Massiver Stellenabbau bei Siteco Traunreut

Jetzt spricht der Betriebsrat: "Die Arbeiter sind fassungslos"

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Der Haupteingang zur Siteco-Verwaltung in Traunreut
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Traunreut - "Das hat wie eine Bombe eingeschlagen", so Betriebsratschef Dieter Roßhuber. Wir haben mit ihm gesprochen, wie es nach der massiven Enlassungs-Ankündigung bei Siteco weitergeht.

Bis Dienstagmorgen hat Dieter Roßhuber eigentlich noch gedacht, es sei alles in Ordnung: "Erst vor zwei Wochen gab es eine Betriebsversammlung wo uns gesagt wurde, Siteco sei auf einem guten Weg, alles liefe positiv" - doch dann hat sich das Blatt gewendet: Am Dienstagmorgen wurde der Siteco-Betriebsrat in Traunreut über die Entlassungspläne informiert, kurz danach erfuhren es auch die Arbeiter auf einer Betriebsversammlung. 

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Bis zu 290 Arbeitsplätze will die Osram-Tochter in Traunreut bis zum Frühjahr 2019 streichen: "Die Leute waren fassungslos, sprachlos, schockiert, als sie das erfahren haben", so Betriebsratschef Roßhuber. 800 Menschen arbeiten bei Siteco in Traunreut, die Hälfte in der Produktion. Zum Teil steht aber auch Roßhuber noch vor einem Rätsel, zu viele Fragen sind noch ungeklärt:

Betriebsrat will Antworten vom Unternehmen

Wegen einer gesunkenen Produktivität müssten Stellen abgebaut werden, hieß es in einer Pressemitteilung von Siteco. "Es wurde davon gesprochen, dass Strukturen und Prozess angepasst und optimiert werden müssten", so Roßhuber - aber es ist noch nicht mal klar, welche Abteilungen überhaupt betroffen sein werden. Am Mittwochvormittag hat der Betriebsrat deshalb einen umfassenden Fragenkatalog ausgearbeitet: "Erst wenn wir die Antworten darauf haben werden wir verhandeln." Roßhuber hat dabei Ende April im Blick.

Betriebsratschef Roßhuber

Der mögliche Hintergrund: Die Nachfrage nach LED-Produkten steigt weiterhin, doch dafür sind weniger Produktionsschritte und weniger Personal notwendig. Am Traunreuter Standort werden komplette Beleuchtungseinrichtungen bis zum fertigen Produkt hergestellt - unter anderem stammen die Beleuchtungen der Allianz Arena und des Berliner Reichstags aus Traunreut. 

Das Ziel: Die Entlassungen verhindern

"Wir hoffen, dass wir uns wehren können", formuliert es Betriebsratschef Dieter Roßhuber. Ziel sei, die Entlassungen noch zu stoppen. Aktionen seien aber noch keine geplant, auch weil zu viel noch unklar sei - doch er weiß: "Der gewerkschaftliche Organisationsgrad im Betrieb ist nicht schlecht", ohne genaue Zahlen nennen zu wollen. 

Erst 2013 gab es bei Siteco den letzten Personalabbau, damals wurden 200 Stellen gestrichen. Auch das Urlaubs- und Weihnachtsgeld wurde gekürzt. Trotzdem hat das Unternehmen darauf wieder investiert, allein vier Millionen Euro in die Silberbeschichtung im vorigen Jahr, auch für heuer sollen zehn Millionen Euro in die Fertigung investiert werden. 

Siteco reiht sich ein...

In mehreren Großbetrieben der Region hatten die Belegschaften in den vergangenen Monaten mit ähnlichen Rückschlägen zu kämpfen:

xe

Quelle: chiemgau24.de

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