Was passiert, wenn man mal was klaut

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Johann Bohnert erläutert den Schülern die Konsequenzen von Straftaten.

Traunreut - Ein Ladendiebstahl und seine Folgen: Polizeibeamten veranschaulichten Schülern der siebten Klasse die negativen Folgen, wenn man straffällig wird.

Abwechslung in den Schulalltag brachte der Besuch von zwei Polizeibeamten im Traunreuter Johannes-Heidenhain-Gymnasium. Johann Bohnert, Leiter der Polizeistation Traunreut und Michael Doppelberger, der Verkehrserzieher der Polizeiinspektion Trostberg, kamen auf Einladung von Oberstudienrätin Birgit Israel zu den Schülern, um ihnen einen Einblick zu vermitteln, wie man Straftaten vermeidet. Die siebten Klassen waren nicht grundlos das Ziel der beiden Beamten:

Mit 14 Jahren steht man an der Schwelle der Strafmündigkeit. Nach dem Jugendgerichtsgesetz ist man dann bedingt strafmündig und man muss für seine Taten einstehen und kann auch entsprechend bestraft werden. Die interessierten Schüler vernahmen von den Polizisten, welche Straftaten von den Jugendlichen oft begangen wurden und welche Auswirkungen dies hat. Häufige Delikte bei Jugendlichen sind Körperverletzungen, Diebstähle, aber auch Rauschgiftdelikte.

Besonders ausführlich gingen die Beamten auf das eigentliche Kernthema ein: Die Konsequenzen von Straftaten. Den meisten war gar nicht bewusst, welche ungeahnten Folgen eine Straftat haben kann. So wurde ihnen am Beispiel eines Ladendiebstahls zweier Mädchen veranschaulicht, welche unangenehme Prozedur man über sich ergehen lassen muss.

So wird nach jedem Diebstahl die Polizei hinzugezogen und die Täter müssen auf die Dienststelle mitkommen. Dort werden die Personalien notiert, eine Vernehmung durchgeführt und Fingerabdrücke genommen. In aller Regel werden die Diebe auch durchsucht, weil sie ja noch weitere Beute am Körper tragen könnten. Zu guter Letzt werden sie mit dem Streifenwagen nach Hause gefahren, was oft auch in der Nachbarschaft nicht unbemerkt bleibt und für die Betroffenen sehr peinlich ist. Vom bestohlenen Geschäft wird in der Regel ein Hausverbot ausgesprochen. Eine Straftat findet auch Eintrag in das polizeiliche Führungszeugnis.

Das kann dann Probleme bei der späteren Arbeitsfindung machen. Nach einem Strafverfahren können auf den Verurteilten - außer der Strafe - noch weitere Kosten zukommen: Prozess, Rechtsanwaltskosten, Schmerzensgeld und Schadensersatzforderung. Schnell sind da 10.000 Euro beisammen.

Wurfstern, Butterfly und Schusswaffe

Im Verlauf ihres Vortrages zeigten die Beamten einige verbotene Gegenstände und Waffen her, die bei Jugendlichen sichergestellt worden waren. Für die meisten war es unverständlich, mit welch gefährlichen Dingen in der Hosentasche mancher Mitbürger unterwegs ist. So konnten die Schüler Wurfsterne, Butterflymesser, aber auch selbstgebastelte Schusswaffen aus nächster Nähe sehen.

Verkehrssicher schon vor der Fahrschule

Ein weiteres Thema war die Verkehrsprävention. Dabei war natürlich der Trostberger Jugendverkehrserzieher besonders gefragt. Doppelberger erzählte den Jugendlichen, welche Auswirkungen es hat, wenn man zum Beispiel ein Mofa schneller macht und dann von der Polizei erwischt wird. In der Regel erlischt der Versicherungsschutz und man wird im Falle eines Unfalls von der Versicherung in Regress genommen. Für das schneller gemachte Fahrzeug ist dann auch ein Führerschein erforderlich. Diesen haben die 15-jährigen natürlich nicht und werden deshalb auch aus diesem Grund angezeigt. Auch Alkohol im Straßenverkehr wurde von den Beamten angesprochen.

Alkoholauffällige Jugendliche werden der Führerscheinstelle gemeldet

Die Polizei ist mittlerweile dazu übergegangen, alkoholauffällige Jugendliche der Führerscheinstelle zu melden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Verkehrsdelikt oder eine andere Tat handelt. Jeder unter 18 Jahren, der mit mehr als 1,6 Promille in der Öffentlichkeit auffällt, wird der Führerscheinstelle gemeldet, weil davon auszugehen ist, dass alkoholgewöhnte Menschen nicht in der Lage sind, ein Kraftfahrzeug zu führen.

Diese Maßnahme tut den meisten jungen Leuten sehr weh, weil ihnen der Führerschein außerordentlich wichtig ist. In diesem Zusammenhang wurde den Schülern außerdem gesagt, dass auch Rauschgiftsüchtigen der Führerschein verwehrt wird. In besonders schweren Fällen hat die Fahrerlaubnisbehörde sogar schon verboten, ein Fahrrad zu führen.

Pressemitteilung Polizeistation Traunreut

Quelle: chiemgau24.de

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