Musiksommer zwischen Inn und Salzach

Muttertagskonzert: Münchner Symphoniker im k1-Saal

Traunreut - Die Münchner Symphoniker mit Dirigent Olivier Tardy liefern im k1-Saal ein buntes Klassik-Programm. Hauptwerk des Abends: Jean Françaix’ Klarinettenkonzert mit dem Soloklarinettisten der Wiener Philharmoniker, Daniel Ottensamer.

Das Muttertagskonzert hat beim Musiksommer zwischenzeitlich schon Tradition: zum diesjährigen Muttertag am Sonntag 14. Mai warten die Münchner Symphoniker mit dem Dirigenten Olivier Tardy in Traunreut ab 19 Uhr mit einem bunten und zugleich auch populären Klassik-Programm auf, das mit Ausnahme von Felix Mendelssohns Ouvertüre zu "Ein Sommernachtstraum" musikalische Lust vor allem auf das 20. Jahrhundert macht.

Münchner Symphoniker im k1-Saal

"Keine Angst vor dem 20. Jahrhundert!" könnte denn auch das Motto des beschwingt heiteren Abends sein, der mit Mendelssohns Ouvertüre und dessen typischem Esprit Fahrt aufnimmt. Neben einem deutlich französischen Einschlag durch die Komponisten Claude Debussy und Jean Françaix werden mit Aram Khatschaturian und seinem Walzer über einen russischen Tanz östliche, mit Zoltán Kodály schließlich auch ungarische Töne angeschlagen. Mit Leroy Andersons "Serenata" endet das Konzert dann in einem typisch US-amerikanischen Tonfall und dabei gleichzeitig latein-amerikanisch tänzerisch, in einer Mischung aus Hollywood-Filmmusik-Sound und südamerikanischer Rhythmik. Leroy Anderson, der 1975 starb, sagt selbst über sein Werk, es sei Konzertmusik mit Popqualität. Sein Orchesterstück "The Typewriter", das eine Schreibmaschine zum rhythmischen Solo-Instrument erhebt, ist legendär.

"Keine Angst vor dem 20. Jahrhundert!"

Das nächtliche Element wird dann neben Mendelssohns Ouvertüre besonders in Debussys ganz nach innen gekehrtem "Clair de lune" angesprochen, ursprünglich ein Werk für Klavier solo. Dieses zum Inbegriff des musikalischen Impressionismus gewordene Werk vom Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts ist vielleicht Debussys berühmtestes Werk. Wie Robert Schumanns "Träumerei" hat es nicht nur als Klavierstück, sondern auch in diversen Bearbeitungen Kult-Status erreicht.

Das Hauptwerk des Abends ist jedoch Jean Françaix’ 1967 spielerisch und geradezu witzig komponiertes Klarinettenkonzert. Françaix selbst betont den Unterhaltungswert dieses viersätzigen Werkes: "Es macht Spaß, dieses Konzert zu hören. Es ist eine Art Kunstflug-Vorführung für das Ohr". Und es enthält ganz nebenbei einen der schwersten Soloparts der Klarinettenliteratur. Für diese anspruchsvolle Aufgabe steht kein Geringerer auf der Bühne als Daniel Ottensamer, der Soloklarinettist der Wiener Philharmoniker. Die Reutlinger Nachrichten haben seine Kunst an der Klarinette kürzlich so beschrieben:"...eine vollendete Technik, ein lupenreiner Ton voll sinnlicher Weichheit und ein so hinreißend zartes Pianissimo."

1967 ist auch das Jahr, in dem der Ungar Zoltán Kodály stirbt. Neben seinem berühmten Landsmann Béla Bartók hat er der echten ungarischen Volksmusik aufgeholfen und sie künstlerisch verarbeitet. In seinen "Tänzen aus Galánta" aus dem Jahr 1933 geht er explizit auf überlieferte Zigeunermusik des 18. und 19. Jahrhunderts aus der Region um Galánta zurück, obwohl er sonst eher der älteren ungarischen Volksmusik zugetan war. Sein populärstes Orchesterwerk ist ein souverän inszeniertes Glanzstück brillanter Orchestermusik.

Karten gibt es bei allen bekannten Vorverkaufsstellen, der k1-Tickethotline bis zu sieben Tage vor Veranstaltungsbeginn unter Tel. 0 86 69/85 74 44, unter www.k1-traunreut.de sowie an der Abendkasse.

Presseinformation Landratsamt Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © Marco Borggreve

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