Wasserretter, die in wenigen Wochen ihre Prüfungen ablegen, die Schulungen zum Rettungsschwimmer, für die Herz-Lungen-Wiederbelebung und für den Einsatz eines Defibrillators sowie für die Sonargeräte, die seit letztem Jahr im Einsatz sind. Die ruhigen Wintermonate wurden auch für Arbeiten rund um die Stationen genutzt: So bauten die Überseer einen neuen Steg vor der Wasser­wachtshütte. Mit fast 2.700 Mitgliedern ist Traunstein die größte Kreiswasserwacht in Deutschland.

Mit genau 21.122 Einsatzstunden der Wasser­wachtler in der Wasserrettung, Sanitäts- und Wachdienst blieb die Zahl im Vergleich zum Vorjahr etwa gleich. „Auch die 536 Erste-Hilfe-Leistungen sind gegenüber den Vorjahren fast unverändert“, so der Vorsitzende der Kreis­wasserwacht, Hans-Michael Weisky. Mit dabei waren 10 Surfer, 48 Segelbootbesatzungen und neun Schwimmer, denen die Wasserwachtler geholfen hatten. Auffällig ist die hohe Zahl von Lebensrettungen: „Elf Mal haben hier unsere Leute hervorragend gute und schnelle Hilfe geleistet“, so Weisky.

Fischer aus hohen Wellen gerettet

Zwei dieser Lebensrettungen ereigneten sich im letzten Sommer am Waginger See: Das Boot eines Fischers aus Freilassing war im Juni während eines Gewitters mit peitschendem Regen und hohen Wellen umgekippt. Nach der Alarmierung durch die Integrierte Leitstelle sprangen drei Aktive der Wasserwacht Kühn­hausen in ihr Boot und machten sich auf die Suche. Einer von ihnen war Franz Thanbichler, Vorsitzender der Ortsgruppe Kühnhausen. „Wir kämpften gegen die Wellen an und hatten trotz des schweren Gewitters Glück, denn wir sahen sofort das gekenterte Fischerboot.“ Sie bargen den Fischer aus dem Wasser, der sich mitsamt seiner Kleidung und Gummistiefeln am Bug des Bootes festgehalten hatte. „Lange hätte er es nicht mehr ausgehalten“, meint Thanbichler, „dann wäre er ertrunken.“ Mit einer Spende bedankte sich der Fischer später bei seinen Lebensrettern.

Aber es gibt auch Schattenseiten: Im August ging eine 80-Jährige im Strandbad plötzlich unter. Mehrere Wasserwachtler, die sich an der Hütte aufgehalten hatten, sprangen sofort ins Wasser, nachdem ein Kind Alarm geschlagen hatte. Sie trugen die Kühnhauserin ans Ufer und konnten sie wiederbeleben – leider verstarb sie später im Krankenhaus.

Ab sofort sind alle Wasserwachtstationen an allen Wochenenden bis zum Spätsommer besetzt oder per Notruf alarmierbar. Bei den Chieminger Wasserwachtlern ist das ganze Jahr Saison: Sie ist die einzige Wasserwachtstation am Chiemsee im Traunsteiner Landkreis, die auch im Winter in Alarmbereitschaft ist. „In diesen Monaten müssen sie manchmal auch die Inseln mit­versorgen“, erklärt Hans-Michael Weisky.

Pressemitteilung BRK Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

Zurück zur Übersicht: Region Traunstein

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser