Ausbau der Frühlinger-Spitz-Straße zugestimmt, aber:

Zwei Ratsbegehren und Streit um künftige Osttangente

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Traunreut - Der Ausbau der Frühlinger-Spitz-Straße ist fix und zu Volksfest und Bücherei gibt es auch Ratsbegehren beim Bürgerentscheid - so entschied der Stadtrat. Doch das eigentliche Thema war die Osttangente.

Einige Stadträte aus den Reihen der Bürgerliste um Sepp Winkler waren sauer: "Die Verwaltung hat diese Studie seit Oktober, warum wird sie uns erst heute vorgelegt?", so Winkler und sein Fraktionskollege Roger Gorzel meinte: "Das ist kein Stil. Das Bürgerbegehren hätte man sich sparen können, wenn wir das gewusst hätten. Herr Ritter, Sie müssen endlich mit diesem Versteckstdi-Spiel aufhören." 

Verlängerung der Waginger Straße wohl gestorben

Worum ging's? Am Donnerstag wurde im Stadtrat eine Untersuchung vorgestellt, wie sich die geplante Traunreuter Osttangente - vom Bauhof-Kreisverkehr bei Frühling bis Oberwalchen - auf Verkehr und Umwelt auswirken könnte. Ein Teil der Osttangente wäre eine Verlängerung der Waginger Straße gewesen - vom Jobst-Parkplatz durch den Wald in Richtung Pierling. Doch aus Naturschutzgründen scheidet diese Variante komplett aus. Der bisher recht umstrittene Ausbau der Frühlinger-Spitz-Straße wie ihn auch das Bürgerbegehren fordert, war im Stadtrat deshalb plötzlich kaum noch umstritten. 23 von 27 Stadträten stimmten dafür.

Etwa so könnte die Osttangente verlaufen.

"Ich hatte doch erwähnt, dass wir die Untersuchungen in Auftrag gegeben haben", verteidigte sich Bürgermeister Klaus Ritter: "Jeder konnte kommen und es sich im Vorfeld anschauen." Wie dem auch sei: Erledigt ist die Osttangente damit natürlich nicht.Die weiteren Ergebnisse des Umweltstudie waren durchaus positiv. Für die Osttangente müssten nur Überflughilfen für Fledermäuse errichtet werden.

Wie sich Osttangente auf Verkehr auswirken würde

Außerdem wurde untersucht, wie sich durch die Osttangente der Verkehr in und um Traunreut verändern wird. Das Ergebnis: Frühling werde nahezu komplett vom Verkehr entlastet, auch in Pierling oder Oberwalchen würden 30 Prozent weniger Autos fahren. Fast halbieren würde sich der Verkehr aber auch auf der Frühlinger-Spitz-Straße. Mit etwas weniger Verkehr würde über den Rathausplatz gerechnet, eine minimale Steigerung gäbe es dagegen in Traunwalchen

"Diese Ergebnisse waren für uns entscheidend, dass wir doch dem Bürgerbegehren zustimmen", so Reinhold Schroll (CSU). Während manche Stadträte befürchteten, dass die Umsetzung der Osttangente bis zu 25 Jahre dauern könnte, war Hans-Peter Dangschat (CSU) nicht so pessimistisch: "Wir bauen die Osttangente ja in Sonderbaulast und müssen nicht auf das Staatliche Bauamt warten. Wenn der Bürgermeister beim Flächenerwerb Gas gibt, geht es viel schneller."

Ratsbegehren zu Bücherei und Volksfest

Weniger Diskussionen gab es dagegen bei den Themen Volksfest und Bücherei. Hier werden die Bürgerentscheide am 7. Juli stattfinden. Am Donnerstag wurde entschieden, dass auch Ratsbegehren formuliert werden, die den Traunreutern ebenfalls zur Abstimmung gestellt werden. Zur Sicherheit wird es jeweils auch eine Stichfrage geben. 

Das Ratsbegehren zur Bücherei wird lauten:

"Sind Sie dafür, dass die städtische Bibliothek in einem gemeinsamen Neubau mit der Volkshochschule Traunreut untergebracht wird mit Räumen, die optimal auf die Bedürfnisse der Bibliothek zugeschnitten sind?"

Die Frage des Bürgerbegehrens zur Bücherei steht schon länger fest. Sie wird lauten:

"Sind Sie dafür, dass für die Stadtbücherei Traunreut kein Neubau errichtet wird und stattdessen eine geeignete Fläche (ohne dafür zu errichtenden Neubau) im Stadtgebiet angemietet bleibt/wird (nach gegebenenfalls vorherigem Umbau durch die Stadt)?"

Das Ratsbegehren zum Volksfest wird lauten:

„Sind Sie dafür, dass in Traunreut ein zentrumsnahes Volksfest veranstaltet wird und die Stadt hierzu ein Konzept entwickelt, das keinen Verbrauch von wertvollen Flächen am Stadtrand notwendig macht?“

Die Frage des Bürgerbegehrens zum Volksfest steht ebenfalls schon länger fest. Sie lautet:

"Sind Sie dafür, dass Traunreut wieder ein Volksfest bekommt und die Stadt dafür ein neues Konzept für ein jährliches Volksfest entwickelt und einen geeigneten Platz dafür ausweist?"

Eines ist allerdings etwas erstaunlich: In den vergangenen Jahren war es im Stadtrat sehr umstritten, ob wieder ein Volksfest veranstaltet werden soll und ob dies in der Innenstadt überhaupt möglich wäre.

Und plötzlich herrscht im Stadtrat Einigkeit, dass man ein "zentrumsnahes Volksfest" wolle. Sollte das Ratsbegehren eine Mehrheit bekommen, darf man auf die Umsetzung gespannt sein. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

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