Traunreuter erobern „das Herz Altbayerns“

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Traunreut geht auf Reisen nach Straubing

Traunreut/Straubing - Beim Bummel durch die Straubinger Innenstadt traf man jetzt immer wieder auf Traunreuter.

Diese wareb mit dem Sonderzug früh morgens aufgebrochen, um die Stadt an der Donau kennenzulernen. Neben der Besichtigung der sehenswerten Metropole inmitten des fruchtbaren niederbayerischen Gäubodens stand bei den meisten Teilnehmern auch ein Abstecher zum zweitgrößten Volksfest Bayerns, dem Gäubodenvolksfest mit über 200-jähriger Tradition, auf dem Plan.

Mit 430 Reiseteilnehmern war die diesjährige Sonderzugfahrt der Stadt Traunreut nicht ausgebucht. Ein Zugwaggon wurde abgekoppelt, vier Doppelstockwagen reichten für die Beförderung aus. Bürgermeister Franz Parzinger zeigte sich mit der Fahrt vollauf zufrieden: „Über 400 Teilnehmer, das ist doch enorm.“ Er beobachte bei jeder Sonderzugfahrt, dass es viele Wiederholer gebe, die selber vielleicht keine solchen Ausflüge mehr machen würden und daher die Gelegenheit nutzten, auch mal rauszukommen. Außerdem spiele die Geselligkeit im Zug eine Rolle, warum viele immer wieder gerne mitfahren, und das Zusammentreffen mit Traunreutern, die man sonst nur selten trifft. 2015 soll die nächste Fahrt „Traunreut geht auf Reisen“ stattfinden, mögliche Ziele sind schon im Gespräch. Reinhold Fuchs, der zusammen mit Rita Lechenmayr auch die Fahrt nach Straubing organisierte, ist da ganz offen.

Nach Ankunft in Straubing am Samstagvormittag wurden die Traunreuter Gäste vom Bahnhof zum Hof des alten Herzogsschlosses geführt. Polizeiwagen sorgten für freies Geleit durch die Straßen, die Stadtkapelle Traunreut führte den langen Zug an und zahlreiche Straubinger am Straßenrand beobachteten neugierig, was denn hier vor sich geht. Die offizielle Begrüßung im Namen der Stadt Straubing übernahm am Schlosshof Werner Schäfer, der bereits beim Einführungsvortrag im Heimathaus seine Stadt vorgestellt hatte. Er gab auch gleich das Motto für den Samstag aus, indem er zitierte: „In Landshut wird regiert, in Passau wird gebetet, in Straubing wird gefeiert.“ Schäfer hatte im Vorfeld der Reise in enger Zusammenarbeit mit den Traunreuter Organisatoren dafür gesorgt, dass alles reibungslos verläuft, und vermittelte am Samstag das Gefühl, dass die Verantwortlichen der Stadt Straubing sich aus ganzem Herzen über den Besuch der Traunreuter freuten. Er entschuldigte den Oberbürgermeister, der zum Zeitpunkt der Ankunft des Sonderzuges gerade das Gäubodenvolksfest eröffnete.

Dieses Volksfest, das älteste und größte in Bayern neben dem Münchner Oktoberfest, war mit Sicherheit auch für viele Fahrtteilnehmer ein Grund, warum sie dabei waren. Eine Gruppe junger Feuerwehrmitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Traunreut nutzte den Nachmittag, um ausgiebig auf dem Volksfest zu feiern und die angegliederte Ostbayernschau, eine riesige Gewerbeschau, zu besichtigen. Ein paar St. Georgener suchten sich das Festzelt, in dem die „Straubinger Volksfestmusik“ spielte, ein einzigartiges Orchester bestehend aus großartigen Musikern, die nach Meinung der Zuhörer „die beste Bierzeltmusi aller Zeiten“ machten. Im Vergleich zum Oktoberfest wurde das Straubinger Gäubodenfest von vielen Besuchern sehr gelobt, weil es dort noch wesentlich familiärer zugehe, es nicht so überlaufen sei und nicht dermaßen von Ausländern überrannt werde. Bei einer gemütlichen Fahrt mit dem Riesenrad verschafften sich beispielsweise Elfi Dzial und ihre AWO-Mitglieder einen Überblick über die Stadt.

