Es sollen künftig noch mehr Züge fahren

Traunreuter Zug "unbedingt beleben" oder gibt's dann noch mehr Staus?

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Der Zwei-Stunden-Takt zwischen Traunstein und Mühldorf könnte nächstes Jahr umgesetzt werden, auch zwischen Traunstein und Traunreut könnten - zusätzlich zum jetzt schon bestehenden Stundentakt - noch mehr Züge fahren. 
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Traunreut - Die Bahnlinie von Traunstein nach Mühldorf wird gestärkt, es werden mehr Züge fahren - für viele ein Grund zur Freude, doch manchen graust eher vor dieser Vorstellung. 

Matthias Krause von der Südostbayernbahn hatte eine "frohe Botschaft" im Gepäck, als er am Donnerstag in die Traunreuter Stadtratssitzung eingeladen wurde: "Alle Gemeinden entlang der Strecke und auch der Kreistag haben sich dafür eingesetzt, jetzt erarbeiten wir mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft den Zwei-Stunden-Takt. Zwischen Traunreut und Traunstein bleibt der Stundentakt und wird vielleicht noch weiter verdichtet." Mitte 2020 könnte es soweit sein.

Geteilte Meinungen zur Bahnstrecke

Wie steht man zur Traunreuter Zugstrecke? Im Stadtrat bildeten sich am Donnerstag quasi drei Fraktionen: Die einen sind froh um die Stärkung der Strecke, die anderen fordern sogar den Bau neuer Gleise und Trassen und dann gibt es noch manche, die unter jetzigen Umständen gar nicht begeistert sind, wenn mehr Züge um Traunreut herumkurven. 

"Die Trasse zwischen Traunstein und Mühldorf muss unbedingt belebt werden. Wir bekommen durch den Ausbau der Linie Mühldorf-Freilassing starke Konkurrenz. Außerdem arbeiten entlang der Linie 40.000 Beschäftigte", so Bürgermeister Klaus Ritter. Die Bahn plant durch das Entkoppeln von Zügen außerdem, dass für Fahrgäste nach Traunreut ein Umsteigen in Hörpolding entfällt.

Zukunftsmusik für 2045: Neue Straße von Matzing nach Traunwalchen und parallel dazu die Bahn.

Günter Dzial reicht die Stärkung der Strecke aber nicht: "Traunreut darf kein Stichbahnhof bleiben. Wir brauchen die große Schleife." Er spielt dabei auf eine Vision der Bahn für das Jahr 2045 an, in der von Traunreut über Traunwalchen bis Matzing eine neue Zugstrecke gebaut wird. "Ich kann mir das nicht vorstellen", so dagegen Klaus Ritter: "Machen wir einen Schritt nach dem anderen. Bekommen wir erst mal mehr Leute in Bus und Bahn, dann können wir uns diese Vision nochmal anschauen."

Kritik an Kreuzung und Staus in St. Georgen

Und dann gibt es noch das Problem St. Georgen: Die Bahnlinie läuft mitten durch den Ort, Schiene kreuzt Straße, der Verkehr staut sich. "Wenn der neue Takt bei der Bahn kommt muss gleichzeitig was mit der Kreuzung passieren, sonst werden die Wartezeiten für die Autofahrer noch länger", so Roger Gorzel. 15 Minuten sei er zuletzt an einem frühen Nachmittag gestanden, 50 wartende Autos habe er hinter der Ampel gezählt

Ein Geisterzug? So viele fahren wirklich zwischen Traunstein und Traunreut

"Bei jedem Zug steht St. Georgen, wir sind damit nicht glücklich", meinte auch Bernhard Seitlinger. Die Hoffnung vieler Stadträte ist, dass die Notwendigkeit für eine Lösung an der Kreuzung durch die engere Zugtaktung größer wird. "Lasst uns doch jetzt gemeinsam die Bahnlinie stärken. Ich hätte nicht gedacht, dass sich das so schnell umsetzen lässt", versuchte Matthias Krause von der Bahn die Wogen wieder zu glätten: "Ja, früher lief viel falsch, aber lasst uns jetzt nach vorne schauen."

xe

Quelle: chiemgau24.de

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