Lange Debatte um Bewerbung

Traunreut lässt lieber (noch) die Finger von Landesgartenschau

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Eine Landesgartenschau in Traunreut? Der Stadtrat lehnte am Donnerstagnachmittag eine Bewerbung ab - doch womöglich will man sich in zwei oder drei Jahren dann bewerben. 
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Traunreut - Soll sich die Stadt ab 2027 für eine Landesgartenschau (LGS) bewerben und die Chance nutzen? "Nein", sagte der Stadtrat am Donnerstag - doch das Thema könnte wieder kommen. 

Traunreut bewirbt sich nicht für eine Landesgartenschau im Jahr 2027 oder in den Folgejahren. Mit 19:9 Stimmen lehnte der Stadtrat am Donnerstagnachmittag eine Bewerbung ab. "Das heißt aber nur, dass wir die Landesgartenschau jetzt noch nicht wollen. Wenn wir uns jetzt konzeptionell vorarbeiten, können wir uns in zwei oder drei Jahren bewerben", so Bürgermeister Klaus Ritter, der ebenfalls gegen eine Bewerbung stimmte.

Gutes Konzept und andere Projekte haben Vorrang

Wo in Traunreut hätte eine Landesgartenschau stattfinden können? Denkbar wäre der Wald am Schneckenberg oder die Traunauen. Auch bestimmte Grünzüge in der Stadt, an der Eichendorffstraße, der Adalbert-Stifter-Straße oder rund um die katholische Kirche oder das Museum "Maximum" wurden von manchen Stadträten ins Spiel gebracht. Doch nach längerer Diskussion überwog bei der Mehrheit im Stadtrat die Skepsis. 

"Wir haben mit dem Muna-Park jetzt ein großes Projekt. Danach können wir von Herzen gern die Landesgartenschau angehen", so Ritter. "Die Grünflächen können wir auch ohne die Landesgartenschau aufhübschen, daran hindert uns doch niemand", meinte zum Beispiel Christian Stoib und Martin Czepan lehnte ab, weil Landesgartenschauen ja eigentlich alte Brach- oder Industrieflächen aufwerten sollten - doch das habe man in Traunreut nicht.

Danner: "Eine Möglichkeit, die Stadt aufzuwerten"

Auch Stadtmanager Christian Ehinger war eher skeptisch, sah aber durchaus auch Chancen: "Das Thema Landesgartenschau kann gut funktionieren und vom Bauchgefühl her wäre es eine gute Chance. Aber wir brauchen im Vorfeld ein gutes Konzept, das ist bisher noch zu wenig. Wenn dann mach' ma's gscheit." Auch Stadtbaumeister Gätzschmann warnte, dass man locker sieben bis acht Jahre Vorlaufzeit zur Planung brauche. Zuletzt im Bauausschuss gab Gätzschmann auch zu bedenken, dass die Bevölkerung hinter dem Projekt stehen müsse und nannte Traunstein als warnendes Beispiel.

"Wir sollten einfach mal den ersten Schritt gehen und aufgeschlossen sein. Das kann uns durchaus was bringen", war Hans-Peter Dangschat einer der Befürworter der Bewerbung. Die neun Pro-Stimmen kamen aus seiner CSU-Fraktion und aus den Reihen der Bürgerliste. "Das wäre eine Möglichkeit, die Stadt langfristig aufzuwerten und auch die Burg Stein und Schloss Pertenstein miteinzubeziehen - Burghausen hat's vorgemacht", meinte Johannes Danner.

In Traunstein ging der Schuss nach hinten los

Traunstein bekam vor vier Jahren nach langer Bewerbungsphase schon den Zuschlag für die Landesgartenschau 2022 - doch bald darauf bildete sich eine Bürgerinitiative dagegen, vor allem das finanzielle Risiko war eines der größten Argumente. Über 16 Millionen Euro wollte die Stadt investieren. 2016 kam es dann in Traunstein zum Bürgerentscheid, das Ergebnis war eindeutig: 57 Prozent sprachen sich in der Stichfrage gegen die Landesgartenschau aus

xe

Quelle: chiemgau24.de

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