Alkoholverbot für Fahranfänger zeigt Erfolg

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Traunstein - Ein Jahr Alkoholverbot für Fahranfänger - und schon gehen die festgestellten Verstöße um 17 Prozent zurück. Aus Sicht der CSU Traunstein spricht das für eine Verlängerung.

Traunsteins Regionaler Arbeitskreis Polizei und Innere Sicherheit (CSU RAK POL) spricht sich für Verlängerung des Alkoholverbots für Fahranfänger aus.

Michael Ertl: „Als Familienvater ist es mir ein besonderes persönliches Anliegen, diese Themenfelder zum Schutz und zur Sicherheit unserer Kinder zu forcieren und möglichst zeitnah umzusetzen“

Bei der letzten Sitzung des Arbeitskreises Polizei und Innere Sicherheit der CSU im Landkreis Traunstein wurde das Thema Verkehrssicherheit behandelt. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) hat in einer aktuellen Untersuchung nachgewiesen, dass das Alkoholverbot in der zweijährigen Probezeit der Fahranfänger bereits Wirkung zeigt.

Schon nach einem Jahr Alkoholverbot für Fahranfänger ergab sich ein überdurchschnittlicher Rückgang aller festgestellten Alkoholverstöße bei den 18- bis 21-jährigen um 17 Prozent.

Untersuchungen beweisen, dass das sogenannte Jugendlichkeitsrisiko mindestens bis zur Vollendung des 24. Lebensjahrs andauert. Weil die bisherige Grenze (Vollendung des 21. Lebensjahres) bei dem Erlass des § 24 c StVG willkürlich gewählt worden war, spricht sich der RAK POL TS dafür aus, das Alkoholverbot für Fahranfänger um 3 Jahre zu verlängern.

Damit könnte die Zahl der Verkehrstoten und die Zahl der Verletzten im Straßenverkehr erheblich gesenkt werden, so Michael Ertl, der Vorsitzende. Dazu nannte Ertl Zahlen aus dem Jahr 2009. In diesem Jahr waren es mit 440 Menschen etwa 10 % der Verkehrstoten, die bei Alkoholunfällen ums Leben kamen. Mit über 6000 Schwerverletzten waren 9 % bei solchen Unfällen betroffen und mit über 20000 Verletzten mussten beinah 6 % wegen Alkoholunfällen leiden. In der Bundesrepublik starben in den Jahren 2000 bis 2009 über 55000 bei Verkehrsunfällen in Zusammenhang mit Alkohol.

Sorge bereiten dem Traunsteiner CSU Arbeitskreis auch die statistischen Zahlen der Krankenkassen bezüglich der Kinder und Jugendlichen, die wegen Alkoholmissbrauch stationär in Kliniken behandelt werden mussten. Trotz der demografischen Entwicklung steigen die erfassten Behandlungen an und werden die Patienten gleichzeitig immer jünger. Dabei ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Gefahr der Alkoholsucht ansteigt, je jünger der Alkoholtrinker ist.

Der Arbeitskreis POL wünscht sich daher, dass die Fahrerlaubnisbehörden in die Lage versetzt werden, solche Kinder und Jugendliche im Zweifelsfall bei späterer Beantragung der Fahrerlaubnis nachweisen zu lassen, ob eine Alkohol- oder Rauschmittelsucht besteht oder nicht. Hierzu sollte bei entsprechenden Hinweisen eine Medizinisch Psychologische Untersuchung angeordnet werden können. Der Traunsteiner Arbeitskreis fordert dazu auch, die rechtzeitige Einbindung des Amtes für Kinder, Jugend und Familie zur Vermittlung von Suchtberatungen und weil das Amt hervorragende Erziehungshilfen anbieten kann.

Ertl: „Als Familienvater ist es mir ein besonderes persönliches Anliegen, diese Themenfelder zum Schutz und zur Sicherheit unserer Kinder zu forcieren und möglichst zeitnah umzusetzen“

Pressemitteilung CSU Arbeitskreis Polizei und Innere Sicherheit

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © pa

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