Überlebenden identifizierten ihn

Traunreuter Todesschütze: Betrunken grinst er bei seiner Festnahme 

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Scheinbar zufrieden lächelte der Todesschütze die Polizisten an. Kurz zuvor soll er zwei Menschen erschossen haben. 
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Traunreut - Eine brutale Bluttat hat am Samstagabend die Region in Schock versetzt. Ein 62-Jähriger schoss in einem Traunreuter Lokal um sich und tötete dabei zwei Männer. Zwei Frauen wurden schwer verletzt. Es gibt nun weitere Details:

UPDATE 15 Uhr: Überlebende identifizieren den Täter

Zwei Tage nach den Todesschüssen von Traunreut kann die Polizei nun etwas mehr über den Fall mitteilen. Gegenüber chiemgau24.de sagte Polizeisprecher Jürgen Thalmeier, dass sowohl die verletzte Wirtin (50), als auch die ebenfalls im Krankenhaus liegende 28-Jährige den Täter auf Fotos identifizieren konnten

Somit wird der von der Polizei in Tatortnähe festgenommene 62-Jährige Ferdinand F. stark belastet. 

Zuvor schon fanden die Polizisten in seiner Wohnung eine nicht angemeldete Waffe. Die Kripo geht davon aus, dass es sich bei dem illegalen Gewehr um die Tatwaffe handelt. Es wird nun vom LKA untersucht. Entgegen anderer Gerüchte in der Nachbarschaft gab es in der Wohnung jedoch kein "Waffenlager". Laut Thalmeier wurde nur diese eine Waffe gefunden. 

Der Polizeisprecher teilte unserer Redaktion außerdem mit, dass der Täter in der Nacht zum Sonntag stark alkoholisiert war. Auf Fotos von der Festnahme, die auch unserer Redaktion vorliegen, ist der Täter lächelnd zu sehen. Er wirkt auf den Bildern zufrieden. 

Ob es zuvor zwischen ihm und der Wirtin einen Streit gab, wollte der Polizeisprecher nicht kommentieren. "Das muss von mehreren Zeugen bestätigt werden", erklärte Thalmeier. Nach Recherchen von tz und BILD soll es vor den Schüssen einen lautstarken Streit gegeben haben. Angeblich habe der Mann seinen eigenen Schnaps mit ins Lokal bringen wollen, meldet die BILD. Der spätere Täter soll daraufhin aus der Kneipe geworfen worden sein. 

Ob das wirklich der Hintergrund der Tat war, bleibt momentan noch spekulativ. Die Überlebenden und auch der mutmaßliche Täter konnten noch nicht eingehender befragt werden. Der Schütze befindet sich in einer Psychiatrischen Klinik. 

Meldung am Montagmorgen

Wie heimatzeitung.de berichtet, soll sich der mutmaßliche Täter kurz nach der schrecklichen Tat am Samstagabend vor dem Lokal noch unter die Meute der Schaulustigen gemischt haben, ehe er wenig später von der Polizei festgenommen werden konnte. Zuvor soll der Mann (62) nach der Schießerei in aller Seelenruhe nach Hause gegangen sein und dort die Waffe, mutmaßlich eine Repetierbüchse, die noch aus dem Zweiten Weltkrieg stammen soll, abgelegt haben. Der Mann wurde inzwischen, nach der Erstellung eines sog. "psychiatrischen Schnellgutachtens", in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

Zum Motiv gibt es immer noch keine konkreten Angaben. Dafür sei es laut Polizei noch zu früh. Ferdinand F., so heißt der mutmaßliche Täter laut tz.de, soll jahrelang unbescholten zusammen mit seiner Frau in einem Wohnblock am St.-Georgs-Platz gewohnt haben, nur rund 100 Meter vom späteren Tatort entfernt. Vor einigen Wochen soll ihn seine Frau jedoch verlassen haben. Dadurch soll sich der offenbar aus Russland stammende Mann laut Zeugenaussagen deutlich verändert haben. "Er spielte laute Musik, stieß mit dem Besen gegen die Decke und trank wohl auch", berichtete ein Nachbar.

Zwei Männer in Traunreut erschossen

Ermittlungen nach der Gewalttat von Traunreut gehen weiter 

Bilder von der Verhaftung des mutmaßlichen Täters

Bürgermeister Ritter bestürzt

Traunreuts Bürgermeister Klaus Ritter zeigte sich bestürzt. "Ich kann den Angehörigen nur mein größtes Beileid ausdrücken und den Verletzten viel Kraft wünschen. Der Täter hat meines Wissens ja wahllos geschossen. Als größte Stadt im Landkreis sind wir ein Brennpunkt, aber Taten von Wahnsinnigen kann man nicht vorhersehen", sagte er und ergänzte: "Wenn die Leute mich brauchen, werde ich für sie da sein!"

Weitere Aufklärung erhofft sich die Polizei übrigens nun von den beiden verletzten Frauen, die zwar weiterhin im Traunsteiner Krankenhaus liegen, aber sich nicht mehr in Lebensgefahr befinden. Sie sollen den Beamten helfen, den mutmaßlichen Täter zweifelsfrei zu identifizieren.

Bei der Schießerei am Freitagabend gegen 22.30 Uhr waren zwei unbeteiligte Männer (beide 31) ums Leben gekommen. Zwei Frauen, die Wirtin (50) des Lokals und deren Freundin (28), wurden durch Schüsse schwer verletzt. Anschließend wurde sofort eine Großfahndung eingeleitet, nach der der mutmaßliche Täter wenig später festgenommen wurde.

mw

Quelle: chiemgau24.de

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