"Es muss sich was ändern" vs. "Alles Vorurteile"

Traunreut - Die zwei Lager in der Diskussion über das vermeintlich schlechte Image der Stadt zeigen sich in den teilweise hitzigen Kommentaren der Leser auf Facebook. *mit Voting*

Über das Image von Traunreut wird nach der Stadtratssitzung heiß diskutiert - besonders auf unserer Facebook-Seite, wo sich ganz unterschiedliche Meinungen herauskristallisieren.

Einige Nutzer sind sich einig, dass sich die Stadt zum Negativen verändert hat. So schreibt beispielsweise Alexandra P., sie habe vor 40 Jahren in Traunreut gewohnt und wäre mit der ländlichen und zugleich zentralen Lage sowie mit Kindergarten und der Schule sehr zufrieden gewesen. Den schlechten Ruf schreibt sie unter anderem den Medienberichten zu. Es gebe aber auch Menschen, die sich "nicht zu benehmen" wüssten. Für ihren abschließenden Kommentar, das Problem läge daran, dass durch die offenen Grenzen "viel Schlechtes" in Traunreut wohne, wurde sie von anderen Lesern wegen Ausländerfeindlichkeit kritisiert.

Aber auch Leserin Alexandra H. gibt zu, sie würde nicht gerne in der Stadt leben, auch wenn sie zum einkaufen und arbeiten super wäre. Anke L. erinnert daran, dass die Stadt schon vor 20 Jahren "Little Chicago" genannt wurde. Markus K. hält dagegen, er sei zugezogen und kenne "schlimmere Orte als Traunreut".

Die Image-Verteidiger hingegen halten zu ihrer Stadt: Nur weil sich ein paar Leute falsch verhielten, müsste doch nicht ganz Traunreut darunter leiden, meint Robin J. und wird durch einen ähnlichen Kommentar bekräftigt. Auch Patze K. kritisiert, man solle nicht so tun, als sei Traunreut die "kriminellste Stadt Deutschlands". Alles, was hier passiere, würde man in anderen Städten auch finden.

"Es muss sich was ändern", findet allerdings Leser Anton S., aber der Stadtrat wäre da natürlich dagegen, weil sie ihr "eingefahrenes Gefüge aufgeben" müssten. Der Meinung ist auch Alexandra P. und schlägt vor, die Stadt durch Geschäfte, Cafés und Kinder-und Jugendangebote interessanter zu machen, denn Familien müssten bis nach Traunstein fahren, um Freizeitaktivitäten fürs Wochenende zu finden. "Das ist auch das, was Traunreut sterben lässt!"

Unter dem Artikel auf chiemgau24 teilen die Leser fast ein und dieselbe Meinung: Traunreut hat ein Image-Problem. Laut dem User mit dem Namen Siamesi bestehe dies aber zu einem großen Teil aus dem Stadtrat, der "gegen alles Moderne stimmt" und nicht erkenne, dass solche unbesetzte Stellen wie die eines Pressereferenten für eine größere Stadt überlebenswichtig seien.

Letztendlich sind sich die meisten Nutzer jedoch einig, dass das umstrittene Image kulturunabhängig ist und nicht auf der hohen Zuwanderungsrate von Ausländern basiert. Und auch wenn sich die Gemüter spalten: Ein wie von Bürgermeister Klaus Ritter umkämpfter Imgage-Wandel bleibt für viele wünschenswert.

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L.C.

Quelle: chiemgau24.de

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