Polizei rechtfertigt sich nach Aktion in Traunreut

Asyl-Großeinsatz wirklich nötig? "System keineswegs perfekt"

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Mit Platz für bis zu 200 Menschen ist das Flüchtlingsheim an der Tachinger Straße in Traunreut die größte Gemeinschaftsunterkunft im Landkreis.
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Traunreut - Mit Mann und Maus rückte die Polizei am Dienstagmorgen ins Asylbewerberheim ein - rund 20 Streifenwagen konnten gezählt werden. Jetzt rechtfertigt man sich nochmal zu dem Großeinsatz.

Es war 9 Uhr in der Früh als am Dienstag plötzlich eine Hundertschaft der Polizei vor der großen Flüchtlingsunterkunft auf dem ehemaligen Festplatzgelände stand: ein Großeinsatz, um dort mal nach dem Rechten zu sehen. Ist so ein anlassunabhängiger Einsatz nötig?

"Das System ist keineswegs perfekt"

"Polizeieinsätze in Unterkünften von Asylbewerbern gehören aktuell zum täglichen Dienst", so die Polizei - nicht nur die öffentliche Sicherheit und Ordnung gehöre zu ihren Aufgaben, sondern auch "dem Grundgedanken von Asyl gemäß 16a Grundgesetz Rechnung zu tragen - bedürftigen Menschen Schutz zu bieten" - aber das System sei natürlich keineswegs perfekt.

Deshalb müsse man gegen "schwarze Schafe" unter den Asylbewerbern vorgehen "welche Straftaten begehen, das Sicherheitsgefühl stören und nicht zuletzt die große Mehrheit friedlicher Asylbewerber in Misskredit bringen", so die Polizei nun via Facebook - daher auch der Großeinsatz in Traunreut

Das Fazit nach dem Einsatz war aber ganz überwiegend positiv: Alle 136 Flüchtlinge waren zurecht in der Unterkunft, auch ihr Aufenthaltsstatus wurde überprüft: "Ohne besondere Vorkommnisse" konnte die sogenannte Begehung abgeschlossen werden. Lediglich in zwei Fällen wurden geringen Mengen an Cannabis festgestellt. 

Durchschnittlich drei Strafanzeigen im Monat

Aber es ist wohl auch die Erfahrung der vergangenen Monate, die die Polizei zu solchen Maßnahmen greifen lässt: 50 Einsätze seit August hat man in der Flüchtlingsunterkunft hinter sich - zumindest in 30 davon mussten auch Strafanzeigen aufgenommen werden. Oft sind es nur Sachbeschädigungen, aber auch mehrere schwere Körperverletzungen oder, wie im April, vermutlich ein versuchter Totschlag mussten schon festgestellt werden. 

Vor recht genau einem Jahr wurde die Flüchtlingsunterkunft am Traunreuter Festplatz fertiggestellt. Insgesamt ist Platz für 200 Personen - es handelt sich um das größte Asylbewerberheim im Landkreis

xe

Quelle: chiemgau24.de

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