Die meisten Zugreisenden machten jedoch nach der Ankunft in Straubing erst einmal bei der Stadtführung mit, die die sieben Stationen auf „Straubings Goldenem Weg“ beinhaltete. Karmelitenkirche, Ursulinenkirche, das Gäubodenmuseum mit dem bekannten römischen Schatz, der Stadtturm, die Dreifaltigkeitssäule und das ehemalige Herzogschloss, das heute das Finanzamt der Stadt beherbergt, waren Stationen der Führungen. Lediglich die Kirche St. Jakob & St. Tiburius konnte man nur von außen sehen, da sie derzeit aufgrund von Restaurierungsarbeiten geschlossen ist. Zum ersten Mal bei der Sonderzugfahrt dabei waren Sepp Daxenberger und seine Frau Regina aus St. Georgen. Seine Söhne hatten ihm die Fahrt zum Geburtstag geschenkt, weil er schon immer mal das Gäubodenfest besuchen wollte. „Es war wirklich eine rundum gelungene, sehr schöne Fahrt“, freute sich der Beschenkte. Ebenfalls zum ersten Mal bei der Stadtreise dabei war Gerhard Andersch, der sich allein zur Fahrt anmeldete und mit niemand verabredete. Dennoch traf er ganz viele Bekannte und genoss die Zugfahrt und die Geselligkeit sehr. Für Christine Wurm aus Traunreut war es neben anderen Eindrücken einfach nur schön, „bei einem Eiskaffee am Stadtplatz zu sitzen und die Leute zu beobachten“.

Nicht nur Traunreuter Bürger fuhren am Samstag mit dem Sonderzug mit. Ein Paar aus München war schon am Freitag nach Traunreut angereist, um mit Bekannten und Verwandten aus der Stadt gemeinsam die Zugreise zu unternehmen. Die Münchner Klaus und Waltraud Wallner genossen die Reise sehr und freuten sich, auf diesem Weg Straubing kennenlernen zu können. Das Gäubodenfest, das viel „bodenständiger“ sei als das Oktoberfest, gefiel ihnen ausnehmend gut.

Unter den Fahrtteilnehmern waren auch die Gewinner von Freitickets, darunter eine Gruppe Damen aus Altenmarkt. Eine von ihnen, Silvia Kliemann, kennt Straubing bestens, da sie selber aus der Stadt stammt und regelmäßig dort hinkommt. Sie konnte ihren Mitreisenden zu den Erläuterungen des Stadtführers noch viele Details erzählen und sie mit Insiderwissen versorgen. Die Altenmarkterinnen lobten die hervorragende Organisation der Zugfahrt und wollten nicht ausschließen, beim nächsten Mal eventuell wieder mitzufahren, „mal schauen, wo es dann hingeht“, so ihre Feststellung. Mehr auf die Kultur beschränkten sich Gerhard und Regina Maier aus Haßmoning. Sie machten neben der Stadtführung auch noch die historische Führung zum Friedhof von St. Peter mit, die sie sehr beeindruckte. Gerhard Maier freute sich auch, dass er eine niederbayerische Spezialität probieren konnte, ein Ochsenschwanzragout, das er zuvor noch nie gegessen hatte.

Bereits zum fünften Mal waren fünf unternehmungslustige Damen aus Traunreut bei der Zugreise dabei. „Straubing hat mir bisher von allen Städten am besten gefallen“, meinte eine der Traunreuterinnen. Jedes Mal mit dabei ist auch eine Gruppe des AWO-Ortsvereines. Die AWO-Mitglieder machten sich einen gemütlichen Tag, bummelten durch die Stadt, deren Blumenschmuck ihnen besonders positiv auffiel, und lobten die gute Organisation der Zugreise und die angenehmen Preise im Bistrowagen.

Fröhliche Menschen und zufriedene Gesichter sah man bei der Rückfahrt von Straubing im ganzen Zug. Im Bistrowagen ging es besonders bei der Rückfahrt heiß her. Dort wurde zu Discomusik getanzt, es wurde viel erzählt vom Tag und gelacht. Die Stimmung war bestens und so mancher war fast ein wenig enttäuscht, als der Heimatbahnhof erreicht war.

mix für Stadt Traunreut

Quelle: chiemgau24.de

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